Raus aus dem Kopf, rein in die Wanderschuhe

Wenn der Kopf wandern geht: Was die Psyche davon hat

Wir alle kennen das Gefühl, wenn Gedanken sich im Kreis drehen, To-do-Listen sich nach vorne drängeln und wir trotzdem ausgeglichen und mit innerer Ruhe durch den Tag gehen möchten. Eine Auszeit vom Alltag ist schon lange überfällig, aber die Zeit fehlt?

Oftmals reicht ein kurzer Spaziergang durch den Wald, über Wiesen oder einem Bach entlang. Schon nach ein paar Minuten rückt der Alltag Schritt für Schritt in den Hintergrund, der Atem wird ruhiger und plötzlich beschäftigen uns nicht mehr Termine, E-Mails oder Haushalt. Wir beschäftigen uns mit dem Hier und Jetzt und unser Gehirn bekommt eine Pause vom Drehen auf dem Gedankenkarussell. 

Was passiert mit unserem Körper, wenn wir draussen unterwegs sind? Was sind die psychischen Faktoren des Wanderns und welche therapeutischen Effekte hat das Wandern? 

Kurzfristige Effekte des Wanderns

Fachpersonen bestätigen, dass das Wandern zu einer Verbesserung der Herz-Kreislauf-Funktionen führt, der Fett- und Zuckerstoffwechsel unterstützt wird, die Skelett- und Herzmuskulatur trainiert und die Atmung sowie Vitalkapazität optimiert wird. 

Und was passiert mental?

Bereits bei der Planung einer Wanderung gewinnen wir im Kopf Distanz zum Alltag, wir beschäftigen uns mit dem Anfang und Ende, den Pausen und der Wanderung selbst zwischendurch. 

Während der Wanderung erfahren wir unzählige Emotionen. Der vielleicht noch anfängliche Stress (eine Anreise kann viele Erlebnisse mit sich bringen) macht schnell einer Stimmungsverbesserung Platz. Manchmal haben wir plötzlichen einen inneren Dialog mit uns selbst oder wir gelangen in einen meditativen Zustand der Ruhe und Ausgeglichenheit.  

Nach der Wanderung verspüren wir Freude, Glück, Selbstzufriedenheit, Stolz und eine zufriedene Müdigkeit – in der Fachsprache Belastungsumkehr genannt. Wohlwissend, dass wir noch eine Heimkehr vor uns haben und diese je nachdem, wie weit wir von unserem Zuhause weg sind, lange dauern kann;-).  

Längerfristige Effekte des Wanderns

Durch das Wandern entsteht ein körperliches und psychisches Fitnessgefühl, die Selbstwirksamkeit, Selbstregulation sowie das Selbstvertrauen werden gestärkt. Wandern verbessert die Resilienz und führt zu einer Erhöhung der Lebensqualität und zu Guter Letzt zu mehr Gelassenheit:-).

Beim Wandern lernen wir auch, immer wieder loszulassen und uns vom Alltag zu distanzieren. Wir können unsere leeren Batterien aufladen, denn allein schon die Stimmung in einer Waldlichtung oder der Rundblick von einem Berg können uns in einen meditativen Zustand versetzen.

Es wundert somit nicht, dass die Schweizer Bevölkerung sich am liebsten in der freien Natur bewegt. Wandern ist nach wie vor die beliebteste Sportart in der Schweiz, das belegt auch die aktuelle Studie von Sport Schweiz  

In einem Artikel aus dem Jahr 2024 für unser Magazin «DAS WANDERN» hat Heinz Staffelbach einige wertvolle Tipps für erholsames Wandern aufgelistet, der eine oder andere Tipp kann man sicher für die nächste Wanderung oder den nächsten Spaziergang mit einpacken:-).

7 Tipps für erholsames Wandern

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