Die Freiheit beginnt im Zug
Die Freiheit beginnt im Zug
Wenn
ich mit meiner Familie wandern gehe, dann beginnt der Tag fast immer mit einer
Zugfahrt. Wir geniessen die komfortable Anreise, planen unsere genaue Route, genehmigen
uns einen Kaffee am Bahnhof oder gleich ein zweites Frühstück und kaufen noch
Gummibärli, beobachten die vorbeiziehende Landschaft oder dösen noch ein
bisschen – und kommen schliesslich entspannt am Ziel an.
Oft führen unsere ein- oder zweitägigen Wanderungen nicht zum Ausgangspunkt zurück, sondern enden in einem anderen Tal, in einem anderen Dorf, weit weg vom Start. Auf dem Rückweg beginnt dann schon die Erholung – oder die Aufarbeitung der Erlebnisse des Tages. Wir sortieren unsere Fotos, posten unsere schönsten Schnappschüsse und kommen ausgeruht zuhause an. An einem Wandertag ins Auto zu steigen, kommt uns nur sehr selten in den Sinn. Sind wir mit Zug, Bus oder Bergbahn unterwegs, beginnt das Erlebnis schon auf der Anreise.
Natürlich ist das nur ein kleiner Beitrag. Ich bin mir bewusst, wie schwierig es ist, die Leute zum Umdenken zu bewegen. Wer sich gewohnt ist, für jeden Ausflug ins Auto zu steigen, und zudem den öffentlichen Verkehr nicht gut kennt, für den ist es ein grosser Schritt, auf den Zug umzusteigen. Auch gibt es sogar in der Schweiz abgelegene Gegenden, wo nur selten ein Postauto fährt. Das macht die Planung schwieriger. Und nicht zuletzt sind oft auch die Kosten ein Hindernis für einen Wechsel zum öffentlichen Verkehr. Gerade wer als Familie oder Gruppe unterwegs ist, überlegt sich zweimal, ob er oder sie viel Geld für drei, vier oder fünf Billette ausgeben will. Selbst die hohen Benzinpreise reichen noch nicht für eine Verhaltensänderung. Zusammen mit den Unternehmen des öffentlichen Verkehrs sind wir intensiv daran, weitere Massnahmen zu prüfen, um die Hemmschwelle zu senken.
Nr. 2315
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