Wandern im Sommer

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Über die Alp Grüm auf den Berninapass Nr. 2024
Cavaglia — a • GR

Über die Alp Grüm auf den Berninapass

Ein See wie ein Liebesgruss und ein Gletscher zum Greifen nah: Diese Bergwanderung zwischen dem Puschlav und dem Oberengadin bietet Natur- und Bahnfans zahlreiche Höhepunkte. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Cavaglia auf einer Hochebene bei Poschiavo. Vom Dorfzentrum geht es zunächst zum Wasserkraftwerk, von wo aus der steile Aufstieg zum Lagh da Palü beginnt. Die Wanderung folgt immer den Wegweisern der SchweizMobil-Route 33 «Via Albula/Bernina». Vorbei an schroffen Felskanten und begleitet vom Rauschen des Flusses erreicht man nach rund einer Stunde den Stausee. Dieser wird vom Schmelzwasser des Palügletschers gespeist, den man nun sehen kann. Die herzförmige Silhouette des Sees wird erst weiter oben deutlich. Was man aber schon jetzt sehen kann, sind die Züge der berühmten Berninalinie der Rhätischen Bahn, die sich hier entlang schlängeln. Bei der Station Alp Grüm windet sich die Strecke in einer hübschen Schleife. Der ideale Ort für eine Pause mit Blick auf den imposanten Gletscher, wo sich das Eis zu einem tosenden Wasserfall verflüssigt. Auf dem nächsten Abschnitt, dem Aufstieg zum Aussichtspunkt Sassal Mason, hat man sogar das Gefühl, der Gletscher sei zum Greifen nah. Und siehe da: Von dieser erhöhten Warte aus zeigt sich nun auch der Lagh da Palü als hellblau leuchtendes Herz. Der spektakuläre Ausblick erleichtert die nächsten Höhenmeter, die im Zickzack erklommen werden. Von der Plattform Sassal Mason mit ihren runden Steinhäusern reicht der Blick bis zum Lago di Poschiavo. Hier kann man durchatmen, der höchste Punkt der Wanderung ist erreicht. Der letzte Abschnitt führt durch die karge Alpenlandschaft leicht abwärts zum Lago Bianco und an dessen Ufer entlang zum Ospizio Bernina, der höchstgelegenen Station der Rhätischen Bahn.
Panoramawanderung über Locarno Nr. 2017
Cimetta — a • TI

Panoramawanderung über Locarno

Bei der Anreise mit den Bergbahnen zur Wanderung kommt etwas Nostalgie auf. In der historischen Standseilbahn von Locarno zur Pilgerkirche Madonna del Sasso wird das Ticket noch beim Schaffner mit Bargeld bezahlt. Die zweite Etappe erfolgt mit einer modernen Gondelbahn nach Cardada. Von dort geht es mit der letzten offenen Sesselbahn der Schweiz zur Cimetta. Das ist Nostalgie pur. Der Start der Wanderung verzögert sich, da man die Aussicht auf den Lago Maggiore am liebsten für immer geniessen möchte. Das Ziel, die Cima della Trosa, scheint weit entfernt. Doch bald ist man im Rhythmus und der Blick öffnet sich nach links ins grüne Centovalli. Der Anstieg ist steil, aber abwechslungsreich, und die Höhenmeter fliegen dahin. Am Ende warten noch einige steile Passagen mit Steinblöcken. Der Rundumblick vom großen Gipfelkreuz belohnt die Wanderer für ihre Anstrengung. Der Abstieg führt in gemächlichen Schlaufen durch Farn und Gras und vorbei an Schaf- und Ziegenalpen. Einige verkaufen ihren Käse, und an den Brunnen und Flüssen kann man frisches Bergwasser abfüllen. Kurz vor Mergoscia informiert ein Schild über das Hangmoor und die Trockenrasen. Sie sind ein Relikt aus vergangenen Zeiten, als die Region hauptsächlich von der Landwirtschaft geprägt war und das Land terrassiert wurde. Heute pflegt der Verein Pro Mergoscia diese alte Kulturlandschaft. Das Dorf Mergoscia bezaubert mit viel Charme. Rustikale Holzhäuser mit gepflegten, bunten Gärten erfreuen Blumenliebhaber. Von der Kirche geniesst man eine schöne Aussicht auf den Stausee Lago di Vogorno und den dahinterliegenden Lago Maggiore, bevor der Bus die kurvige Strasse zurück nach Locarno fährt.
Herausfordernder Lägerngrat Nr. 2080
Dielsdorf — n • ZH

Herausfordernder Lägerngrat

Die Lägern ist der östlichste Hügelzug des Juras und ein gut zehn Kilometer langer Berg, über den ein äusserst lohnender Gratweg führt und der das Zürcher Unterland mit dem aargauischen Baden verbindet. Die Wanderung beginnt in Dielsdorf. Das Schlossstädtchen Regensberg gibt hier die Richtung vor. Man erreicht es über den Breistelweg entlang von Baumgärten und Rebbergen. Gegenüber der Kirche von Regensberg führt der Weg durch einen Torbogen hinunter zur Unterburg und zum Aufstieg zur Hochwacht, dem im Sommer beliebten Ausflugsziel. Hier beginnt der eigentliche Gratweg über die Lägern. Er verläuft meist auf der Südseite des Grats, an wenigen Stellen auch ausgesetzt. Man wandert zwischen wärmeliebenden Sträuchern und knorrigen, kleinwüchsigen Bäumen. Der Boden ist karg, das Wasser knapp. Auf der Nordseite hingegen ist die Vegetation üppig. Unterwegs kommt man an Alt Lägern vorbei, einer Burgruine, 67 Meter lang und 20 Meter breit, die bereits im 13. Jahrhundert geschleift wurde. Weiter geht es zum Aussichtspunkt Burghorn mit Bänklein und toller Aussicht auf den Alpenkranz. Auf einem kurzen Stück Weg geht es nun durch Buchenwald. Bei der Abzweigung Buessberg weist eine Tafel darauf hin, dass das anspruchsvollste Stück der Wanderung bevorsteht. Auf diesem Wegstück sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt, bei nassen bis feuchten Verhältnissen ist es nicht zu empfehlen. Die Wanderung endet in Baden, wo die Lägern endet, indem sie in den Untergrund abtaucht.
Auf einsamen Jurapfaden zur Bättlerchuchi Nr. 2084
Oberbalmberg, Kurhaus — l • SO

Auf einsamen Jurapfaden zur Bättlerchuchi

Teilt man die weltweite Fläche, auf der Ackerbau möglich ist, durch die Anzahl Menschen, stehen jedem von uns 2000 Quadratmeter Land zur Verfügung. Der Weltacker im bernischen Attiswil, einer von drei Weltäckern in der Schweiz, zeigt auf einem spannenden Rundgang, wie wir unseren Acker nutzen. Angebaut werden die 50 wichtigsten Kulturen – exakt im Massstab, wie sie weltweit vorkommen. Ein Besuch auf dem Weltacker bietet allerlei Erstaunliches. Zum Beispiel, dass wir die Hälfte unserer Ackerfläche nutzen, um Getreide herzustellen, oder dass wir nur gut 40 Prozent unserer Ernte selbst essen und aus dem Rest Tierfutter und Biotreibstoffe herstellen. Der Weltacker Attiswil ist zwischen Mitte Mai und Mitte September frei zugänglich und bietet einen gelungenen Abschluss der Jura-Höhenwanderung. Nach kurvenreicher Busfahrt auf den Ober- balmberg gehts auf breiten Wald- und Wiesenwegen zum Niederwiler Stierenberg. Die Fortsetzung über die Chambenflüe ist von anderem Schlag. Ein schmaler Pfad schlängelt sich gekonnt zwischen Bäumen und Felsen hindurch, Treppen und Ketten helfen über die schwierigen Passagen, ab und zu erhascht man einen beklemmenden Tiefblick Richtung Mittelland. Der Wandergenuss zieht sich so über Höch-Chrütz bis zur Bättler- chuchi fort, mit einer kurzen Breiter-Weg-Ver- schnaufpause übers Hofbergli. Der kleine Passübergang Bättlerchuchi bietet nochmals beste Aussicht aufs Mittelland und den Alpenkranz, dann heisst es absteigen auf lauschigen Wald- und Wiesenwegen bis kurz vor Attiswil. Bei der Wanderwegverzweigung oberhalb Schnarz weisen weisse Schilder den Weg zum Weltacker, wo man wiederum auf einen Wanderweg trifft zum Bahnhof Attiswil.
Gipfelabenteuer im Waadtländer Jura Nr. 2015
La Cure • VD

Gipfelabenteuer im Waadtländer Jura

Die Rundwanderung startet in La Cure an der französisch-schweizerischen Grenze und führt durch eine charakteristische Landschaft des Waadtländer Jura. Mit einem moderaten, gleichmässigen Anstieg über sechs Kilometer beginnt der Weg und führt in Richtung Osten. Der Pfad durch das Gras muss teilweise etwas erraten werden, aber die vor einem liegende Stallung Les Coppettes dient als verlässlicher Kompass. Die Weiden und Wälder reihen sich zu einer bemerkenswerten Kulisse und die langgezogenen Steinmauern verleihen der Landschaft ein Zebramuster. Mehr und mehr kalkhaltige Steine zieren den Boden und es ist Vorsicht geboten, um nicht zu stolpern. Kurz nach einem Wasserloch, umgeben von wunderschönen runden Steinmauern, biegt der Weg nach links ab. Ein schmaler Pfad, auf dem Vorsicht angebracht ist, verläuft am Hang entlang um den Creux du Croue. Diese in der Mitte sumpfige Senke, auf die man von oben herabblickt, markiert den Beginn des Aufstiegs zum Noirmont. Vor dem Anstieg biegt man rechts in den Wald auf den Weg ab, der am Grat entlangführt. Der Blick auf die bewaldeten Berge rundherum reicht immer weiter. Zunächst erreicht man Le Noirmont-des-Français (1547 m ü. M.), dann taucht nach einer hügeligen Passage sein Schweizer Pendant auf (20 m höher). Der Ausblick dort oben reicht über den Genfersee und die üppigen Wälder Frankreichs und der Schweiz. Der Abstieg erfolgt über die Skipiste ab der Bergstation des Skilifts, der in Les Rousses (F) startet. Nach dieser für die Knie etwas anstrengenden Passage zweigt der Weg nach Süden ab auf den Pfad, der bereits zu Beginn der Wanderung beschritten wurde. Nun geht es mit einem leichten Gefälle zurück nach La Cure, von wo aus der Zug nach Nyon fährt.
Durchs grüne Appenzellerland Nr. 2016
Urnäsch — f • AR

Durchs grüne Appenzellerland

Auf dieser abwechslungs- und aussichtsreichen Wanderung erlebt man die Vielfalt der Appenzeller Voralpenlandschaft. Obschon der Gipfel der Hochalp ein beliebtes Ziel ist, führt die Route abseits des grossen Rummels im Alpstein. Die Wanderung startet im beschaulichen Urnäsch, wo in den Dorfläden Picknick eingekauft und in den gemütlichen Restaurants noch ein Kaffee zur Stärkung getrunken werden kann. Wer sich fürs Appenzeller Brauchtum interessiert, dem sei das Ortsmuseum empfohlen. Vom Dorfplatz her führt der Wanderweg durchs Dorf hinab zum Fluss, dann durchs Quartier hinauf ins offene Gelände. Stetig wandert man nun auf dem „Appenzeller Alpenweg“ bergauf, über Weiden, entlang schmaler Alpstrassen vorbei an alten Häusern und durch lichte Wälder. Wilde, moorige Hänge begegnen einem in der Wildruhezone Appenzeller Hinterland. Der Weg führt dem Waldrand entlang: Steil fällt links des Weges ein Tobel ab, es riecht nach Harz und Tannennadeln, der Bach rauscht und die Vögel zwitschern. Steil geht es auch am Schluss im Zickzack hinauf auf die Hochalp auf 1530 Metern über Meer. Die Mühe lohnt sich: Die Aussicht auf den Säntis, die Churfirsten und in die Glarner Alpen ist spektakulär, die Berge zum Greifen nah. Und auch die Rast im Berggasthaus Hochalp ist lohnend, die grosszügige Sonnenterasse lädt zum Verweilen ein. Weiter geht es über den Kamm dem Feldweg entlang mit Blick ins ruhige und beschauliche Neckertal. Der Weg biegt dann rechts ab und führt über weitläufige Weiden und durch üppige Wiesenhänge stetig bergab. Er zweigt vor Älpli ab und führt über den Chapf weiter bis Bächli, dem Ziel der Wanderung.
Blick ins Kiental und darüber hinaus Nr. 2081
Ramslauenen • BE

Blick ins Kiental und darüber hinaus

Auf der einen Seite Niesen und Thunersee, auf der anderen die Berner Alpen: Das Panorama auf dieser Rundwanderung lässt nichts zu wünschen übrig. Je nach Vorliebe kann sie als Eintageswanderung oder als gemütliche Zweitagestour mit Übernachtung in der Grathütte gemacht werden. Nur eines muss man sein: schwindelfrei. Mit der Seilbahn erreicht man Ramslauenen, wo der steile Aufstieg beginnt. Im Zickzack gewinnt der Weg an Höhe. Ab Rüederigs wandert man entlang des ersten Grats, doch der Weg ist stets etwas vom Abgrund entfernt. Nach zwei Stunden steht schliesslich der Eintrag ins Gipfelbuch an. Vom Gehrihore aus überblickt man auch den Rüederigsgrat: Während er gegen Westen abschüssig und felsig ist, verläuft der Wanderweg über die östliche, weniger steile Flanke, die mit Gras bewachsen ist. Nun steht die erste Schlüsselstelle bevor: Am besten nimmt man sich Zeit, um die kurze, mit Seilen gesicherte, weil abschüssige Passage und eine Leiter zu meistern. Danach wandert man einfach bis zur Grathütte. Die kleine Alphütte ist gemütlich eingerichtet, nur an den Wochenenden bewartet und bietet auf Voranmeldung zehn Schlafplätze. Der zweite Teil führt nun über den Giesigrat, die Schlüsselstelle kommt am Anfang. Ein Seil hilft, den kurzen, ausgesetzten Weg über der Westflanke zu meistern. Der restliche Weg ist vergleichbar mit jenem vom Rüederigsgrat. Bei Punkt 2306 unterhalb des Sattelhore ist der Grat definitiv zu Ende, es folgt der lange, aber landschaftlich schöne Abstieg dem Bachligraben entlang zurück nach Ramslauenen.
Durch das Val da Pila auf die Alp Grüm Nr. 2082
Cavaglia — m • GR

Durch das Val da Pila auf die Alp Grüm

Auf dieser Wanderung im Puschlav sieht man zwei besonders schönen Bergseen: den versteckten Lagh da l’Ombra und den herzförmigen Lagh da Palü. Im kleinen Dorf Cavaglia beginnt die Wanderung. Dessen Bahnhof ist aber auch kulinarisches Ziel: Das Restaurant serviert währschafte Gerichte wie Capunet oder Ossobuco. Und ein weiterer Tipp: Wenige Minuten entfernt befindet sich der Gletschergarten, der Giardino dei Ghiacciai. Dort lassen sich metertiefe Löcher bewundern, die vor langer Zeit von Gletscherwasser und Schutt in die Felsen gemahlen worden sind – ein Naturphänomen. Vom Dorfkern wandert man durch eine schmale Gasse in Richtung Lagh da l’Ombra. Entlang des Bachs Acqua da Pila geht es eine gute Stunde aufwärts – durch das schmale Val da Pila und unter dem imposanten Viadukt der Rhätischen Bahn hindurch. Bei der Abzweigung im Lärchenwald zum Lagh da l’Ombra lohnt sich ein Abstecher: nicht nur wegen der Schönheit des Bergsees, sondern auch aufgrund der Gämsen, die sich in den Felsen tummeln. Deshalb Feldstecher nicht vergessen. Auf dem gleichen Weg geht es wieder zurück zur Abzweigung und weiter bergaufwärts. Oben beim breiten, ebenen Weg angekommen, hat man den höchsten Punkt erreicht. Hier schlägt man links in Richtung Alp Grüm ein. Bereits nach wenigen Minuten rückt das Hotel Casa Alpina Belvedere in Blickweite. Der Name verspricht nicht zu viel: Die Aussicht von der Terrasse auf den Vadret da Palü, der den darunter liegenden Lagh da Palü speist, ist spektakulär. Das zu einem Wasserfall zerrinnende Eis erinnert an eine Sanduhr. Doch eigentlich möchte man die Zeit hier oben am liebsten vergessen. Wäre da nicht der Zug, der am Bahnhof Alp Grüm für die Rückfahrt bereitsteht.
Zur Pilgerkirche oberhalb Savognin Nr. 2083
Obermutten, Dorf — a • GR

Zur Pilgerkirche oberhalb Savognin

In den Bergen hoch oberhalb von Savognin begegneten 1580 zwei Jugendliche einer Frauengestalt, die sie aufforderte, die Bevölkerung zu Busse und Frömmigkeit aufzurufen. Weil man davon ausging, dass es sich um eine Marien- erscheinung gehandelt hatte, errichtete man dort eine kleine Kapelle. Trotz der abgeschiedenen, klimatisch herausfordernden Lage auf 2428 Metern Höhe zog sie immer mehr Pilgernde an, sodass man sie sukzessive zu einer stattlichen Kirche mit angegliedertem Pilgerhaus ausbaute. In den Nachtlagern über dem Kirchenraum finden bis zu 150 Personen einen Schlafplatz, in der anliegenden Pilgerstube können sie sich stärken. Mit diesem Angebot gilt Ziteil als höchstes Pilgerhospiz Europas und als höchstes Wallfahrtsziel der Schweiz – noch höher liegen nur noch die Kapellen auf dem Mont Thabor in Frankreich und auf dem Rocciamelone in Italien. Heute zelebriert ein Priester jeden Sonntag von Ende Juni bis Ende September die Messe auf Ziteil. Um sie zu besuchen, muss man früh aufstehen – oder gleich vor Ort übernachten –, beginnt die Messe doch um acht Uhr morgens. Der kürzeste Weg führt vom Alpweiler Munter auf einem Kiessträsschen in anderthalb Stunden zur Wallfahrtskirche. Wesentlich reizvoller ist die Bergwanderung von Obermutten über die Mutt- neralp, die Alp da Stierva und die mit einem Gipfelkreuz gekennzeichnete Anhöhe auf dem breiten Höhenrücken Feil. Diese ist zwar namenlos, bietet jedoch ein sagenhaftes Panorama. Nach einer kurzen Höhenwanderung erreicht man die Wallfahrtskirche. Hier können Wandernde einkehren. So steigt man über Alpweiden und durch Bergwald via Cruschetta nach Salouf ab.
Zeitreise am Simplon Nr. 2085
Schallberg — z • VS

Zeitreise am Simplon

Der Weg über den Simplonpass ist die kürzeste Verbindung zwischen Paris und Mailand. Schon im frühen Mittelalter wagten Säumer mit ihren Lasttieren die beschwerliche Reise. Später schwang sich dann der Briger Kaspar Stockalper zum «König des Simplons» auf, liess den Weg aufwendig ausbauen und beherrschte bald den alpenquerenden Handel. Heute führt der Stockalperweg auf den Spuren der alten Säumer als Mehrtageswanderung von Brig bis nach Gondo. Abkürzen konnten die Säumer damals noch nicht. Mühsam kämpften sie sich von Brig auf den 1300 Meter höher gelegenen Pass. Wandernde können heute hingegen die ersten Kilometer auch per Postauto zurücklegen und bei der Haltestelle «Schallberg» aussteigen – es bleibt immer noch eine sportliche Tour bis zur Passhöhe. Zunächst geht es von der Passstrasse hinunter nach Grund, wo sich der Ganterbach, die Taferna und der Nessulbach zur Saltina vereinen. Weiter führt der Weg dann immer der wilden Taferna entlang aufwärts bis zur ehemaligen Taverne, wo die Wirtin den Säumern ihren Wein einst mit Wasser verdünnt haben soll. Das Gasthaus steht noch, Wein gibt es allerdings keinen mehr – und auch kein Wasser. Dafür hat es einen gemütlichen Picknickplatz. Anschliessend geht es nochmals steil hinauf zur Passhöhe. Kurz vor dem Pass empfiehlt sich ein Abstecher an den Hopschusee. Der Wanderweg ist nur mit «Rundweg Simplon-Bergalpe» angeschrieben und führt durch die wunderschöne Passlandschaft. Das Ziel der Wanderung wird durch den riesigen Steinadler markiert, den Soldaten während des Zweiten Weltkriegs als Symbol der Wachsamkeit auf der Passhöhe errichtet haben.
Zweitägige Alpinwanderung zum Wissmeilen Nr. 2079
Weissenberge — m • GL

Zweitägige Alpinwanderung zum Wissmeilen

Eine zweitägige Tour, oft auf ausgesetzten Graten: Diese Alpinwanderung eignet sich nur für geübte Berggängerinnen und Berggänger bei stabilen Wetterverhältnissen. Dafür belohnt sie mit Weitsichten und verschiedenen Gesteinswelten. Ab Matt schweben die Gäste mit der Seilbahn nach Weissenberge. Nach zwei Stunden wandern kommt die Alp Fitteren in Sicht, wo eine Kaffeepause guttut. Danach weitet sich die Sicht. Vom Gulderstock überblickt man erstmals Gulder- und Gipsgrat. Der Spitzmeilen mit seinem kugeligen Gipfel scheint noch in weiter Ferne. Nun ist beim Abstieg durchs Geröllfeld Konzentration gefragt. Auch in den folgenden Stunden wechseln sich einfach begehbare Abschnitte mit herausfordernden Stellen ab – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf dieser Tour ein absolutes Muss. Die Farbe des Untergrunds verändert sich ständig: Schimmerte die Geröllhalde noch gelblich-braun, folgt nun dunkelgraues Gestein, später rotes. Auf dem Gipsgrat leuchtet der Boden weiss. Nach dem Wissmeilenpass wechselt die Markierung auf weiss-rot-weiss, bald kommt die Spitzmeilenhütte in Sicht. Die letzte Stunde ist noch einmal besonders schön: Mehrere Wasserläufe schlängeln sich durch rotes Verrucano-Gestein ins Madseeli. Auch der zweite Tag besteht zu einem grossen Teil aus Graten: Sobald der Hoch Camatsch bestiegen ist, geht es bei grossartigem Panorama hoch und runter über Mütschüelergulmen und Leist zum Maschgenkamm. Nach dreieinhalb Stunden schweben die Wandernden wiederum mit der Seilbahn hinunter nach Unterterzen am Walensee.
Einfache Gratroute über dem Val Colla Nr. 2078
Bogno, Paese — e • TI

Einfache Gratroute über dem Val Colla

Hoch oben sein und die Welt zu Füssen haben. Der Kamm rund um das Tessiner Val Colla ist prädestiniert für eine anspruchsvolle Eintagestour. Wer sich mehr Zeit nehmen will, übernachtet in einer von mehreren Hütten unterwegs. Von Bogno, dem hintersten Dorf im Val Colla, folgt man von der Bushaltestelle «Cappella di Bogno» ein Stück der Hauptstrasse bergab und biegt dann links in den Wanderweg Richtung Passo di San Lucio bergwärts. Der grösste Teil führt steil hinauf durch dichten Wald, der bei Hitze angenehme Kühle spendet. Zuletzt geht es über die Weiden der Alpe Cottino zum Passo di San Lucio mit seinen zwei Hütten. Dort folgt man nordwestlich dem breiten Wiesenkamm hinauf. Man passiert das geschlossene Rifugio Gazzirola und nach einem Steilstück das Gipfelkreuz des Vorgipfels. Relativ flach geht es dann weiter zum Hauptgipfel des Gazzirola. Der Blick nach Nordosten auf lombardischer Seite verrät, dass man dem Kamm endlos folgen könnte. Der benachbarte Camoghè im Norden bildet mit dem Gazzirola das Dach des Südtessins. Im Nordwesten liegt die Magadino-Ebene mit dem Lago Maggiore zu Füssen, im Süden das Luganese. Mit diesem Panorama steigt man die breite und steile Gazzirola-Grasflanke südwestlich ab zum Passo di Pozzaiolo. Dann folgt Genusswandern durch «Balkonien», es geht im leichten Auf und Ab zum Monte Bar. An dessen Südflanke etwas tiefer kann man im Rifugio Monte Bar pausieren. Ansonsten bleibt man auf der Höhe und überschreitet den Caval Drossa. Der Abstieg führt über den Grasrücken zum Kreuz des Motto della Croce, dann etwas unterhalb bei der Weggabelung bei Borís rechts und schliesslich durch Birken- und Farnwald nach Roveredo.
Auf den Piz Beverin Nr. 2077
Wergenstein, Tguma — s • GR

Auf den Piz Beverin

Der Piz Beverin ist der Hausberg von Thusis. Bei vielen Thusnerinnen und Thusner steht die Besteigung einmal im Jahr fest auf dem Pro-gramm. Zu Recht. Der Gipfel bietet ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Die 360-Grad-Rundumsicht reicht von den Tschingelhörnern mit der markanten Glarner Hauptüberschiebung, über den Tödi zum Dammastock und weiter zum Pizzo Tambo und im Süden steht stolz, mäjestisch die Bernina mit dem sich elegant zum Gipfel aus-schwindenden Biancograt. Wer könnte diesem Berg da noch widerstehen? Umso mehr als ein Bus Alpin den auf der Südseite einfacheren Aufstieg ab Wergenstein zur Alp Nurdagn um zwei Stunden verkürzt. Von der Endstation des Bus Alpin Beverin auf der Alp Nurdagn bei Tguma geht es ein Stück über holperigen Pfad über die Alp da Tumpriv zur Abzweigung bei Pt. 2113. Hier beginnt der Auf-stieg zum Piz Beverin. Er führt über die Alp Nursin und später über Geröll zur Farcletta digl Bavregn, auch Lügga genannt, je nachdem, welchem Sprachkreis Graubündens man sich grad zugehörig fühlt. Von hier erreicht man rechterhand den steilen und über zum Teil loses Gestein führenden Gipfelaufstieg. Für den Abstieg bietet sich die Variante über den Beverin Pintg an. Es ist der Felssporn, der dem Beverin wie eine Felsschuppe vorgelagert ist. Man steigt über eine Leiter bei Pt. 2770 zu seinem höchsten Punkt auf. Über eine Grashalde geht’s nun bergabwärts hinunter zur Alp Nursin, wo man wieder auf den Aufstiegsweg trifft. Ab Pt. 2113 jedoch folgt man dem Weg auf der rechten Talseite des Val da Larisch geradeaus bis zum Weiler Dumagns, einer Zwischenstation des Bus alpin Beverin.
Zu Aussichtskanzel und Hof Bärüti Nr. 2073
Romoos, Post — U • LU

Zu Aussichtskanzel und Hof Bärüti

Rund 40 Prozent der Wanderwege in der Schweiz verlaufen durch Landwirtschaftsgebiet und damit auf Boden, der im Eigentum von Bauern ist. Zwischen Wandernden und Bauernstand gibt es deshalb viele Berührungspunkte. Aus der Begegnung der beiden Kreise können sich interessante Kooperationen ergeben. Ein schönes Beispiel dafür ist der Hof Bärüti im Entlebuch Er liegt in der Mitte der Wanderung von Romoos nach Hasle. Aus dem Dörfchen Romoos gelangt man zunächst auf einem Strässchen, dann auf einem Waldpfad nach Säumettle. Von dort geht es im Wald steil aufwärts bis zur Wegverzweigung Hängele, wo man die in Richtung Hasle signalisierte Wanderroute einschlägt und der Strasse bis zur Postautohaltestelle Schmitteli folgt. Vom Rastplatz beim Fäligüetli steigt man nach Bärüti ab, wo die Bauernfamilie Lustenberger lebt. Auf dem Hof wird Mutterkuhhaltung betrieben, zudem stehen für Ausflügler verschiedene Übernachtungsangebote zur Verfügung – vom Campingstellplatz über Schlafen im Stroh bis zum Tiny House. Im Hofladen sind Würste, Käse, Konfitüren, Glacé, heisse und kalte Getränke erhältlich. Steil und ruppig ist der Abstieg ins Tal der Grossen Fontanne. Das Flüsschen wird auf einem schmalen, schwankenden Steg überquert. Im breiten, steinigen Flussbett sind oft Goldwäscher zu beobachten, die aus dem goldhaltigen Geschiebe einige Flitter zu sieben versuchen. Im Schattenhang des Tobels steigt man durch verwunschenen Bergwald und über Wiesenland nach Bergli ob Grabe auf. Von dort geht es auf schönen Wiesenwegen in den weiten Talboden der Kleinen Emme hinunter. Kurz vor der Unterquerung der Bahnlinie kommt man nochmals an einem Rastplatz mit Brunnen und Feuerstelle vorbei.
Auf Umwegen am Fusse des Alpsteins Nr. 2074
Steinegg — d • AI

Auf Umwegen am Fusse des Alpsteins

Der schönste Umweg von Appenzell Steinegg nach Weissbad: So betitelt Appenzellerland Tourismus diese zweieinhalbstündige Wanderung. Denn eigentlich gibt es einen direkten Weg von einer halben Stunde. Doch zu schade wäre es, man liesse diesen Wandergenuss links liegen. Deshalb auf zur Extraschlaufe! Von der Bahnstation Steinegg verläuft die erste Etappe stets in Richtung Eggli. Heisst: Auf der Höhe vom Restaurant Schlössli biegt die Route eben nicht rechts ab – das wäre der direkte Weg nach Weissbad – sondern er verläuft ein kurzes Stück auf der Hauptstrasse und geht links in einen Feldweg über. Über Weiden und vorbei an Bauernhöfen geht es 300 Höhenmeter hangauf-wärts. An den imposanten Gipfeln des Alpsteins kann man sich dabei kaum satt sehen. Die schroffen Felsen kontrastieren wunderbar mit der Hügellandschaft, die man durchwandert. Nach gut eineinviertel Stunde ist der Aufstieg geschafft. Beim Berggasthaus Eggli begrüsst ein tierisches Empfangskomitee aus Zwergziegen, Hühnern & Co. Wer mag, legt eine kurze Verschnaufpause ein. Der abwechslungsreiche Abstieg nach Weiss-bad führt durch eine hügelige Landschaft über Feldwege, Viehweiden und eine schmale Flurstrasse via Aulen an der Kapelle St. Martin vorbei. Nach einem kurzen Stück auf der Hauptstrasse folgt links der steile Abstieg über eine Wiese hinunter zum Dorfkern von Weissbad. Über den Brüelbach gelangt man zum kulinarischen Ziel dieser Wanderung, dem für seine vegetarischen Kreationen bekannten Hof Weissbad. Stellt sich nur noch die Frage: sich direkt Restaurant hinsetzen oder vielleicht eine weitere Extrarunde drehen. Diesmal durch den Kräutergarten des Wellnesshotels? So oder so, einen guten Appetit!
Von Braunwald zum Oberblegisee Nr. 2075
Braunwald, Grotzenbühl — g • GL

Von Braunwald zum Oberblegisee

Langsam rutscht der Kurort Braunwald talwärts. Grund dafür sind der Untergrund und das Wasser: Auf dem Fels liegt eine Art schmieriger Lehm. Je mehr Wasser fliesst, desto schneller bewegt sich die Rutschmasse. Durchschnittlich sind es drei bis vier Zentimeter pro Jahr, also drei bis vier Meter in hundert Jahren. Grund zur Sorge besteht aber nicht: Zahlreiche Messstationen schlagen sofort Alarm, wenn sich das Gebiet mehr bewegt als berechnet. Für diese Wanderung auf Braunwald zum Ober-blegisee geht es mit der Gondel aufs Grotzenbüel. Bei der Bergstation erwartet die Kinder ein grosser Spielplatz mit Rutschbahn, Trampolin und Boulderwand. Braunwald ist bekannt als Familiendestination. Brunnen, Schläuche, Sumpf – auffällig ist unterwegs das viele Wasser. Was viele nicht wissen: Ursprünglich hiess der Ort «Brunnwald». Der Name wurde fälschlicherweise als «Braunwald» ins Hochdeutsche übertragen. In knapp eineinhalb Stunden führt ein breiter Weg auf die Bösbächialp und zum «Bächibeizli». Nach dem Zmittag geht es weiter Richtung Oberblegisee. Der Weg ist nun rot-weiss markiert und führt eine halbe Stunde über Stock und Stein zum attraktiven Ausflugsziel: Direkt hinter dem See erhebt sich eine hohe Felswand. Mutige wagen einen Sprung ins kühlende Nass. Nach rund 40 Minuten teils steilen Abstiegs kommt das Ziel Brunnenberg in Sicht. Von hier befördert eine 8-Personen-Gondel die Gäste ins Tal nach Luchsingen.
Bei der Königin der Alpen Nr. 2076
Gurtnellen, Fellital — s • UR

Bei der Königin der Alpen

Die Arve ist da zu Hause, wo die Bedingungen unwirtlich werden – das Gelände steil, das Klima rau, die Temperaturen extrem, der Boden karg. Im Urner Fellital, einem abgeschiedenen Seitental zum Reusstal, findet sie diese Voraussetzungen. An den Flanken des 2125 Meter hohen Taghorns bildet sie mit dem Waldreservat Fellital-Taghorn den grössten zusammenhängenden Arvenwald der Schweizer Alpennordseite. «Königin der Alpen» nennt man die Arve, weil sie die höchsten Lagen besiedelt und so der Waldgemeinschaft die Krone aufsetzt. Für einen Besuch des Fellitals sollte man sich zwei Tage Zeit nehmen, mit einer Übernachtung in der SAC Treschhütte. Eine halbe Wanderstunde Autobahnrauschen und die breite Waldstrasse nimmt man zu Beginn auf sich, danach geht es auf schmalem Pfad aufwärts Richtung Tresch-hütte, mal steil durch knorrige Wälder, dann wieder sanft über saftige Alpweiden. Lautstarker Begleiter ist der Fellibach, der ungestüm talwärts schiesst. Die Treschhütte dann ist Startpunkt zum Aufstieg Richtung Taghorn und zu den Arven. Der Weg ist ausgesprochen steil. Einige Stellen sind seilgesichert, ab und zu ist Schwindelfreiheit hilfreich. Ab etwa 1600 Metern folgen die ersten Arven, vom Gipfel geniesst man einen fantastischen Tiefblick aufs Reusstal. Am zweiten Tag heisst es sicheren Tritt beweisen: Die Fellilücke, der Übergang zum Oberalppass, ist ein grosses Blockfeld. Einen Weg sucht man vergebens, dafür sind die Markierungen zahlreich, damit man den Pass sicher findet. Los geht das Felsenwandern nach der Alp Obermatt. Bis dort-hin ist es ein gemütliches Bergwandern dem Fellibach entlang. Auf der Fellilücke tut sich das Pa-norama auf das Gotthard- und Oberalpgebiet auf, weit unten macht man den Oberalppass aus, das Ziel der Tour. Der Abstieg geht in die Beine, einzelne steile Stellen fordern Kraft. Dafür leistet wiederum ein munterer Bergbach Gesellschaft: der Hinter Fellibach.
Karstwanderung auf die Schratteflue Nr. 2070
Sörenberg, Hirsegg • LU

Karstwanderung auf die Schratteflue

Die Schratteflue ist der Höhepunkt des Entlebucher Wanderprogramms: Der mächtige Kalkriegel leuchtet aus der Ferne wie ein riesiges Schneefeld. Erst aus der Nähe offenbart er seine vielfältigen Besonderheiten: messerscharfe Kanten, erodierte Wasserrinnen, dunkle Höhlen und kreisrunde Schlote, versteckte Vegetation und sonderbare Karrenspuren. Der Teufel höchstpersönlich soll hier einst die blühenden Alpwiesen von den Felsen gerissen haben. Dieser eindrückliche Berg lässt sich gut auf einer Wanderung ab der Postautostation Sörenberg, Hirsegg erkunden. Zunächst geht es durch Wald und Weiden bis zur Alp Bodehütte, wo eine Bauernfamilie mit ihren Tieren den Sommer verbringt. Danach wird es steil und garstig, bis sich der Weg über die schroffen Kalkfelsen hinauf zum Heideloch schlängelt. Hier finden Schafe zwischen den Steinen noch ein bisschen Gras und in den Vertiefungen auch Wasser. Nach weiteren knapp 200 Höhenmetern erreicht man den Hängst, den mit 2092 Metern höchsten Gipfel der Bergkette. Bisher war die Sicht stets eingeschränkt. Nun weitet sich der Blick aber zu einem 360-Grad-Pa-norama und neben den Alpen sieht man auch in Richtung Emmental und in der Ferne lässt sich gar der Jura erahnen. Ein Stück geht es nun der Krete entlang, bis der Abstieg folgt. Erneut über bizarre Felsformationen führt der Weg hinunter zur Alp Schlund. Hier freuen sich die Augen der Wandernden und die Mägen der Kühe über viel Grün und statt hartem, trockenen Stein hat man plötzlich weichen, feuchten Moorboden unter den Füssen. Über die Stächelegg, einen sanften Hügelrücken, erreicht man nach einer knappen Stunde den Ausgangspunkt der Wanderung.
Die Kleine und die Grosse Entle Nr. 2071
Gfellen • LU

Die Kleine und die Grosse Entle

Auf der Fahrt von Schüpfheim Richtung Glaubenbergpass fällt der Entscheid. «Auf diesen Berg will ich!» Denn da steht er, der Schimberig, eine Schönheit von Berg, mit einem felsigen Nordosten und einem sanften Südwesten. Von Gfellen, am nordöstlichen Ende des Bergs, geht es schattig der Entle entlang flussaufwärts bis zur Brücke, die man quert. Es folgt ein kurzes Stück über die Strasse talauswärts bis zum Wegweiser den Berg hinauf zu Schimbrigbad. Tafeln erinnern hier daran, dass da früher eine Kuranstalt mit Schwefelquelle stand. Beim Ahornbaum hundert Meter in Richtung Lobegg zweigt der Gipfelweg zum Schimbrig links ab. Im Zickzack steigt man erst über die Weide und bald schon schattig durch den Wald aufwärts und folgt dann der Krete hinauf zum Gipfelkreuz. Was für eine Aussicht: vom Pilatus zum Vierwaldstättersee und zu den Berner Alpen, der Schrattefluh und über das Entlebuch ins Mitteland! Vom Gipfel steigt man über den Gratweg wieder ab und dann links zur Alp Ober Loegg hinunter. Kurz vor der Alphütte bei Pt 1449 ist der westlichste Punkt der Wanderung erreicht. Es geht auf der Südseite des Schimbrigs zurück Richtung Gfellen. Hoch über der Grossen Entle, auf moorigem, weichem Boden im Wald ist dieses Wegstück ein wahrer Genuss. Dann geht es auf Alpstrassen bis Grund. Ab hier ist man der Entle ganz nah und folgt ihr talauswärts. Wo sie die Richtung ändert, quert der Weg die Strasse und den Bach. Der Weg zurück nach Gfellen ist nun nicht mehr weit. Der Gegenanstieg zur Alp Obere Brüederemättli, den die Wegweiser vorschlagen, ist eine nicht zwingene Zugabe. Ein Strässchen führt hinunter zur Grossen Entle und zum ersten Wegstück zurück zur Bushaltestelle.
Gratwanderung auf die Beichle Nr. 2072
Klusstalden — t • LU

Gratwanderung auf die Beichle

Die Beichle ist mit 1770 Metern der höchste Punkt eines langgezogenen Bergkamms im Entlebuch, der sich vom Tal der Waldemme bis zum Hilferental erstreckt. Den Aufstieg durch dunklen Bergwald und über steile Alpweiden muss man sich verdienen. Die Aussicht von Grat und Gipfel entlohnt dann aber sämtliche Mühen. Im Osten sind die Innerschweizer Alpen mit Pilatus, Titlis oder die Spannörter zu sehen, im Süden die Berner Viertausender Finsteraarhorn und Mönch und das Brienzer Rothorn, gegen Westen der Mont Blanc und die Emmentaler Hügellandschaft und im Norden die Jurakette mit dem Chasseral als Landmarke. Ausgangspunkt der Wanderung ist Klusstalden, eine Postautohaltestelle unweit von Schüpfheim. Hier überquert man die Waldemme und geht zunächst durch landwirtschaftlich intensiv genutztes Gebiet in Richtung Tällebachschwändi. Dann wechseln die Markierungen von Gelb zu Rot-Weiss. Der Weg steigt immer steiler den Nordwesthang des Bergkamms hoch. Bei einer kleinen Alphütte auf der Gsteigegg ist der Grat erreicht, bis zum Gipfel sind es allerdings nochmals gut 300 Höhenmeter. Der Weg führt nun immer schön dem Nagelfluhgrat entlang. Links grasen Rinder auf den steilen Weiden, rechts prägen die Spuren historischer Bergstürze und Hangrutschungen das Gelände. Nach rund drei Kilometern auf dem Grat kommt das Gipfelkreuz in Sicht. Doch obschon es dort sogar ein Gipfelbuch gibt, ist das noch nicht das Ziel. Der eigentliche Gipfel liegt noch etwas weiter oben und wird während der Alpsaison manchmal dermassen von Fliegen umschwärmt, dass sich nach dem Panoramafoto und vor der Mittagspause zumindest ein kurzer Abstieg aufdrängt. Danach geht es weiter dem Grat entlang, bis der Abstieg vom Beichlegfäl über die Ziegerhütten nach Escholzmatt folgt.
Vom Pass zum Genuss Nr. 2069
Les Hauts-Geneveys — s • NE

Vom Pass zum Genuss

Ziel dieser Wanderung ist die bekannte Ferme des Brandt, die mit regionalen Gerichten und einer Saisonküche überzeugt, darunter auch mal mit traditionellen Gerichten, etwa einer Brennnesselsuppe. Doch vor dem Einkehren steht die Überschreitung der zweiten Jurakette auf dem Programm. Ab dem Bahnhof Les Hauts-Geneveys auf 950 Meter ü. M. steigt der Weg im Wald gemütlich an zum Sattel Tête-de-Ran auf 1329 Meter ü. M. am Fuss des um 100 Meter höheren gleichnamigen Bergs. Auf dem Sattel Tête-de-Ran herrscht vor allem im Winter Hochbetrieb: Er ist mit dem zugehörigen Restaurant für alle mit Langlaufskis oder Schneeschuhen ein beliebtes Ausflugsziel. Von hier geht es auf dem attraktiven Grat nordwärts zum Col de la Vue des Alpes. Der Name hält sein Versprechen: Die Sicht auf das Alpenpanorama ist eindrücklich. Nach der Überquerung einer üppigen Blumenwiese mit Trockensteinmauern steigt der Weg steil ab und quert dank einer Unterführung sicher die Autobahn. Von hier geht es auf Forstwegen weiter. Achtung: Nach rund 500 Metern zweigt der Weg links ab und verlässt das offizielle Wanderwegnetz. Auf Teersträsschen, vorbei an Pferdekoppeln und an Mont-Cornu mit Sicht auf La Chaux-de-Fonds, erreicht man den Ferme des Brandt und damit den Ort für die wohlverdiente Pause. Im stattlichen Jurahaus aus dem 17. Jahrhundert serviert Küchenchef Cyril Tribut bürgerlich-bäuerliche Gerichte aus regionalen Produkten – je nach Wetter entweder in den historischen Räumen mit Gewölbebogen oder auf der lauschigen Terrasse. Nun ist es Zeit für die selbst gemachten Meringues aus dem Holzofen mit Double crème de la Gruyères.
Vom Glatttal über den Laubberg an den Rhein Nr. 2068
Glattfelden — u • ZH

Vom Glatttal über den Laubberg an den Rhein

Die Via Natura ist ein Weitwanderweg, der sich als Rundtour durch den ganzen Kanton Zürich zieht. Die insgesamt rund 200 Kilometer lange Strecke verbindet Naturzentren, Naturschutzgebiete und Naturlandschaften. Beispielhaft für den gesamten Themenweg ist dessen dritte Etappe. Sie führt vom Glatttal an den Rhein. Ausgangspunkt der Tour ist die Bahnstation Glattfelden. Abwechslungsweise auf Naturpfaden, Kies- und Asphaltsträsschen geht es sanft aufsteigend nach Wölflishalden. Wo früher Ackerbau betrieben wurde, gedeihen heute Pflanzen, die trockene und magere Standorte bevorzugen. Durch den Wald gelangt man auf die Hochebene des Laubbergs. Die Via Natura verläuft auf diesem Abschnitt auf dem Gottfried-Keller-Dichterweg; an verschiedenen Standorten begegnet man Tafeln mit Gedichten des Schriftstellers. Dessen Eltern stammten aus Glattfelden, wo er selbst in seiner Jugend öfters Ferien verbrachte. So weilte er auch mehrmals beim Paradisgärtli, einem Aussichtspunkt mit schönem Blick hinunter zum Rhein. Durch ein Mosaik von Wald und Lichtungen geht es nach Rheinsfelden hinunter. Vorerst etwas abseits des Ufers wandert man zwischen einem Auenwaldstreifen und der parallel dazu angelegten Strasse flussaufwärts. Beim Naturschutzgebiet Neuhus öffnet sich die Sicht auf den Rhein. Sitzbänke laden dazu ein, an diesem idyllischen Schauplatz zu rasten. Auf Feldwegen und Asphaltsträsschen geht es dem Auenwald entlang nach Eglisau. Ehe man den Bahnhof aufsucht, lohnt es sich, den Rhein zu überqueren und die historische Altstadt zu besichtigen. Die sonnigen Hänge, die sie umgeben, werden seit Jahrhunderten für den Weinbau genutzt.
Vom Künstlerdorf an die Uferpromenade Nr. 2066
Carona, Paese — e • TI

Vom Künstlerdorf an die Uferpromenade

Die Genusswanderung startet oberhalb von Melide im hübschen Örtchen Carona. Als einstige Heimat von Kunstschaffenden der Malerei und der Bildhauerei wird Carona auch Künstlerdorf genannt. Doch bevor sich die Werke der Künstlerfamilien an den Fassaden bewundern lassen, gibt bei der Anreise das millimetergenaue Manövrieren des Postautochauffeurs Anlass zum Staunen: Den Dorfeingang bildet der schmale Torbogen, der zum Gemäuer der Kirche San Giorgio gehört. Von der Bushaltestelle im Ortskern führt der Weg auf der Hauptgasse dorfauswärts zur Kirche Sta Marta und weiter über die Via S. Marta, vorbei am Schwimmbad zum Parco botanico di San Grato. Er ist besonders für seine Azaleen und Rhododendren bekannt, die hier im Frühling blühen. Der Wanderweg quert den Park, begleitet von der Aussicht auf den Lago di Lugano, den Monte San Giorgio und den Monte Generoso. Dann verlässt er den Park in Richtung Alpe Vicania und Morcote. Der Wald verhindert zwar nun den Blick auf den See, spendet jedoch Schatten. Umso schöner dann der Aussichtspunkt nach knapp einer halben Stunde. Noch ein letztes Stück im Wald, dann folgt der Szenenwechsel: die offene Weide auf der Alpe Vicania, mittendrin ein ehemaliger Bauernhof, der sich in das Ristorante Vicania verwandelt hat. Im Garten werden nebst Tessiner Klassikern auch kulinarische Spezialitäten serviert. Nach dem Schmaus führen über 1000 Treppenstufen nach Morcote an den See hinunter. Was die Knie plagen mag, erfreut das Auge: Die imposante Kirche Santa Maria del Sasso ist zuerst von oben und dann von ganz nah zu betrachten. An der Uferpromenade von Morcote lässt sich der Tag gemütlich ausklingen.
Auf dem Panoramaweg Ägerital Nr. 2067
Alosen, Raten — m • ZG

Auf dem Panoramaweg Ägerital

Gut zu wissen, dass es Leute gibt, die Wanderwege markieren. Nicht nur, damit man sich nicht verläuft, sondern auch, um zu wissen, wo man die beste Aussicht hat. Der Weg zieht sich lange über den Grat zwischen Gottschalkenberg und Mangelhöhe – die Aussicht wird vom Wald meist verdeckt. Dann verlässt er den Grat und führt einen nun zur Aussicht: Man sieht Tödi, Clariden, Rigi und Pilatus, wunderschön! Alles beginnt auf dem Ratenpass. Zum Ausflugsrestaurant «Gottschalkenberg» gibt es mehrere Wege, derjenige am Chlausenchappeli vorbei ist etwas länger, aber am attraktivsten. Beim Restaurant verlässt man kurz die markierten Wege: Hinter dem Haus führt ein kleiner Pfad durch einen Waldspielplatz hinauf zu einer kleinen Lichtung. Hier liegt ein kleiner Sportplatz mit zwei Fussballtoren. Schon früher haben hier wohl Mönche Fussball gespielt – ehemaliger Eigentümer des Berghauses «Gottschalkenberg» war eine Klostergemeinschaft. Kaum ist man wieder auf dem markierten Weg, steht auf dem Charenboden der Gedenkstein für Fridolin Stocker (Pt 1162). Er war einer der Väter der populären Radiowanderungen in den 60er-Jahren, als jeweils bis zu 1500 Wandernde den Aufrufen von Radio Beromünster gefolgt waren. Dann geht es rauf auf besagten Grat und damit auf den Panoramaweg Ägerital. Nur ein-, zweimal geben die Bäume den Blick frei auf den Zürichsee. Ab der Mangelhöhe gibt es aber auf der anderen Seite viel zu sehen, kurz vor der Wanderhütte «Grümel» lohnt sich deshalb der kurze Anstieg zu zwei Feuerstellen. Einen weiteren Aussichtspunkt mit zwei Feuerstellen gibt es kurz nach Hinterwiden, bevor der Abstieg nach Unterägeri beginnt.