Wandern im Sommer

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Unterwegs zwischen Bodensee und Säntis Nr. 1941
Rehetobel, Dorf • AR

Unterwegs zwischen Bodensee und Säntis

Der leuchtendgelbe doppelstöckige Bus schlängelt sich durch das Appenzeller Land; entlang saftiger, grüner Wiesen und über sanft geschwungen Hügel. Das Ziel: Die Ortschaft Rehetobel mit den typisch appenzellischen Schindelhäuschen. Die Wanderung durch die ebenso typische Appenzeller Hügellandschaft führt abwechslungsreich über Wiesen und Weiden. Zwischendurch gibt es auch Strecken auf Hartbelag. Von der Bushaltestelle folgt man für den ersten Abschnitt der Wanderung dem Alpenpanoramaweg Richtung Heiden. Nach einem kurzen Aufstieg erreicht man den Kaienspitz, den höchsten Punkt der Wanderung. Vom unscheinbaren Gipfel hat man eine wunderbare, kontrastreiche Aussicht: in der einen Richtung thront der im Frühling noch schneeweisse Säntis, in der anderen liegt der tiefblaue Bodensee. Am Kaienhaus vorbei geht es hinunter nach Riemen und auf der anderen Talseite wieder hinauf. Nach dem Hof Spitz verläuft der Weg gemütlich über den langgezogenen Rücken hoch über Eggersriet. Dann geht es bergab durch Bärlauchfelder bis zur Martinsbrücke. Ab hier wandert man ein Stück auf dem Pilgerweg und begegnet auch entsprechenden Pilgerinnen und Pilgern mit schwerem Gepäck, langem Bart oder gebräuntem Gesicht. Über Wiesen, an Kühen und Höfen vorbei, werden die letzten Tiefenmeter absolviert. Ein letztes Mal tief einatmen heisst es vor dem kurzen, aber knackigen Aufstieg zurück nach Rehetobel. Sobald jedoch die Anhöhe Neuschwendi erreicht ist, erscheint der Kirchenspitz von Rehetobel, wo man auf die Frühlingswanderung anstossen kann.
Vom Tösstal aufs Hörnli Nr. 1942
Steg — a • ZH

Vom Tösstal aufs Hörnli

Mitten im Zürcher Oberland startet diese Wanderung zum bekannten Ausflugsziel Hörnli, das im Winter ein Schlittelparadies und im Sommer ein Treffpunkt für Wandernde und Bikende ist. Die Topografie der Route ist einfach zu beschrieben: ein steiler, kurzer Aufstieg, ein Gipfel und ein langer, flacher Abstieg. Abwechslungsreich ist die Wanderung trotzdem. Sie führt im mittleren Abschnitt zwischen Gfell und Höchstock über eine längere Strecke auf Hartbelag. Der Aufstieg von Steg hat es in sich, der Gipfel muss verdient werden. Belohnt wird man aber schon unterwegs: das Alpenpanorama wird mit jedem Schritt schöner. Der allerletzte Abschnitt zum Gipfel verläuft auf einem weiss-rot-weiss markierten Bergwanderweg, der hier aber keine besonderen Anforderungen stellt. Der atemberaubende Rundumblick vom Hörnli lässt die Strapazen dann rasch vergessen. Nach einem Kaffee auf der Restaurantterrasse oder einem Picknick aus dem Rucksack beginnt der Abstieg, den Wegweisern nach Gfell folgend. Der gut ausgebaute Weg führt vorerst noch über verwurzelte schmale Pfade, bevor er in die Teerstrasse nach Gfell übergeht. Bis nach Sternenberg wird diese nur selten verlassen, doch der motorisierte Verkehr hält sich in Grenzen. Der folgende Abschnitt führt mitten durch grüne Wiesen, an blühenden Kirschen- und Apfelbäumen vorbei, und endet im dichten Wald. Zu Beginn des Weges waren die Holzfäller am Werk und verbreiterten diesen. Kurz darauf wird er aber wieder schmaler und schlängelt sich durch den Wald hinunter nach Bauma. Bevor man mit dem Zug die Heimreise antritt, ist der Besuch der historischen Bahnhofshalle zu empfehlen, wo alte und gepflegte Dampfloks bestaunt werden können.
Rund um den Lag da Pigniu in der Surselva Nr. 1921
Andiast, vigt — u • GR

Rund um den Lag da Pigniu in der Surselva

Diese Wanderung beginnt in Andiast, einem charmanten Dorf in der Region Surselva. Wer sich vor dem Aufbruch stärken will, kann sich im Restaurant Postigliun von den Köstlichkeiten verwöhnen lassen. Ansonsten gibt es auf dieser Wanderung gleich drei schöne, eingerichtete Picknickplätze. Auf dem ersten Abschnitt führt der Weg an einem Bachufer mit vielen Pflanzen und Blumen entlang – die reinste Augenweide! Man durchquert saftige Weiden und erfrischend kühle Wälder. Die zwei letzten Kilometer vor dem Staudamm sind am schwierigsten, da es dort am steilsten ist und der Waldweg unebener wird. Der Stausee wird von einer eindrucksvollen Bergkulisse gesäumt. Sein türkisblaues Wasser erzeugt mit dem Smaragdgrün der Pflanzen ein reizvolles Farbenspiel. Beim Staudamm gibt es einen Picknickplatz mit einer Feuerstelle. Der Pfad am Ufer entlang ist angenehm und sicher. Je mehr man sich dem Ende des Tals nähert, desto beeindruckter ist man von der Höhe der Steilwände rund um den See. Erfrischendes Nass tost in imposanten Wasserfällen herab und demonstriert die Kraft der Elemente. Schliesslich mündet der Rundweg in die Alpstrasse, die zum Staudamm führt. Dieser hat zwei Besonderheiten: eine Kletterroute mit künstlichen Griffen und Tritten und ein Wandfresko des Künstlers Martin Valär. Es zeigt den russischen Marschall Suworow, der 1799 auf der Flucht vor der französischen Armee mit seinen Truppen den Panixerpass überquerte. Zum Dorf Pigniu gelangt man ganz einfach über die sanft abfallende Strasse. Der malerische Ort verzaubert uns mit seinen schmalen Gässchen und Häuschen. Wunderschön ist auch die kleine Kirche in der Dorfmitte. Durchquert man das Dorf, erreicht man an die Haltestelle des Postautos.
Zweitagestour zur Geltenhütte Nr. 1994
Lauenensee • BE

Zweitagestour zur Geltenhütte

Die Umgebung der Geltenhütte ist ein riesiger Spielplatz für Familien: Zwei Schwemmebenen laden zum Baden und Spielen ein, mehrere Wasserfälle können hautnah besucht werden. Im Herbst pflücken mutige Kinder gar erste Eiszapfen. Da lohnt es sich, genügend Zeit zu haben. Und das ist der Fall auf dieser Zweitageswanderung. Sie beginnt am berühmten Louwenesee bei Gstaad, folgt die ganze Zeit dem Gältebach. Langweilig wird es nie: Wasserfall folgt auf Wasserfall, Picknickplatz auf Spielplatz, und im unteren Teil hat es genügend Holz fürs Bräteln. Die Wanderung überwindet in zwei Stufen rund 600 Höhenmeter, dazwischen liegt ein flaches Tälchen, der Undere Feisseberg, an dessen Ende der imposante Gälteschutz stiebt. Besonders der zweite Aufstieg ist für Kinder konditionell anstrengend und auch technisch fordernd. Im oberen Drittel führt er hinter einem kleinen – manchmal aber auch ausgetrockneten – Wasserfall hindurch. Abschüssige Stellen gibt es kaum. Dafür sind die Ausblicke auf die Berge rundherum eindrücklich. Mehrmals beeindruckt der Bach, dessen Wasser sich tief in den Stein gefressen hat. Mit vielen Eindrücken im Kopf erreicht man schliesslich die Unterkunft. Die wunderschön gelegene Geltenhütte des Schweizer Alpen-Club ist gut für Familien eingerichtet.
Coole Höhle im Val de Travers Nr. 1995
Les Sagnettes, bif. Charbonni — t • NE

Coole Höhle im Val de Travers

Der unterirdische Gletscher Glacière de Monlési im Val de Travers ist ein supercooles Entdeckerparadies für mutige Kinder. Das Eis bildet sich im Winter, wenn sich kalte Luft in der Höhle senkt und Wasser, das durch das Gestein eindringt, zum Gefrieren bringt. Im Sommer kann diese kalte Luft nicht entweichen, und das Eis schmilzt nicht. Der versteckte Eingang zur Gletscherhöhle liegt in einem 20 Meter tiefen Loch und ist über einen steilen Pfad und über eine Leiter erreichbar. In der Höhle geht man auf einer 10 Meter dicken Eisschicht und bestaunt natürliche Eisskulpturen. Tipp: Taschenlampe mitnehmen und lange Kleider anziehen, am besten auch Handschuhe. Es ist dunkel, kalt und rutschig in der Eishöhle. Ist man zurück an der Oberfläche, lassen sich an einer der umliegenden Feuerstellen wunderbar Cervelats bräteln. Gestärkt geht es auf demselben Weg zurück zur Strasse und danach über offenes Weideland hinunter Richtung Couvet. Der Weg führt nach ca. 1,5 Stunden wieder in den Wald. Ein Stück Schokolade hebt die Konzentration für den jetzt folgenden steilen Abschnitt, den Corridor au Loup. Der schmale Weg führt unter einem überhängenden Felsen der Wand entlang. Kleinere Kinder müssen hier an der Hand geführt werden. Durch den Wald geht es weiter bis zum Bahnhof von Couvet.
Märchenhafte Suonenwanderung bei Unterbäch Nr. 1996
Brand (Unterbäch) — n • VS

Märchenhafte Suonenwanderung bei Unterbäch

Schiffchen bauen und die Füsse im kalten Wasser baden: Wanderwege entlang von Suonen sind wunderbare Spielplätze für Kinder und ein Klassiker für Familien. Die Alte Suon oberhalb von Unterbäch eignet sich besonders gut auch für kleine Kinder, weil sie kaum ausgesetzte Passagen enthält. Von der Seilbahnstation Unterbäch geht man am besten direkt zur Sesselbahn, die auf die Brandalp führt. Zwar würde der grossartige Wasserspielplatz im Dorf gut auf die Wanderung einstimmen, aber es besteht die Gefahr, dass die Kinder dann gar nicht mehr wandern wollen. Mit der Zweiersesselbahn gehts gemütlich hoch zur Brandalp. Für den Aufstieg zur Suone sind Motivationstricks gefragt. Oben angekommen ist es an der Zeit, die Schiffchen zu basteln. Dies könnte man auch bereits auf der Anreise tun. Ins Gepäck gehören also neben der Wanderausrüstung auch Korkzapfen, «Gummeli» und Zahnstocher für die Segel. Die Schifflein können auch vor Ort mit Holzrinde und Blättern gebaut werden. Schiff ahoi! Im Bereich des Löübbachs hat es einige Stellen, die Trittsicherheit erfordern. Hier empfiehlt es sich, die Kinder zur Vorsicht zu mahnen oder sie kurz an die Hand zu nehmen. Bald ist das Ziel in Bürchen erreicht. Hier gibts ein kleines Lädeli und verschiedene Restaurants. Diese laden zur wohlverdienten Glace ein.
Zur Wartburg hinauf Nr. 1998
Aarburg-Oftringen — n • AG

Zur Wartburg hinauf

Als die Eidgenossen im Jahr 1415 den Aargau eroberten, plünderten Berner Truppen beide Wartburgen und brannten sie nieder. Alt Wartburg zerfiel zur Ruine. Was für ein Glück für die Kinder, denn ihre Mauern laden heute zum Klettern ein. 200 Meter nördlich thront das Schlösschen Neu-Wartburg, besser bekannt als Sälischlössli. Die ehemalige Hochwacht wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in kitschig-historisierender Form erbaut und beherbergt heute ein Restaurant. Kleine Ritter und Prinzessinnen werden hier mit Glace verwöhnt. Ihre Gefolgschaft labt sich überdies am prächtigen 360-Grad-Panorama. Die Wanderung startet am Bahnhof Aarburg und führt in wenigen Minuten an den Waldrand. Von hier schweift der Blick über die imposante Festung Aarburg bis zu den Juraketten. Stetig sanft ansteigend führt der Weg zum Grillplatz im Wartburgwäldli. Auf halbem Weg der Tour, direkt an der Grenze der Kantone Aargau und Solothurn gelegen, befinden sich Alt und Neu-Wartburg. In Kehren erfolgt der Abstieg ins Müliloch und weiter zum Wildpark Mühletäli, Domizil für Hirsche, Ziegen, Walliser Landschafe und putzige Waschbären. Die verbleibenden 30 Minuten durch Siedlungsgebiet zum Bahnhof Olten können alternativ per Bus zurückgelegt werden.
Sportlich auf die Musenalp Nr. 1979
Buochs, Post — p • NW

Sportlich auf die Musenalp

Gleich vorneweg: Diese Alpinwanderung ist nur für sportliche und schwindelfreie Personen geeignet. Für diese aber umso mehr: Der rund dreistündige Aufstieg ab Buochs zum Guberntossen führt gefühlt in Luftlinie auf den Grat. Eine erste Verschnaufpause bietet sich an beim Ribihuisli: Es wurde 1914 erbaut und besteht vom Boden bis zum Dach aus Holz. Die Schindelwände sind mit Hirschgeweihen geschmückt, sogar die Dachrinnen sind aus Holz, und die Tür ist mit einem Muster aus Ästen verziert. Vom Ribihuisli auf den Grat ist die Markierung in Weiss-Blau-Weiss gerechtfertigt: Die exponierten Stellen durch den Gitzitritt, das Felsband auf 1400 m ü.M., sind aber mit Stahlseilen gesichert. Kurz nach dem Guberntossen eröffnet sich der Blick erstmals auf den Vierwaldstättersee und das Bergpanorama. Der Aufstieg aufs Buochserhorn will aber erst noch mit weiteren 250 Höhenmetern verdient werden. Hier lohnt sich eine ausgedehnte Aussichtspause, bevor der zweite, sehr attraktive Teil der Wanderung folgt: Nach einem kurzen Abstieg zum Bleikigrat erreicht man die Rätzelen, die zweite Strecke mit weiss-blau-weissen Markierungen. Wer diese umgehen möchte, findet weiter unten einen Bergwanderweg als Alternative. Auf dem Alpinweg fühlt sich das Wandern an wie leichtes Klettern: Die Hände sind stets im Einsatz, das Hochziehen und das Vorausschauen machen Spass. Die letzten 20 Minuten auf der Musenalp führen über eine Bergwiese zum zweiten Gipfelkreuz des Tages, dem Bergrestaurant. Und auf dessen Terrasse wartet bereits die weitherum bekannte Bratkäseschnitte.
Fünf Bahnen, eine Wanderung Nr. 1978
Wolfenschiessen • NW

Fünf Bahnen, eine Wanderung

Die Kleinseilbahnen in Nidwalden haben eine mehr als 100-jährige Tradition. Mehr als 40 Bahnen gab es einmal. Knapp zwei Dutzend sind geblieben. Sie sind oft die einzige Verbindung der Berggüter oder der Alp mit dem Tal. Auf dieser Wanderung fährt man mit fünf Bahnen. Dazwischen geht es zu Fuss auf schönen Pfaden etwas mehr als 1300 Meter hinauf und etwas weniger Höhenmeter hinunter. Die «Feyf-Bäändli-Tuir» startet mit der Fahrt in der Brändlenbahn. Von deren Bergstation geht es über einen Fahrweg und anschliessend auf einem Pfad durch den Wald Richtung Oberrickenbach. Beim Hof Schiltli steigt der Weg über Weiden zum Schmiedsboden an. Auch dieses Berggut ist nur durch eine Bahn erschlossen. Sie fährt nach Oberrickenbach hinunter. Nun folgt man der Strasse taleinwärts bis zum Weiler Fell im Talabschluss. Linkerhand – neben der Talstation der Bannalpbahn – sieht man die Kleinseilbahn zum Berggut Oberspies, wo man in die offene Bahn umsteigt zur Alp Sinsgäu hinauf. Es folgt das Herzstück dieser Wanderung: Bei der Alp Widderen führt der Weg nach links der steilen Flanke des Brisens entlang und steigt dann über einen Zickzackweg zum Grat an. Keine Frage, den Gipfel nimmt man mit. Zurück bei der Abzweigung, geht es zum Haldigrat und zur Sesselbahn hinunter zum Alpboden. Am Waldrand oberhalb der Talstation steht der nächste Wegweiser. Man folgt der Waldstrasse bis zur Abzweigung «Hütti». Hier nimmt man die Waldstrasse links. Die Strasse wird wieder zum Pfad, der zur Brändlen und zur Bahn zurückführt.
Über die Emmetter Alpen Nr. 1981
Niederbauen — ) • NW

Über die Emmetter Alpen

Die blaue Kleinseilbahn fährt von Emmetten zur Aussichtsterrasse auf der Niederbauenalp. Es ist eine Alp mit fünf Staffeln, wovon drei besten Käse produzieren und anbieten. Toll ist auch die Aussicht vom Niederbauen: Der Fronalpstock gegenüber ist mächtig und felsig, der Urnersee blau, und der Oberbauen, wohin die Wanderung führt, scheint ganz nah. Von der Bergstation mit dem Gasthaus geht es auf breiter Alpstrasse bis zur Abzweigung zur Alp Tritt mit dem Alpbeizli (Tritthütte) – der letzten Gelegenheit für einen morgendlichen Kaffee – und weiter steil den Berg hinauf auf die Niderbauen-Chulm. Die Aussicht auf Berge und den See ist mit 360 Grad umfassend, mit dem Urner Bristen weit hinten, den Mythen, der Rigi und dem Oberbauen gegenüber. Unterhalb der Felsen dieses Stocks geht die Wanderung weiter. Dazu steigt man hinunter zum Hundschopf – der kein Hund-Schopf ist, sondern ein Hunds-Kopf –, quert die Niederbauenalp und steigt auf der anderen Seite zum Faulberg auf, wo auch der Wildbeobachtungspfad beginnt, dem man über die Oberbauenalp bis zum Wandeli folgt. Hier, bei einem Hüttlein mit Sitzbänken, Grillstelle und Tischen, nimmt man den Weg rechts. Dieser führt durch Wald und über Wildbachrunsen hinüber zur Alp Isital. Bald schon zweigt der Weg rechter Hand ab. Es geht Richtung Rinderbüel zum Berggasthaus Stockhütte mit dem grossen Kinderspielplatz und der gleichnamigen Gondel, die den ganzen Tag ohne Unterbruch bis um 17 Uhr nach Emmetten zum Dorfplatz hinunterfährt.
Über den waldigen Wirzweligrat Nr. 1980
Grafenort — i • NW

Über den waldigen Wirzweligrat

Dreimal Seilbahnfahren auf einer einzigen Wanderung – die Kinder für diese Familienwanderung zu überzeugen, dürfte nicht allzu schwierig sein. Zumal zwei der Bahnen kleine Kabinen haben, und das allein schon für etwas Bauchkribbeln sorgt. Die Wanderung beginnt in Grafenort und führt von dort 20 Minuten der Engelberger Aa entlang. Die erste Bahn fährt auf Bielen, wo man den Gleitschirmpiloten beim Start zuschauen kann. Man wandert der teilweise steilen Talflanke entlang, meist durch den Wald und ungefähr die Höhe haltend, bis Hinterdiegisbalm, zur Mittelstation zweier Seilbahnen. Die obere bringt die Wandernden auf die Oberalp. Für die kleinen Seilbahnen ist es übrigens wichtig, abgezähltes Kleingeld mitzunehmen. Von der Oberalp geht es durch eine Wiese steil bergauf, eine Picknickpause mit viel Aussicht drängt sich auf. Einmal die Höhe erreicht, traversiert der Weg hinüber zur Gummenalp; wer nicht mehr mag, kann hier die Bahn hinunter nach Wirzweli nehmen. Die anderen steigen hinauf zum Gipfelkreuz auf dem Gummen. Der Weg führt alsdann dem Wirzweligrat entlang durch den Wald und ist nirgends ausgesetzt. Mutige wählen bei Pt. 1510 einen kleinen Trampelpfad und wagen vorsichtig, am besten bäuchlings, einen Blick über den Grat hinaus. Am Ende des Grats beginnt ein Alpsträsschen mit Naturbelag, das hinunter zur Bergstation Wirzweli führt. Hier steigen die Kinder in die dritte Gondel und runden den Tag mit der Talfahrt ab.
Von der Areuse zum Neuenburgersee Nr. 1982
Boudry Littorail — l • NE

Von der Areuse zum Neuenburgersee

Fluss oder See? Wer sich nicht entscheiden mag, ist bei dieser kurzen Uferwanderung gleich doppelt bedient. Deshalb Badesachen einpacken und los gehts: Ausgangspunkt ist Boudry. Wie bei vielen Ortschaften auf der nördlichen Seite des Neuenburgersees prägen auch hier Rebberge die Landschaft. Die Route startet gleich hinter der Haltestelle «Boudry Littorail» an der Areuse, einem der Hauptzuflüsse des Neuenburgersees. Nach einem kurzen Stück flussabwärts führt eine Brücke auf eine kleine Halbinsel. Diese gehört zum Landschaftsschutzgebiet «Zone naturelle du Pervou», das als Erholungszone und Ausgleichsfläche angelegt wurde. Informationstafeln geben Auskunft über die Biodiversität des Parks – beispielsweise über den Teich, die Fauna und Flora oder die Fischtreppe. Mittendrin ist das Restaurant La Maison du Pervou. Unter dem Autobahnviadukt geht es ein zweites Mal über die Areuse. Entlang des Ufers spenden die Bäume viel Schatten, und der See rückt immer näher. Kurz vor der Mündung zweigt der Weg nach links ab zum Plage de Boudry. Und plötzlich liegt er vor einem, der grösste, komplett in der Schweiz liegende See – der Neuenburgersee. Gleich vier Kantone teilen ihn sich: Freiburg, Waadt, Bern und Neuenburg. Auf dem Sentier du Lac folgen nun immer wieder Plätze zum Baden oder Verweilen, wie etwa der Plage de Colombier. Das zurückhaltende Rauschen der kleinen Wellen, die rasch wieder in den Kieselsteinen verschwinden, vorbeifahrende Kanus oder kleine Strände lassen Ferienstimmung aufkommen. Wer dabei Hunger bekommt, ist in Auvernier – dem Ziel dieser Ge- nusswanderung – in der Brasserie du Poisson gut aufgehoben. Zu einem Glas Neuenburger Wein werden Fisch- und Brasseriegerichte serviert.
Durch das wilde Erstfeldertal Nr. 1983
Bodenberg — d • UR

Durch das wilde Erstfeldertal

Das Erstfeldertal ist eindrücklich und wild. Wild sind auch die 300 Geissen, die auf der Alp Chüeplangg sömmern. Die Hirten ziehen mit ihnen tagsüber unterhalb die Firnfelder, wo die feinen Kräuter wachsen. Der Geisskäse ist denn auch ganz ausgezeichnet. Lohnend ist auch das Bad im Moorsee, dem Fulensee, unterhalb der Kröntenhütte. Es ist eine Wanderung mitten in eine urgewaltige Bergkulisse hinein. Die Wanderung beginnt beim Bodenberg, bis wo das Alpentaxi fährt. Von hier folgt man ein kurzes Stück auf dem Talweg dem Alpbach entlang bis zum Bergheimet Mettlen und nimmt den Weg rechts durch den märchenhaften Sulzwald. Nach einem Älpeli quert ein Steg den Alpbach, dem man bergaufwärts folgt. Es rauscht, schäumt und zischt. Bald schon folgt der steile Aufstieg zur Alp Chüeplangg, wo Ziegen weiden. Von der Alp Chüeplangg führt der Weg am 100 Meter hohen Wasserfall vorbei. Kurz bevor das Tal endet, macht er eine scharfe Kehre und steigt zum Fulensee an, einem Moorsee. Das Wasser ist warm, es ladet zum Bad. Am Rand des Moors erreicht man den Felsen, auf dem die Kröntenhütte thront. Bei Pt. 1885 ist für diejenigen, die den kurzen Weg zur Kröntenhütte scheuen, der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Steil, über Stock und Stein, geht es talauswärts bis Pt. 1332. Hier nimmt man den Weg links und steigt zum Älpeli mit dem Steg ab, den man noch einmal quert, und wandert nun talauswärts und via Oberberg und Rüteli zum Weiler Wilerli mit der roten Kleinseilbahn hinunter ins Reusstal. Von der Talstation ist es eine letzte halbe Stunde der Reuss entlang talaufwärts nach Erstfeld.
Unterwegs auf der Via Berna Nr. 1984
Engstlenalp — f • BE

Unterwegs auf der Via Berna

Man ahnt schon auf der Fahrt mit dem Postauto hoch ins tief eingeschnittene Gäntel (Gental), dass es später auch zu Fuss interessant wird. Startpunkt ist die Engstlenalp mit dem pittoresken See und dem markanten Berghotel. Die Wanderung führt Richtung Tannalp, auf dem neuen Fernwanderweg Via Berna, der auf diesem Abschnitt mit der Via Alpina geht. Kaum gehts los, bestätigt sich die Vorfreude. Schon in der ersten Stunde eröffnet es einem atemberaubende Blicke hinunter ins Gental und hinüber ins vergletscherte Gauligebiet. Alles ist hier feudal abgesichert, nur wenn Mountainbiker entgegenkommen, wird es gelegentlich etwas eng. Auf der Tannalp folgt ein kurzes Rendez-vous mit der Freizeitgesellschaft, die lieber gefahren wird, als dass sie selbst geht. Auf dem asphaltierten Strassenstück, das von der Bergstation Melchsee-Frutt dem Tannensee entlangführt, verkehrt sogar eine Zugskomposition. Man ist froh, auf den ruhigen Weg zum Bal- meregghoren abzweigen zu können. Der Weg wird schmal, nirgends heikel, aber wer nicht schwindelfrei ist, dürfte auf dem Grat herausgefordert sein. Belohnt wird man reich – mit einer Horizonterweiterung über die Berge des Oberhasli. Man ist fast ein wenig erleichtert, wenn nach den vielen Tiefblicken das Panoramarestaurant Alpentower in Sichtweite kommt. Von Planplatten auf den Hasliberg wartet dann ein saftiger Abstieg von ca. 1200 Höhenmetern, jedoch auf einem angenehmen, nie zu steilem Weg.
Ein Weg zum 40. Geburtstag des Kantons Jura Nr. 1985
Glovelier — e • JU

Ein Weg zum 40. Geburtstag des Kantons Jura

Aus Anlass zum 40-jährigen Bestehen des Kantons Jura wurde 2019 ein Gedenkweg eingeweiht. Dieser wurde von Freiwilligen von Jura Rando angelegt und führt von Glovelier nach St-Ursanne. Nach der Durchquerung von Glovelier geht es hinauf in die Combe du Bé. Der Aufstieg durch die Schlucht ist steil, wird auf dieser Wanderung aber fast der einzige bleiben. Auf der Krete lichtet sich der Wald und gibt den Blick frei ins Vallée de Delémont. Hier oben betten sich Wiesen und Weiden in eine hügelige Landschaft ein, wie sie auch für die nahen Freiberge typisch ist. Nach der Passage des Punkts, an dem die drei jurassischen Bezirke Delémont, Porrentruy und Franches-Montagnes zusammentreffen, beginnt schon bald der Abstieg zum Doubs. Der einem Felsvorsprung entlang verlaufende Pfad fällt steil ab, und es lässt sich leicht erahnen, wie viel Arbeit hier von den Freiwilligen geleistet wurde. Auf einem wieder etwas breiteren Weg gelangt man nach Tariche, wo ein Restaurant und ein Campingplatz Gäste am Ufer des Doubs empfangen. Hier kann mit einer Fähre übergesetzt werden – ist diese nicht in Betrieb, bleibt man bis zur Brücke bei Montmelon-Dessous auf der Südseite des Doubs. Die Route folgt dem gemächlich dahinfliessenden Doubs, bevor der Anblick des 1876 eingeweihten Eisenbahnviadukts das letzte Teilstück ankündigt. Das im Berg dahinter klaffende Loch stammt von einer ehemaligen Kalkmine, in der mittlerweile an der Lagerung von radioaktiven Abfällen geforscht wird. Den Abschluss der Wanderung bildet der Weg über die historische Pont Saint-Jean hinein ins mittelalterliche Städtchen St-Ursanne.
Zwei Tage im Hinteren Lauterbrunnental Nr. 1986
Mürren BLM — l • BE

Zwei Tage im Hinteren Lauterbrunnental

Wer gerne zurückblickt und sieht, was er schon geleistet hat, findet Gefallen an dieser Zweitageswanderung: Gimmelwald ist am ersten Tag praktisch immer sichtbar und das Hotel Obersteinberg am zweiten. Aber auch sonst lässt sich die Aussicht mit dem Schilthorn und den Gipfeln rund um den Talkessel beim Schmadrigletscher nicht lumpen. Nach der Fahrt in der Luftseilbahn nach Gimmelwald folgt man der Naturstrasse ins Sefinental, überquert die Brücke und steigt steil den Busenwald hinauf. Der Weg ist technisch einfach, konditionell aber anspruchsvoll. An der Waldgrenze hat man die Höhe geschafft – wer noch mag, geht aufs Tanzbedeli, um eine fantastische Aussicht zu geniessen. Nun geht es über eine steile Fluh, Schwindelfreiheit ist nötig. Bald sieht man unter sich das Hotel Obersteinberg. Es hat keinen Strom, man isst romantisch im Kerzenlicht. Am zweiten Tag führt der Weg ins Tal hinein, an grossen Felsen vorbei, über Matten und entlang des Baches Tschingel-Litschina, eingerahmt von steilen Bergzügen. Man erreicht den kleinen Oberhoresee, dann das breite Bett des Chrummbachs. An beiden Orten lässt es sich verweilen, bevor man über die Oberhoremoräne wandert und auf dem Vorfeld des Breithorngletschers ankommt. Er hat sich stark zurückgezogen, das Gletschertor ist weit hinten und kann besucht werden. Vorsicht, am Rand können Steine herunterfallen. Wer noch mag, steigt auf zur kleinen, unbewarteten Schmadrihütte. Die anderen machen sich auf den langen Heimweg, der zuerst angenehm, dann mehr und mehr steil 1200 Meter abfällt. Das ist viel, dafür wandert man in der Abendsonne.
Vom Appenzeller Vorderland ins Rheintal Nr. 1975
Oberegg AI, Post — n • AI

Vom Appenzeller Vorderland ins Rheintal

Diese Wanderung vom Appenzeller Vorderland ins St. Galler Rheintal wartet mit einer überraschenden Vielfalt auf. Schon der Start ist speziell. Das Dorf Oberegg blieb während der Reformation seinem Glauben treu. Es schloss sich dem katholischen Kanton Appenzell Innerrhoden an und wurde so zur Exklave. Ob reformiert oder katholisch – tüchtig auf und ab geht es immer im Appenzellischen. So sind auch bis auf die Anhöhe St. Anton einige herausfordernde Steigungen zu bewältigen. Als Entschädigung gibt es Landidylle pur: schöne Appenzeller Bauernhöfe und blumenübersäte Wiesen. St. Anton ist der Aussichtspunkt schlechthin. Das Rheintal, der Alpstein, die Bündner Alpen und so manche Spitze im benachbarten Österreich und Allgäu kann man erkennen. Im abwechslungsreichen Abstieg durch den Rundenwald und an der Burgruine Hoch Altstätten vorbei erreicht man bei Boden den Permakulturhof Morgarot. Er wird von Manuela und Marcel Schmid im Einklang mit der Natur und den natürlichen Kreisläufen bewirtschaftet. Das zeigt sich in der Lebendigkeit der Kulturen. Ein kurzes, unmarkiertes Wegstück führt vom Permakulturhof der Strasse entlang zum Einstieg ins Mültobel und zum Schlussabstieg nach Lüchingen. Das Tobel ist eine Nummer für sich: wild, von Felsen und einem ungestümen Bach geprägt und reich bestückt mit urwüchsigem Wald. Der Weg schlängelt sich über Brücken, Stufen und Treppen talwärts und entlässt einen beim Hallen- und Freibad Oberes Rheintal. Wer mag, stattet noch dem nahe gelegenen Marktstädtchen Altstätten einen Besuch ab.
Farbenpracht im Appenzellerland Nr. 1976
Appenzell — d • AI

Farbenpracht im Appenzellerland

Hellblau, knallgrün und leuchtgelb – die Wanderung beginnt farbenfroh. Mit der bunten Pracht sind nicht etwa die Frühlingsblumen gemeint, die um die Gunst der Insekten buhlen, sondern die bemalten Holzfassaden an der Hauptgasse in Appenzell. Mit ihrer Schönheit locken sie ins Innere, wo regionale Köstlichkeiten und traditionelles Handwerk angeboten werden. Die Hauptgasse ist nur ein Steinwurf vom Bahnhof entfernt. Sie führt vorbei am Landsgemeindeplatz zum Gymnasium St. Antonius. Gegenüber biegt die Route rechts auf den Appenzeller Kapellenweg ab. An den Kreuzungen folgt man stets den Wegweisern in Richtung Himmelberg. Allmählich wird es grüner und hügeliger. Beim Weiler Münz verrät eine Infotafel, dass hier in der alten Mühle zwischen 1737 und 1742 die Innerrhoder Münzen geprägt wurden. Kurz darauf erweckt ein Kapellchen die Aufmerksamkeit, es ist ein Dankeszeichen für die Verschonung vor der Pest. Im Schattenwald steigt man rund 300 Höhenmeter auf den Himmelberg hinauf und weiter zur Chuterenegg. Gegenüber thront in der Weite das Alpsteinmassiv. Weiter geht es wieder hinunter nach Gonten und über Hütten durch die Sumpflandschaft nach Gontenbad, dem Ziel der Wanderung. Unterwegs geht es über zwei neue Brücken. Bei deren Bau waren auch Wirte des Bergwirtevereins Alpstein beteiligt. Diese leisten jährlich um die 1000 Stunden Fronarbeit für den Unterhalt der Wanderwege. Ob deshalb der Ort bei der Brücke über den Kaubach so gastfreundlich mit einer Bank und Feuerstelle zum Picknick einlädt? So oder so – liebe Grüsse aus Gontenbad an alle Bergwirte, die sich um die Wanderwege kümmern.
Hoch hinaus zur Gelmerhütte Nr. 1990
Gelmersee — n • BE

Hoch hinaus zur Gelmerhütte

Die Gelmerbahn gilt als die steilste offene Standseilbahn Europas mit einer maximalen Steigung von 106 Prozent. Sie fährt einen in zwölf Minuten von Handegg auf 1412 Metern ü. M. bis an den Gelmersee auf 1860 Metern – zum Teil fühlt es sich fast überhängend an. An schönen Sommertagen ist sie oft ausgebucht. Der Gelmersee ist ein wunderschöner Stausee, dessen Wasser türkisfarben glitzert und der von steilen Felswänden umgeben ist. Hier kam es 2017 zu einem Felssturz, der mehrere Wanderer verletzt hat. Seither ist nie mehr etwas passiert, doch gibt es markierte Bereiche, in denen man nicht anhalten sollte. Ausserdem werden regel-mässig Sicherheitssprengungen durchgeführt. Der Weg rund um den See wird von vielen wander-unerfahrenen Touristen in Turnschuhen besucht, schlägt man aber bei Undrist Diechter den Pfad Richtung Gelmerhütte ein, wird es einsamer. Steil geht es hinauf, immer wieder hat man eine wunderbare Aussicht auf den See, der stets kleiner wird. Man hält auf eine kleine Kuppe zu. Hat man sie erreicht, sieht man die Gelmerhütte, die etwa 150 Höhenmeter weiter oben liegt. Nach einer Stärkung auf der Hütte geht es auf demselben Weg hinunter, spektakulär um den See herum und bis zur Staumauer. Hier lohnt sich ein letzter Blick zurück, bevor man den steilen, aber schönen Weg hinunter nach Chöenzetennlen einschlägt, wo sich ein Parkplatz und eine Postautohaltestelle befinden.
Auf alten Wegen im Maggiatal Nr. 1991
Cevio, Centro — e • TI

Auf alten Wegen im Maggiatal

Von Wegen wie diesem muss es im Maggiatal unzählige geben. Und darum ist es gut möglich, dass man während Stunden niemandem begeg-net. Stattdessen taucht man ein in eine vergangene und etwas unheimlich anmutende Welt. In Cevio aber ist alles noch bevölkert, die Busse sind voll, es gibt Läden und Beizen. Man begibt sich sofort auf alte Saumpfade und quert den Dorfteil Rovana mit seiner eindrücklichen Kirche, bevor man über die Rovana und an einem Altar vorbei definitiv in den Wald eintaucht. Der Pfad ist steil und steinig, aber wie die meisten Wege sind hier sehr gut erhalten. Bei der ersten und einzigen Abzweigung hält man sich rechts, um das Geisterdorf Faido zu erreichen. Natürlich gibt es hier zuhauf aufgegebene Steinhäuser, aber ein ganzes Dorf mitten im Wald ist doch ungewöhnlich. Und auch unheimlich. Einige der Häuser sind gut erhalten, mehrstöckig, mit Türen, Balkonen und Höfen. Hier muss es einmal laut und betriebsam gewesen sein. Jetzt ist es still und geheimnisvoll. Nur der Bach plätschert munter mittendurch. Von hier aus steigt der Pfad steil an. Er ist gut aus-gebaut, manchmal sind sogar lange Treppen aus Steinen ausgelegt. An einem Ort ist eine Jahreszahl eingeritzt: 1893. Immer wieder kommt man an Häuserruinen vorbei, gelegentlich auch an Kapellen und Altären. Bis man schliesslich aus dem Wald auftaucht. Hier oben gibt es wieder mehr Leben, ausgebaute Steinhäuser, die als Ferienresidenzen genutzt werden. Nach Rotonda führt sogar eine Transportbahn. Ab hier geht ein ebenso gut erhaltener und steiler Saumpfad hinunter nach Linescio.
Über die Alperschällilücka ins Safiental Nr. 1992
Sufers, Underem Dorf — s • GR

Über die Alperschällilücka ins Safiental

Auf der Alperschällilücka fühlt man sich ganz klein. Und gleichzeitig ganz gross. Man ist umgeben von imposanten Berggipfeln, dem Alperschällihora, den Grauhörnern, dem Teuri-horn. Meistens pfeift einem der Wind um die Ohren. Man hat einen stundenlangen, einsamen Aufstieg hinter sich und einen stundenlangen einsamen Abstieg vor sich. Und dieser Abstieg hat es in sich. Aber der Reihe nach. Die Wanderung beginnt in Sufers, wo man sich ein letztes Mal mit Lebensmitteln eindecken kann. Gleich nach dem Dorf beginnt der Aufstieg, der von nun an nur noch auf schmalen Pfaden erfolgen wird. Bevor man in den Wald eintaucht, kann man noch einen letzten Blick auf das Dorf werfen, auf die imposante Kirche und den See. Dann steigt man bis zur Alperschällilücka nur noch hoch, zuerst durch den Wald, dann über Wiesen, schliesslich durch Geröllhalden. Man ist nun weit über der Baumgrenze, es ist still, selbst im Juli findet man hier noch vereinzelte Schneefelder. Hat man die Alperschällilücka erreicht, geht es zuerst über Schotter und dann über Steinfelder hinunter. Kurz vor einem kleinen Schmelzwassersee könnte man abbiegen Richtung Cufercalhütte. Ansonsten kommt man bald zum Höllgraben, der seinen Namen nicht zu Unrecht trägt: Über glitschigen Schotter geht es steil und rutschig hinunter, nebenan der wilde Bergbach, der im Frühsommer viel Schmelzwasser führt und den man später – am besten barfuss – überquert. Jetzt geniesst man den Blick ins verwunschene Safiental, geht aber noch lange auf schmalen Wegen über Bergweiden, bis man zur Alp Piggamad kommt. Von hier aus geht es leichtfüssig dem Talboden entlang bis Turra, wo das Postauto fährt.
Von Romainmôtier nach La Sarraz Nr. 1993
Romainmôtier, église — z • VD

Von Romainmôtier nach La Sarraz

In Romainmôtier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Keine Neubauten sind zu sehen, stattdessen historische Häuser, mit Blumen verziert, einige Gasthöfe laden zum Einkehren ein. Zu Beginn der Wanderung passiert man die Abteikirche mit ihrem grossen Innenhof und die Touristeninformation. Von hier aus führt der Weg aus dem Dorf an einem Bauernhof mit Hofladen vorbei und Richtung Wald. Die Wanderung wird von nun an bis fast zuletzt ständig am Bächlein Le Nozon entlangführen. Häufig ist man im Wald, sodass sie auch an heissen Sommertagen nicht allzu anstrengend wird. Nur die Vielzahl an Möglichkeiten bei den Wanderwegweisern mag verwirren. Hier gilt der Grundsatz: Im Zweifelsfall den Weg dem Bach entlang wählen. In Croy führt der Pfad weiter dem kleinen Bach entlang, immer wieder gibt es Brücklein, die in Privatgärten führen. Und mehrere Anwohner sind auf die Idee gekommen, kleine Selbstbedienungskiosks einzurichten. Es ist malerisch hier. Doch es lohnt sich, den Mittagshalt noch etwas aufzusparen für den Wasserfall. Die Cascade du Dard liegt mitten im Wald. Bei schönem Wetter ist es möglich, hier zu planschen und zu grillieren, was auch Kindern und Hunden gefällt. Danach geht es auf Waldpfaden weiter. Mehrmals passiert man dabei Passagen, an denen der Wald wie verwunschen wirkt, weil Bäume und Boden von Moos oder Flechten überwachsen sind. In La Sarraz schliesslich trifft man wieder in der Gegenwart ein, passiert die gut besuchte Badi und ein Viertel, in dem es praktisch nur Neubauten gibt, bevor man schliesslich beim Bahnhof eintrifft.
Dem See entlang zur Hohlen Gasse Nr. 1987
Risch, Dorf — i • ZG

Dem See entlang zur Hohlen Gasse

Es ist der vielleicht schönstgelegene Friedhof der Schweiz: Steigt man in Risch aus dem Bus, sind es nur ein paar Minuten bis zur Kapelle der Pfarrei St. Verena, die von einem kleinen Friedhof umgeben ist. Der Ort bietet einen atemberaubenden Blick auf den Zugersee. Ruhig gleiten ein paar Boote über den See, Vögel zwitschern, Schafe blöken. Man könnte sich keinen friedlicheren Ort vorstellen. Von hier aus führt der Wanderweg weg vom See, hinter den ersten Villen vorbei und in den Wald, wo er am sogenannten Chilchberg etwas ansteigt, bevor man sich in saftigen Wiesen wiederfindet. Kurz schwenkt der Weg auf die Autobahn zu, doch dann zweigt er ab Richtung See. Traditionelle Bauernhöfe, die mit ihren prachtvoll verzierten Holzbauten beeindrucken, stehen in unmittelbarer Nähe von imposanten Villen. Richtung Itelfingen werden die Häuser dann wieder bescheidener, bevor man schliesslich die Halbinsel Chiemen erreicht. Und allein für diese lohnt sich alle Mühe. Der Pfad dem See entlang trägt zu Recht den Beinamen «Wurzelweg». Es ist ein romantischer, ursprünglicher, manchmal etwas steiniger Weg, der mit vielen pittoresken Grillstellen und geschützten Badeplätzen aufwartet. Bei Baumgarten verlässt man den Pfad und hat mit dem «Baumgärtli» noch eine Möglichkeit einzukehren, bevor man den Rest der Wanderung auf asphaltierten Strässchen absolviert. Über Immensee gelangt man zur Hohlen Gasse. Mit etwas Glück erhascht man zwischendrin noch einen Blick auf die Rigi, bevor man den Bahnhof von Küssnacht am Rigi anpeilt. Wer nicht mehr wandern mag, nimmt ab «Hohle Gasse» den Bus.
Auf direktem Weg auf den Gonzen Nr. 1988
Sargans • SG

Auf direktem Weg auf den Gonzen

Eine schroffe Felswand erhebt sich über den sattgrünen Wäldern von Sargans: Der Gonzen ist ein spektakulärer Aussichtsberg. Und er kann auf einer anspruchsvollen Alpinwanderung erklom-men werden. Zuerst aber geht es vom Bahnhof sehr schnell weg aus dem Ort, eine Treppe hoch, und schon erreicht man das Schloss. Es wird klar: Da steht einem noch einiges bevor. 1400 Höhenmeter sind es bis auf den Gonzen, dessen Gipfel auf 1830 Metern liegt. Es gibt die Variante, zuerst auf dem Rheintaler Höhenweg zu bleiben, bevor man dann auf bequem breiten Wegen über verschiedene Alpen zum Gipfel steigt. Doch die bleibt für den Rückweg aufgehoben. Also los auf den direkten weiss-blau-weiss markierten Weg und über die Leitern. Die Wege im Wald steigen angenehm und regelmässig an, sie sind mit Trockenmauern stabil gebaut. Das liegt daran, dass hier früher Erz abgebaut wurde. Tatsächlich kommt man sogar an den Ruinen eines ehemaligen Knappenhauses vorbei. Knappen wurden die Bergarbeiter genannt, die unter Tag arbeiteten. Danach stehen die beiden Schlüsselstellen an: Ein kurzes Stück ist äusserst ausgesetzt über einem Steilhang und mit Ketten gesichert, gleich gefolgt von den zwei Leitern, die über einen Felsvorsprung hinweghelfen. Bald taucht man aus dem Wald auf und kommt zum Älpli. Hier verlässt man den markierten Pfad, steigt durch die Alpweide hoch und hält sich dabei an den aus Steinen gebauten Zaun. Wenig später biegt man auf eine Forststrasse, den Rieterweg, ein, bevor beim kleinen Holzhaus bei Wang ein gut sichtbarer Pfad ansteigt und durch die Lawinenverbauungen auf direktem Weg auf den Gipfel führt. Die Sicht auf das Rheintal, den Bodensee, die Churfirsten und den Walensee ist gigantisch. Und sogar das Schloss ist jetzt wieder sichtbar, winzig klein.