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Spazierwanderung zwischen Natur und Stadt Nr. 2311
Russin — Genève • GE

Spazierwanderung zwischen Natur und Stadt

Auf dieser Wanderung erlebt man die Region Genf in ihrer ganzen Bandbreite: Natur, Transport, Flüsse, verwunschene Waldwege und zum Schluss den bunten Trubel der Stadt. Doch der Reihe nach: Den Wanderweg nimmt man in Russin unter die Füsse. Vom Bahnhof führt er zunächst durch Rebberge, dann über die Staumauer Barrage de Verbois. Ab und zu hört man die Flugzeuge über sich und bleibt vielleicht kurz stehen, um eines zu erspähen. In Aire-la-Ville befindet sich das ausgezeichnete Café du Levant. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Autobahnbrücke, die man überquert. Im Naturschutzgebiet Bois des Mouilles führt ein Holzsteg zu einem fotogenen Teich. Die Region zeigt sich hier von ihrer lieblichen Seite: Waldabschnitte, in denen die Blätter im Frühling in sattem Grün leuchten. In den Wäldern von Onex wird es dann richtig märchenhaft, mit verschlungenen Pfaden. Dort gelangt man auch zur Rhone, neben der man nun auf dem Sentier du Rhône in Richtung Stadt wandert. Neben dem Friedhof Saint-Georges, seit 1880 der grösste Friedhof von Genf, befindet sich ein kleiner Tierpark mit dem sympathischen Café de la Tour. Nach den letzten Treppen ist man plötzlich mittendrin im pulsierenden Genf, wo Cafés, Kultur und Geschichte locken.
Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz Nr. 2327
Ferreyres, village — Eclépens, gare • VD

Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz

Am Mormont prallen Welten aufeinander: Eindrückliche Natur wechselt sich ab mit industrieller Geschichte der letzten Jahrzehnte. Denn am Fusse des Hügels wird Kalkstein abgebaut, aus dem schliesslich Zement entsteht. Ab der Bushaltestelle «Ferreyres, village» geht es zuerst sanft hinunter zur Venoge. Bald nach deren Überquerung kommt man zu einer Strasse und folgt dieser einige Dutzend Meter bis zu einem Parkplatz. Wegweiser zeigen Richtung der Tine de Conflens, zu einer Schlucht mit einer Gruppe von gerade im Frühling besonders lebhaft sprudelnden Wasserfällen. Der Ort ist bekannt und beliebt, weshalb sich ein Besuch an einem Werktag oder sonst frühmorgens am Wochenende empfiehlt. Ein Waldweg führt bis zur Industriebrache La Filature, von 1871 bis 1977 Standort einer Textilfabrik und heute ein Kunsthandwerk- und Kulturzentrum. Danach durchquert man das Städtchen La Sarraz in Richtung des Bahnhofs. Der nächste Abschnitt folgt dem Chemin des Vignes bis zum Dorf Eclépens. Nach einer knappen halben Stunde erreicht man den von Holcim betriebenen Steinbruch. Mehrere Hütten dienen dem Schutz von Wandernden bei Sprengungen, die zum Abbau des Gesteins vorgenommen werden. Ein kostenloser Informationsdienst warnt auf Französisch per SMS jeweils 15 Minuten vor einer Sprengung. Um den Steinbruch herum geht es zurück in den Wald und über den Hügel. Anschliessend führt der Weg zum Canal d’Entreroches, angelegt im 17. Jahrhundert als Teil eines geplanten Netzes von Kanälen zwischen der Nordsee und dem Mittelmeer – ein Vorhaben, das nie vollendet wurde. 400 Meter vom Kanal in östlicher Richtung befindet sich der Parc naturel des Jonquilles (auf Google Maps eingezeichnet), in dem zu Beginn des Frühlings die Osterglocken blühen. Ab da ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof von Eclépens.
Frühlingspfad am St. Alban-Teich in voller Blüte Nr. 2316
Münchenstein — Basel, Kunstmuseum • BS

Frühlingspfad am St. Alban-Teich in voller Blüte

Von Münchenstein geht es entlang des Birsufers los. Bald staut sich die Birs, da sie zur Gewinnung von Elektrizität und zur Speisung des St. Alban-Teichs genutzt wird. Wenn man dem «Dalbedyych» folgt – der Weg ist nicht als Wanderweg markiert –, gelangt man zwischen den Seelein des Parks im Grünen hindurch zum historischen Hofgut Brüglingerhof. Schon bald führt der Uferpfad in die Merian Gärten, wo einen die grösste historische Iris-Sammlung Europas empfängt. In allen Farben leuchten hier die Schwertlilien. Kurz darauf erreicht man den künstlichen Kanal erneut: Vor fast 900 Jahren angelegt, trieb er einst die Mühlen Basels an. Seine Wasserkraft speiste die Papierproduktion und machte die Stadt im 15. Jahrhundert zum Zentrum des frühen Buchdrucks und des Humanismus. Moosbewachsene Ufer-mauern und uralte Bäume säumen den Weg, der im Übrigen laufend naturnaher gestaltet wird. Nach dem Schwarzpark mit seinen Damhirschen erreicht man den historischen Stadtteil Basel St. Alban. Zwi-schen alten Sandsteinmauern verschwindet das Wasser im klappernden Mühlenrad. Hier lässt man die Wanderung am Rhein ausklingen und blickt auf eine abwechslungsreiche Stadtwanderung voller Farben, Düfte und Geschichte zurück.
Am Ufer der naturbelassenen Reuss Nr. 2317
Mellingen Heitersberg — Birmenstorf AG, Strählgass • AG

Am Ufer der naturbelassenen Reuss

Diese Wanderung für Gross und Klein führt durch eine der attraktivsten und naturbelassensten Flusslandschaften des Mittellandes. Mit etwas Glück kann man Kormorane beim Flügeltrocknen beobachten und entdeckt Nagespuren der aktiven Biberfamilie. Nach Ankunft am Bahnhof Mellingen Heitersberg gelangt man schon bald ans idyllische Reussufer. Im Sommer treiben Gummiboote flussabwärts, und eine Vielzahl von Sandsträndchen und Feuerstellen lädt zum Baden und Verweilen ein. Begleitet vom Rauschen und Gurgeln des Wassers führt ein schmaler Pfad durch das Reussuferschutzgebiet. In dieser intakten Natur fühlt man sich weitab von der Zivilisation. Während man Feuchtgebiete mit Schachtelhalmwäldchen, Kiesbänke und das Eichenwaldreservat von Mellingen passiert, bietet der Uferweg immer wieder neue und abwechslungsreiche Perspektiven auf die dynamische und naturbelassene Flusslandschaft. Auf halber Strecke, kurz vor dem Chlusgrabe, der über einen Steg gequert wird, gelangt man auf eine Forststrasse, und der Wald lichtet sich. Bald passiert man die Lindmüli und das dazugehörige Naturschutzgebiet mit sichtbaren Revitalisierungsmassnahmen und erreicht kurz darauf das Ziel in Birmenstorf.
Erfrischende Wanderung entlang des Doubs Nr. 2315
St-Ursanne, gare — Soubey, village • JU

Erfrischende Wanderung entlang des Doubs

Wer einmal am Doubs war, versteht, warum dieser Fluss Maler wie Charles L’ Eplattenier oder Émile Isenbart inspiriert hat. Die Wanderung folgt dem geschwungenen Lauf des Gewässers flussaufwärts, eingebettet in dichte Wälder, vorbei an steilen Kalkfelsen und sanften Wiesenhängen. Der Start in St-Ursanne mit seinen mittelalterlichen Gassen wirkt wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit. Über die steinerne Brücke geht es ans gegenüberliegende Flussufer. Der Wanderweg Richtung Tariche schlängelt sich meist direkt oder nahe dem Ufer entlang, mal ist es schattig unter Buchen und Tannen, mal offen mit Blick auf das smaragdgrüne Wasser und saftige Wiesen. Immer wieder begegnet man stillen Buchten, in denen der Doubs fast unbewegt scheint. Die weitere Wanderung Richtung Chervillers wird begleitet vom leisen, meditativen Rauschen des Flusses. Eine Stahlbrücke führt kurz vor Chervillers von der rechten Flussseite auf die linke Seite. In Soubey, einem Dorf mit typischem Juracharakter, lässt es sich zum Abschluss angenehm verweilen – zum Beispiel bei einem frischen Forellengericht im Restaurant du Cerf.
Gipfelglück im Entlebuch Nr. 2314
Flühli LU, Post — Escholzmatt • LU

Gipfelglück im Entlebuch

Diese Wanderung führt durch das UNESCO-Biosphärenreservat Entlebuch und ist ideal für alle, die die charakteristische Landschaft mit ihren Mooren, Wäldern und Weiden entdecken möchten. Ausgangspunkt ist Flühli, dessen markantes historisches Hotel mit imposantem Bogendach nicht zu übersehen ist. Der Glasermeister Leo Enzmann erkannte 1899 die Bedeutung des Fremdenverkehrs und verwandelte das bescheidene Wirtshaus in ein stattliches Kurhaus – ein glanzvolles Zeugnis der Belle Époque im Schweizer Baustil. Es hat sein Äusseres bis heute kaum verändert und erinnert noch immer an jene Zeiten, als die Gäste in Postkutschen zur Bäderkur anreisten. Von Flühli folgt der Weg dem Lauf der Waldemme, bevor er bei Schintmoos nach Westen abzweigt und allmählich an Höhe gewinnt. Immer wieder bieten sich schöne Ausblicke auf umliegende Hügel und weite, von Streusiedlungen durchzogene Wiesen. Ein letzter steiler Anstieg führt schliesslich hinauf zum Sattel. Wer möchte, steigt von hier direkt nach Escholzmatt ab und spart so 40 Minuten. Viel lohnender ist es jedoch, das Gipfelglück via Beichlen zu verlängern und die Weitsicht in die Berner- und Zentralschweizer Alpen, über das Emmental bis hin zum Chasseral zu geniessen.
Durch die kühle Cholereschlucht Nr. 2313
Hünibach, Seematte — Steffisburg, Bösbach • BE

Durch die kühle Cholereschlucht

Der Startpunkt dieser abwechslungsreichen Wanderung liegt in Hünibach. Von dort führt der Weg zunächst durch ein kleines Wäldchen in Richtung Cholereschlucht. Kaum betritt man den Eingang zur Schlucht, sorgt ein frischer Luftzug für Abkühlung – eine Wohltat, besonders an warmen Sommertagen. Die Cholereschlucht begeistert mit ihren rauschenden Wasserfällen, den sprudelnden Bächlein und der beinahe exotisch anmutenden Kulisse. Der teilweise steile Aufstieg fällt dank des kühlen Klimas und der eindrucksvollen Natur leichter. Unterwegs laden mehrere Rastplätze ein, kurz innezuhalten und die besondere Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Nach dem Anstieg gelangt man über eine Strassenquerung ins idyllische Dorf Goldiwil. Von hier aus beginnt der Abstieg in Richtung Steffisburg. Der Weg führt abwechslungsreich vorbei an grünen Wiesen, traditionellen Bauernhöfen und durch schattige Waldstücke, bevor er über befestigte Wege direkt zur Busstation in Steffisburg hinabführt. Diese Tour ist besonders an heissen Tagen ein Genuss: Die kühle Brise in der Cholereschlucht und die landschaftliche Vielfalt machen sie zu einem Erlebnis für Gross und Klein.
Suone und Panorama am Foggenhorn Nr. 2312
Belalp • VS

Suone und Panorama am Foggenhorn

Während der Wanderung auf das Foggenhorn kommen Liebhaber von Suonen genauso auf ihre Kosten wie Gipfelstürmerinnen. Wer an den Chalets, Berghütten und Sportbahnen auf der Belalp vorbeigewandert ist, erreicht nach rund zwei Kilometern die Suone Nessjeri. Diese stammt aus dem 15. Jahrhundert und führt auf über 2000 m. ü. M noch heute oft Wasser. Während die Suone hier vor sich hin plätschert und dort gurgelnd verschwindet, öffnet sich das Tal mit jedem Schritt ein bisschen mehr. Die Aussicht reicht vom Furkapass zum Matterhorn und vom Monte Leone bis zum Geisshorn. Nach rund eineinhalb Stunden zweigt der Bergwanderweg rechts ab und überquert die Suone, um fortan steiler Richtung Foggenhorn anzusteigen. In engen Kehren führt der schön und angenehm angelegte Weg schweisstreibend auf den Gipfel. Hier schlägt einem das Herz höher, ob vom Aufstieg oder von der Aussicht. Nach einem kurzen Abstieg wartet noch einmal ein kurzer Gegenanstieg entlang des Bälgrats, bevor der Abstieg zur Belalp hinunter steiler wird. Mit ein bisschen Glück bewältigt man ihn gemeinsam mit dem Wappentier der Belalp – der Schwarzhalsziege.
Wo einst am Rhein der Salzhandel blühte Nr. 2326
Diessenhofen — Schaffhausen • TG

Wo einst am Rhein der Salzhandel blühte

Die Via Rhenana macht als eine der zwölf Hauptrouten von Kulturwege Schweiz eine der wichtigsten Wasserstrassen der alten Eidgenossenschaft erlebbar: den Hochrhein zwischen Kreuzlingen und Basel. Auf 195 Kilometern Länge führt sie durch eine Kulturlandschaft, die geprägt ist vom Fluss, von seiner Geschichte und vom Salzhandel, der auf dem Hochrhein abgewickelt worden ist. Der Abschnitt zwischen Diessenhofen und Schaffhausen bietet viel Abwechslung zwischen üppiger Natur und quirligem Stadtleben. Diessenhofen besitzt die grösste mittelalterliche Altstadt im Thurgau. Der Wanderweg vom Bahnhof zum Rhein folgt der Stadtmauer und passiert die Burg Unterhof mit ihrem markanten Turm. Bald steht man vor den Mauern des ehemaligen Klosters St. Katharinental. Die imposante Anlage beherbergt heute eine Rehabilitationsklinik. Die barocke Klosterkirche lädt zu einem Abstecher ein. Der nächste Wegabschnitt steht im Zeichen des Naturwaldreservats Schaare. Auengebiete, Moore, Tümpelchen, eine artenreiche Tier- und Pflanzengemeinschaft und eine historische Festung gibt es hier zu entdecken. Der schmale Weg schlängelt sich mal am Ufer des Rheins entlang, führt dann wieder tiefer in den Wald. Über den Fluss geht es bei der zweiten ehemaligen Klosteranlage des Tages, in Altparadies. Eine Glocke am Steg ruft den Fährmann, und in schneidiger Fahrt ist das andere Ufer bei Büsingen erreicht. Der Ort gehört politisch zu Deutschland, ist aber ganz von der Schweiz umschlossen. Mehrere Versuche für einen Staatswechsel scheiterten. Zu Fuss ist der Staatswechsel einfacher ausführbar, und alsbald findet man sich im Lindli Rheinuferpark wieder, in einer beliebten Grünanlage Schaffhausens. Die Stadt hat mit dem Salzhandel ihre Hochblüte erreicht, die stattlichen, bestens erhaltenen Häuser und ihre Erker zeugen bis heute davon. Ein Bummel durch die Altstadt beschliesst den Wandertag.
In der stadtnahen Natur an der Aare Nr. 2325
Bern Felsenau • BE

In der stadtnahen Natur an der Aare

Am Startpunkt dieser gemütlichen Rundwanderung, bei der RBS-Bahnstation Felsenau, ist man noch mitten in der städtischen Zivilisation. Über dem Kopf den Autobahnviadukt, vor den Augen die Schnellstrasse, im Rücken die Stadt Bern. Aber es braucht nur ein paar Schritte durch eine Art Unterführung, und schon kann man erahnen, was diese ganzjährig schöne Wanderung im Frühjahr ausmacht: die Variation von Grüntönen im Wechselspiel von Aare und Bremgartenwald. Der Weg führt zuerst hinunter zur Aare und dort über den schmalen Seftausteg ans andere Ufer. Erst 2025 wurde dieser Uferabschnitt renaturiert. Schon bald gerät flussabwärts die imposante Halenbrücke, die den Fluss auf 40 Metern Höhe überquert, ins Blickfeld. Es geht weiter über einen breiten, nicht asphaltierten Weg durch unbebautes Gebiet. Nach knapp einer Stunde erreicht man grün überwucherte Wohnsiedlungen. Die Überbauungen Aumatt und Schlossmatt, erbaut ab den 1980er-Jahren, gehören zu den ersten Berner Siedlungen, mit denen urbanes, gemeinschaftliches Lebensgefühl in die Agglomeration verlagert wurde. Auf dem Lochmattsteg, der zurück ans andere Ufer führt, vermitteln die Wohntürme des Kappelenrings am Horizont Grossstadtgefühle, während unter den Füssen die Aare träge ins Naturparadies Wohlensee fliesst. Der Weg führt nun aareaufwärts leicht ansteigend und schattig zurück. Einmal öffnet sich Richtung Aare eine grosse, aussichtsreiche Lichtung. Hier befindet sich die Ethologische Station der Universität Bern, wo unter anderem soziale Verhaltensexperimente mit Wanderratten durchgeführt werden. Gleich darauf wird man wieder vom Wald verschluckt. Nach einem kurzen Anstieg quert man den überraschend steilen Glasgrabe. Bald erreicht man die Abwasserreinigungsanlage Neubrück – und damit die Zivilisation. Wenige Minuten später steht man wieder am Ausgangspunkt.
Sonnige Uferwanderung entlang der Reuss Nr. 2324
Hünenberg, Dorf — Maschwanden, Dorf • ZG

Sonnige Uferwanderung entlang der Reuss

Dass es im Schweizer Mittelland und in den breiten Alpentälern unterdessen rund 5000 Biber gibt, ist keine Selbstverständlichkeit: Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Nagetier in der Schweiz vollständig ausgerottet. Erst im 20. Jahrhundert ist der Biber wieder angesiedelt worden und breitet sich seither kontinuierlich aus. Seit 2010 ist er auch im Kanton Zug ansässig – insbesondere im Gebiet Ennetsee zwischen Reuss und Zugersee, wo diese Wanderung situiert ist. Von der Bushaltestelle «Hünenberg, Dorf» führt der Wanderweg zunächst durchs Quartier und dann zur frei zugänglichen Burgruine – dem historischen Ursprung Hünenbergs. Nach einem Abschnitt durch schattigen Wald entlang des Drälikerbachs geht es auf einem Feldweg über die Reussebene Richtung Fluss weiter. In der Ferne erhebt sich die Silhouette des Pilatus. Ist man am Reussufer angekommen, folgt der Wanderweg stets dem Fluss – entweder auf dem Damm oder ufernah. Es ist heiss hier, die Wanderung empfiehlt sich deshalb am Morgen oder gegen Abend. Die Uferzone ist geprägt von Weiden, Erlen, Sanddorn und Wiesenblumen. Wer aufmerksam ist, entdeckt lauter angenagte Baumstämme – Spuren des Bibers. Bei der geschichtsträchtigen Reussbrücke auf Höhe Zollweid bietet das Restaurant Zollhuus eine Rastmöglichkeit. Auf dem Damm fahren hier auch Velos – der markierte Wanderweg führt deshalb ufernah weiter. Immer wieder laden lauschige Plätze zum Verweilen oder Füssebaden ein. Am Ende führt der Pfad durchs Naturschutzgebiet Maschwander Allmend. Wer möchte, kann noch bis zum Rüssspitz weiterlaufen – dem Punkt, wo Reuss und Lorze zusammenfliessen. Der offizielle Wanderweg führt auf direktem Weg nach Maschwanden, vorbei am idyllischen Naturbad und hinein ins beschauliche Dorf auf Zürcher Seite.
Industriegeschichte am Zugersee Nr. 2323
Zug, Brüggli — Hagendorn, Lorzenmatt • ZG

Industriegeschichte am Zugersee

Zug ist vor allem bekannt für seine Kirschtorte und die vielen Briefkastenfirmen. Dass der kleine Zentralschweizer Kanton bereits Mitte des 19. Jahrhunderts zu den am stärksten industrialisierten Regionen des Landes gehörte, wissen viele nicht. Hier entstanden Spinnereien, Papier- und Maschinenfabriken sowie Grossmolkereien. Als Energiequelle diente das Flüsschen Lorze, das am Rande der Stadt Zug in den Zugersee mündet und ihn bei Cham wieder verlässt. Auf dem insgesamt 30 Kilometer langen Industriepfad Lorze kann die Entwicklung von Zug zu einem der reichsten Kantone der Schweiz nachverfolgt werden. Die Bushaltestelle «Zug, Brüggli» liegt praktisch unmittelbar an der Lorze-Mündung. Der Wanderweg führt hier westwärts dem Seeufer entlang, vorbei an Badewiese und Campingplatz in Richtung Cham. Bei Chollermüli hat die Alte Lorze ein grosses Delta aufgeschüttet, wo heute gebadet und grilliert werden kann. Weiter verläuft der Weg der Bahnlinie entlang bis in den Hirsgarten, einen Park am See bei Cham. Nun folgt die Wanderung der Lorze flussabwärts, mitten durch die stark wachsende Gemeinde Cham. Nach der alten Hammerschmiede, die heute ein stattliches Anwesen ist, wird es weniger städtisch. In der idyllischen Flusslandschaft finden sich auch immer wieder Anlagen zur Stromgewinnung. Bei Rumentikon verlässt der Weg das Flussufer und führt durch das Dorf und über Wiesen bis zum Zisterzienserinnenkloster Frauenthal. Es ist das älteste seiner Art in der Schweiz, heute noch in Betrieb und kann besucht werden. Zurück nach Hagendorn und zur Bushaltestelle «Lorzenmatt» geht es auf der anderen Seite der Lorze, teilweise der wenig benutzten Landstrasse entlang. Kurz vor dem Ziel gibt es noch einen frühen Zeugen der Wasserkraftnutzung zu bestaunen: die Rekonstruktion eines römischen Wasserrades, mit dem hier vor fast 2000 Jahren Korn gemahlen wurde.
Orchideen auf dem Weg zum Wildspitz Nr. 2322
Goldau, Sportplatz — Unterägeri, Chlösterli • SZ

Orchideen auf dem Weg zum Wildspitz

Orchideen gehören mit ihren oft extravagant geformten Blüten zu den schönsten Entdeckungen am Wegrand. Dazu kommt, dass viele der 70 Schweizer Arten nur selten anzutreffen sind. Eine der schönsten Orchideen ist der Gelbe Frauenschuh. Sein grosser, intensiv gelber «Schuh» und die drei schmalen, purpurbraunen Blütenblätter bilden ein kontrastierendes Blütenpaar. Ein lohnender Ort, den seltenen Frauenschuh zu sehen, ist das Bergsturzgebiet oberhalb von Goldau SZ; die Blütezeit liegt je nach Jahr zwischen Mitte Mai und Ende Juni. Nach dem Niedergang der Felsmassen 1806 konnte sich stellenweise ein lichter Wald bilden, in dem der Frauenschuh die richtigen Bedingungen findet. Damit die Pflanzen überleben und sich auch vermehren können, ist es wichtig, sie aus etwas Distanz zu betrachten, damit der Boden um sie herum nicht verdichtet wird. Insgesamt gedeihen im Gebiet etwa 30 Orchideenarten, und auch seltene Schmetterlinge wie der Gelbringfalter und Vögel wie die Zippammer und der Wanderfalke leben hier. Die Wanderung beginnt in der Nähe des Natur- und Tierparks Goldau. Von hier führt die Wanderlandroute Nr. 828 «Goldauer Bergsturzspur» durch den Wald in die Höhe. Auf etwas über 900 m ü. M. ist ein Rundweg angelegt, auf dem man einige schöne Frauenschuh-Horste sieht. Dann geht es einer Krete entlang auf den Gnipen und zum Wildspitz, dem mit 1580 m ü. M. höchsten Punkt im Kanton Zug. Gleich unterhalb des Gipfels steht das Berggasthaus Wildspitz mit einer grossen Aussichtsterrasse und einem tollen Blick über den Lauerzersee und auf die Innerschweizer Alpen. Wer hier übernachtet, kann sich auf einmalige Lichtstimmungen bei Sonnenunter- und -aufgang freuen. Vom Wildspitz geht es via Punkt 1282, Alpli, Buschenchappeli und Zittenbuech nach Unterägeri, Chlösterli hinab.
Frühlingswanderung durch Moränenlandschaft Nr. 2321
Menzingen, Dorf — Sihlbrugg, Dorf • ZG

Frühlingswanderung durch Moränenlandschaft

Einen Pakt mit dem Teufel hätten sie geschlossen, die Bauern aus Menzingen. Sie wollten mehr Land, und der Teufel habe über Nacht die vielen Rundhöcker geformt, die nun die Landschaft zwischen Menzingen und Sihlsprung prägen. Doch die Bauern merkten rasch, dass sie betrogen worden waren. Die steilen Hänge waren schwierig zu bewirtschaften. Also ärgerten sie den Teufel und setzten auf jede Kuppe eine Linde. So zumindest erzählt es die Sage. In Wirklichkeit haben die sich zurückziehenden Gletscher von Reuss und Linth die einzigartige Moränenlandschaft von nationaler Bedeutung geformt. Und die mittlerweile mehrere Hundert Jahre alten Linden wurden gepflanzt, wenn auf einem Hof ein Stammhalter geboren wurde. Von Menzingen schlängelt sich der Wanderweg malerisch zwischen den Moränenhöckern durch – und auch mal darüber, weshalb man zwischendurch ordentlich ins Keuchen kommt. Wunderschöne Hochstammobstbäume und stattliche, gepflegte Höfe prägen das Bild; das Panorama reicht vom Säntis über die Churfirsten bis zur Rigi. Holzhäusern, Winzwilen und Schwand heissen die Wegpunkte unterwegs, danach gehts ordentlich bergab, am Fischrestaurant Sihlmatt vorbei zum Sihlsprung. Die Sihl rauscht hier wild und laut durch die enge Schlucht. Ein kurzer Tunnel schützt den Wanderweg vor Steinschlag. Von der schmalen Brücke, die auf die andere Flussseite führt, hat man einen tollen Blick auf das schäumende Wasser. Lauschig schlängelt sich nun der Weg fast bis zum Schluss der Tour dem Fluss entlang. Immer wieder laden kleine Buchten zum Bad und zur Rast. Kurz vor Sihlbrugg ändert die Welt; viel befahrene Strassen, Industriebauten, Autogaragen und Tankstellenshops übernehmen. Dazwischen hat es noch Platz für die Haltestelle des Busses, der einen nach Baar an den Bahnhof bringt.
Verschneite Hochebene im Domleschg Nr. 2310
Mutta • GR

Verschneite Hochebene im Domleschg

Dieser Name ist Programm: Der Panoramaweg Feldis im Domleschg bietet eine grossartige Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Der präparierte und signalisierte Winterwanderweg ist als Rundweg angelegt. In leichtem Auf und Ab, jedoch ohne grosse Höhendifferenzen führt er mehrheitlich über verschneites Weideland, zwischendurch auch durch kleine Waldgebiete. Ausgangspunkt ist die Bergstation der Sesselbahn von Feldis nach Mutta. Nimmt man die Runde im Uhrzeigersinn unter die Füsse, gelangt man zunächst zum Leg Palus. Von diesem gefrorenen Bergsee reicht die Aussicht bis zu den markanten Felswänden der Drusenfluh im Prättigau. Wunderbare Bergstille erlebt man auf dem nächsten Abschnitt. Sanft senkt sich der Weg zur Skihütte Term Bel. Ebenen Wegs geht es weiter zur Alp dil Plaun, wo das Panorama wechselt. Jetzt dominieren Heinzenberg und Piz Beverin den Horizont. Eine Aussichtsbank unweit der Alphütte bietet Gelegenheit, den prächtigen Ausblick ins Domleschg zu geniessen. Sollte sie bereits besetzt sein, braucht man nicht zu verzagen: Etliche weitere Sitzbänke säumen den Weg zur Skihütte Feldis. Kurz vor dem Ausgangs- und Zielpunkt der Rundtour befindet sich die Berghütte der Alp Raguta. Vor der Terrasse des Selbstbedienungsrestaurants breitet sich die höchstgelegene Natureisbahn Europas aus. Nicht einmal zwei Stunden dauert die Wanderung, doch in dieser Zeit erlebt man eine Fülle von prachtvollen Ausblicken. Wer die Tour trotzdem zu lang findet, kann eine einfache Alternative nutzen: Ein kürzerer Rundweg führt von Mutta ebenfalls zunächst zum Leg Palus und von dort über Plaun Panaglia direkt zur Skihütte Feldis. Für die Talfahrt benutzt man entweder die Sesselbahn – oder eine der zwei Schlittelpisten, die von Mutta nach Feldis hinunter angelegt sind. Schlitten können im Sportgeschäft bei der Talstation gemietet werden.
Ohne Steigung zu den Simmenfällen Nr. 2309
Lenk im Simmental • BE

Ohne Steigung zu den Simmenfällen

Lenk verfügt über einen der schönsten Talabschlüsse der Alpen. Das mächtige Wildstrubelmassiv begrenzt den weiten Talboden an dessen südlichem Ende. Auf der Winterwanderung vom Dorf zu den Simmefäll hat man diese grossartige Kulisse immer wieder vor Augen. Der Ausgangspunkt des Winterwanderwegs befindet sich beim zentral gelegenen Kronenplatz unweit der Kirche. Der präparierte Weg führt quer über die Lischmatte zum Lenkersee – auf der Karte als Rohresee eingezeichnet –, wo zahlreiche Enten und andere Wasservögel den Umstand nutzen, dass ein Teil der Wasseroberfläche auch bei grösster Kälte eisfrei bleibt. Ein verschneites Flursträsschen führt weiter zum Weiler Ey und durch das Naturschutzgebiet Chlöpflisbergmoos an die Simme. Auf dem Uferweg gelangt man zum Gasthof Simmenfälle, wo die präparierte Strecke endet. Die Wasserfälle, denen das Hotel seinen Namen verdankt, sind im Sommer zwar deutlich mächtiger, wenn mehr Schmelzwasser fliesst, bieten aber auch im Winter einen schönen Anblick. Für die Rückkehr ins Dorf steht neben einer Busverbindung ein weiterer gespurter Winterwanderweg auf der gegenüberliegenden Talseite zur Verfügung. Er führt über das offene Gelände von Grossi Zälg zum Weiler Oberried und von dort zur Talstation Metschstand. An der Rohrbrügg vorbei wandert man dann auf einem Strässchen direkt der Simme entlang zurück zum Ausgangspunkt der Rundwanderung beim Kronenplatz. Speziell an dieser Tour ist, dass der hintere Teil im Winter aufgrund der topografischen Gegebenheiten während etlicher Wochen im Schatten liegt. Das mag auf Anhieb etwas unattraktiv klingen, erweist sich jedoch als Glücksfall. Dank der konstanten Kälte bleibt der Schnee in diesem Gebiet lange liegen, zudem werden Bäume und Sträucher mit filigranen Eisspitzen von Raureif überzogen. Wenn die Temperaturen genug tief sind, wird der Spaziergang auf dem Simme-Uferweg auf diese Weise fast wie zu einem erlebnisreichen Ausflug in die Arktis.
Kurzwanderung auf dem Simplonpass Nr. 2308
Simplon, Monte Leone — Simplon Dorf, Hospiz-Niederalp • VS

Kurzwanderung auf dem Simplonpass

Wie fest auch immer der Winter auf dem Simplonpass Einzug hält, die Passstrasse bleibt befahrbar. Dafür sorgt jede Nacht eine Patrouille des Pikettdiensts, die nach Bedarf Schneefräse und Salzstreuer aufbietet. Kehrt nach einer Sturmnacht also wieder schönes Wetter ein, fährt man mit dem Bus an meterhohen Schneewänden vorbei und ist bald auf dem Pass, um den kurzen Winterwanderweg vom Hotel Monte Leone bis zum Alten Spittel unter die Füsse zu nehmen. Der Weg führt über die präparierte Bergalpenstrasse. Die lärmige Passstrasse ist schnell vergessen, man taucht ein in die karge Landschaft, die rundherum eine imposante Sicht auf die zahlreichen Gipfel bietet. Der Weg schlängelt sich durch das vom Rhonegletscher geschaffene Trogtal, lichte Lärchenwälder prägen das Bild. Es geht gemütlich und sonnig abwärts zu den Weilern Blattu und Bielti, danach wird es flacher. Bald schon erblickt man das Barralhaus und das Alte Spittel. Ersteres ist ein mächtiges, mit einer Länge von 120 Metern und einem schmalen Grundriss sehr auffälliges Gebäude. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Ferienhaus einer Missionsgesellschaft erbaut. Das Alte Spittel war ab dem 17. Jahrhundert ein Schutzhaus für Säumer und Kaufleute. Es diente zeitweise als Sommerresidenz von Kaspar Stockalper, der den Simplon im 17. Jahrhundert zur wichtigsten Handelsroute zwischen Norditalien und Mitteleuropa ausbaute. Heute sind beide Gebäude Truppenunterkünfte des Schweizer Militärs. Schon bald ist man am Ziel. Wer einkehren mag, nimmt den Bus nach «Simplon Dorf, Post», wo die Bäckerei Arnold allerlei Feines zum Zvieri anbietet: vom traditionellen Roggenbrot über den Heidelbeerkuchen bis zu den Simpilär Härzjini, Guetzli nach dem hiesigen Ur-Rezept.
Schneeschuhrunde über die Lombachalp Nr. 2307
Habkern, Lombachalp-Roteschwand — Kemmeriboden • BE

Schneeschuhrunde über die Lombachalp

Der Blick verliert sich in Wogen von Nadelwäldern und Schneebergen. Kaum ein Gebiet, das sich für Schneeschuhtouren besser eignet als die weite Wanne der Lombachalp BE mit ihren sanften Hügelwellen – eine Wildruhezone, weshalb sich hier wunderbar Tiere beobachten lassen, man aber auch unbedingt auf den markierten Routen bleiben muss. Am besten, man steckt sich einen der Faltpläne ein, die am Startpunkt Lägerstutz auf der Lombachalp ausliegen. Darauf ist das Schutzgebiet mit den zwei Schneeschuhrouten genau eingezeichnet. Wer mag, trinkt vor dem Start einen Kaffee im Jägerstübli. Nun folgt man den pinken Signalisationsstangen nordwestlich bergwärts für die längere Route, die auf den Winterröscht führt. Dann geht es ganz gemütlich immer dem Kamm entlang zum Bolberg. Dort hält man sich rechts und stapft unterhalb des Kammes über den Widegg und Spychre nordöstlich abwärts in das Quellgebiet der Emme und steigt über die Alp Ällgäuli zur Hohganthütte auf. Die Route setzt sich nordöstlich im leichten Auf und Ab fort, um dann steil durch Wald abzusteigen. Am Scherpfeberg trifft man auf den im Volksmund sogenannten Römerweg, der links nach Kemmeribodenbad führt. An diesem abgeschiedenen Winkel bildet sich gerne ein Kältesee, im Winter empfangen eisige Temperaturen, und der letzte Abschnitt durch die Schlucht der Emme wirkt mit all den Eiszapfen fast wie eine Tropfsteinhöhle. Aufwärmen darf man sich dann im altehrwürdigen Gasthof Kemmeriboden-Bad, wo es grosse Meringue mit viel Rahm gibt.
Leichte Schneeschuhwanderung durchs Wildschutzgebiet Nr. 2306
Mettmen • GL

Leichte Schneeschuhwanderung durchs Wildschutzgebiet

Auf der malerischen Mettmenalp auf 1600 m ü. M. leben die Tiere seit Jahrhunderten in Sicherheit. Bereits 1548 wurde hier und rund um den Kärpf ein Jagdschutzgebiet eingerichtet, um in harten Zeiten eine Fleischreserve zu haben. Es gilt als das älteste Wildschutzgebiet Europas und gehört mit seinen 106 Quadratkilometern zu den grössten in der Schweiz. Erreichen tut man es mit der Luftseilbahn Kies-Mettmen. Um zur Talstation zu gelangen, reserviert man vorgängig einen Sitzplatz im Mettmenbus – eine Zufahrt mit dem Auto ist nicht möglich. Die Schneeschuhtour startet bei der Bergstation Mettmen. Von da folgt man den pinken Wegweisern der SchweizMobil-Route 985. Nach etwa 15 Minuten und einigen steilen Kurven erreicht man die Abzweigung zum Naturfründehuus Mettmen. Wer den Tag gemütlich starten möchte, kehrt hier ein erstes Mal ein. Danach geht es über ein märchenhaft eingeschneites Hochmoor weiter. Im Winter kann es hier am Morgen noch schattig sein, weshalb es sich empfiehlt, nicht zu früh loszuwandern. Im Schnee sind diverse Tierspuren sichtbar. Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, gilt es, auf der signalisierten Route zu bleiben, aber mit ein bisschen Glück können auch von hier Gämsen, Steinböcke, Füchse oder Schneehasen beobachtet werden. Schliesslich endet die Ebene, und es folgt ein kurzer, steiler Anstieg. Weiter geht es durch einen Tannen- und Föhrenwald und vorbei an schimmernden Eiszapfen. Schliesslich taucht die schroffe Garichti-Staumauer zur Rechten auf. Dahinter befindet sich der Stausee Garichti, der von Mitte Januar bis Ende Februar für die Eisfischerei geöffnet ist. Auch Eistaucher vergnügen sich hier im kalten Nass. Mit Blick auf den imposanten Glärnisch geht es wieder in Richtung Seilbahn. Zum Abschluss bietet sich ein Restaurantbesuch im Berghotel Mettmen an.
Eine einfache Rundtour im Sernftal Nr. 2305
Weissenberge • GL

Eine einfache Rundtour im Sernftal

Weissenberge im glarnerischen Sernftal enthält alles, was das Winterherz begehrt: Da gibt es eine Luftseilbahn, die einen in drei Minuten vom kleinen Matt auf über 1200 Meter bringt, und oben gibt es eine pink ausgesteckte Schneeschuhroute, einen präparierten Winterwanderweg, eine rassige Schlittelbahn und schliesslich ein Berggasthaus. Und dass sich Weissenberge die «Sonnenterrasse des Glarnerlands» nennt, ist ein gutes Omen für einen perfekten Winterwandertag. Die Schneeschuhtour 991 von SchweizMobil, der sogenannte Stäfeli Trail, führt in einem grossen Bogen von der Bergstation der Luftseilbahn durch die weitläufige, meist sanft geneigte Landschaft oberhalb von Weissenberge. Das erste Viertel verläuft im offenen Gelände, die folgenden drei Viertel der Rundtour führen abwechslungsweise durch Waldstücke, über Lichtungen oder durch offenes Gelände. Fast auf der ganzen Tour geniesst man tolle Blicke nach Süden zum Vorab und im Westen zur Charenstock-Kette sowie zum Glärnisch. Den höchsten Punkt der Tour erreicht man beim Skiclubhaus Stäfeli auf 1760 Metern. Danach geht es – mal sanft, mal etwas steiler – wieder hinab nach Weissenberge. Im unteren Teil dieses Abstieges stehen am Wegrand einige alte, von der Sonne gebräunte Wohnhäuser und Ställe. Ihre Blockhausbauweise findet sich so oder in einem ähnlichen Stil im ganzen Alpenraum. Kurz vor der Bergstation der Luftseilbahn liegt das Berggasthaus Edelwyss mit schöner Sonnenterrasse. Hier und auch bei der Bergstation lassen sich für eine rassige Schlussfahrt hinunter zur Talstation Schlitten mieten.
Viel Geologie und sonnige Aussichten ob Elm Nr. 2304
Empächli • GL

Viel Geologie und sonnige Aussichten ob Elm

Der Schneeschuhtrail Bischofalp oberhalb von Elm beweist auf eindrückliche Weise, dass man auch auf einem kurzen Weg viel sehen und erleben kann. Denn obwohl der Rundweg nur fünf Kilometer lang ist, packt er viel Spannendes und Aussichtsreiches in die etwa zweieinhalb Stunden Wanderzeit. Mit der Gondelbahn geht es zuerst in wenigen Minuten von Elm hoch zur Bergstation Ämpächli. Schon zu Beginn des Weges erkennt man auf der anderen Talseite gleich vier eindrückliche geologische Phänomene: Als Erstes sieht man an einer klaren Linie im Gestein unter den Tschingelhörnern die weltbekannte Glarner Hauptüberschiebung. Etwas darüber liegt das 19 × 22 Meter grosse Martinsloch, und noch etwas höher befindet sich die Stelle, an der im Oktober 2024 ein grosser Teil der Ostflanke des Grossen Tschingelhorns abgebrochen ist. Und schliesslich sieht man oberhalb von Elm die grosse Bergsturzwand, bei der am 11. September 1881 der damals sogenannte Plattenberg wegen unsachgemässem Schieferabbau zu Tal stürzte und 114 Menschenleben auslöschte. Die ersten anderthalb Kilometer des Schneeschuhtrails verlaufen auf einem breit präparierten Winterwanderweg und führen abwechslungsweise durch Waldstücke und Lichtungen. Dann erreicht man den Hängstboden, eine pittoreske Ansammlung von einfachen Alphütten und -ställen. In diesen «Ghaltigen» schliefen die Bauern früher, wenn sie auf der Alp waren, und lagerten hier auch Heu. Schon bald erreicht man das offene Gelände über der Waldgrenze, und das ganze Panorama vom Piz Segnas über den Vorab bis zum Hausstock liegt vor einem. An einem Waldrand steht ein hölzerner Wildbeobachtungsturm. Beim höchsten Punkt auf 1770 Metern lässt es sich bei einem Hüttchen wunderbar rasten und die Aussicht geniessen. Dann geht es über das geschäftige Berghaus Bischofalp, direkt an der Skipiste, und den Hängstboden wieder zurück zur Bergstation Ämpächli.
Glarner Gipfel zwischen Alpen und Voralpen Nr. 2303
Morgenholz • GL

Glarner Gipfel zwischen Alpen und Voralpen

Die Schneeschuhwanderung im Glarner Niederurner Tal verläuft auf der Grenze zwischen Alpen und Voralpen. Am einfachsten sichtbar ist dies an der Geologie des Tals: Von Osten her betrachtet ist gut erkennbar, dass die nördliche, der Sonne zugewandte Seite mit der Hirzli-Planggenstock-Kette viel sanfter abfällt als ihr Gegenüber – dort ragen steile, felsige Flanken in den Himmel. Das hat seinen Grund. Der Talgrund markiert die Grenze zwischen dem Molassegestein der Voralpen und den Kalkfronten der Alpen. Während Millionen von Jahren waren beide der Erosion ausgesetzt, die Molasse wurde aber von der Beschaffenheit her viel stärker abgetragen als der Kalk. Nicht nur der Sanftheit wegen verläuft ein grosses Stück dieser Wanderung auf der nördlichen Talseite, diese hat auch mehr Sonne. Sie muss jedoch erst verdient werden. Nach der Ankunft mit der Seilbahn auf Morgenholz – die Talstation ist nur wenige Busminuten von Ziegelbrücke entfernt – geht es für gut eine Stunde schattig ins Tal hinein. Wer friert, wärmt sich im Restaurant Hirzli auf – aber nur am Wochenende. Der Schneeschuhpfad geht weiter ins Tal hinein, die Bloossenhöchi bergauf Richtung Mälchterli, konditionell etwas anspruchsvoll, aber sonnig und durch einen lichten Föhrenwald. Der letzte Anstieg ist richtig steil. Oben wartet als Belohnung eine Rundumsicht aufs Nebelmeer, das durch die Schwyzer und die Glarner Alpen sowie die Churfirsten/Alvier-Kette eingerahmt wird. Fehlt das Nebelmeer, sind die ganze Linthebene und der Zürichsee sichtbar. Ein Bänkli lädt zum Gipfelpicknick ein. Die Rückkehr ist dieselbe wie der Hinweg. Wer noch mag, biegt bei Mättmen in den Niederurnertäli Trail ein und wandert über Planggböden talauswärts. Im Blick einmal mehr die imposante Alvier-Kette und der darunter liegende Walensee.
Über die Strada Romana am Monte Ceneri Nr. 2302
Rivera-Bironico — Contone, Posta • TI

Über die Strada Romana am Monte Ceneri

Der Monte Ceneri ist der schnellste Weg von Norden nach Süden. Mehr Pass als Berg, wurde er schon von den Römern benutzt, und bis vor Kurzem war er ein neuralgischer Punkt im Schweizer Verkehrsnetz. Mit der Autobahn und dem Basistunnel jedoch ist in den Dörfern am Ceneri Ruhe eingekehrt. Eine trostlos anmutende Ruhe. Schnell verlässt man darum Rivera in Richtung des Weilers Soresina. Hier trifft man auf die Mulattiera, einen schön und durch Wald zu gehenden Maultierpfad. Eiche, Buche und Kastanie herrschen vor. Ab und zu trifft man auf Pionierbäume wie die Birke. Sie stehen im Verbund, ein Zeichen dafür, dass der Wald jung ist. Bei der Lichtung In Túmba kann man die trutzigen Militärbauten auf dem Monte Ceneri erkennen. Die Wanderung folgt auf der Passhöhe dem Wegweiser zur Strada Romana, um wenig später auf die geschichtsträchtige Strasse zu treffen. Eindrücklich ist sie zu sehen, aber nicht ganz einfach zu gehen. Tafeln am Wegesrand erklären die Geschichte sowie die aufwendigen Restaurationsarbeiten. Bei der Haarnadelkurve, die in die Via San Giorgio führt, verlässt diese Wanderung die historische Strasse und folgt rechterhand dem Waldweg in Richtung Contone, einem der Dörfer am Rand der Magadinoebene.
Gemütlich bis zum Berghaus Alpenrösli Nr. 2301
Klosters, Hotel Sport • GR

Gemütlich bis zum Berghaus Alpenrösli

Klosters und sein Nachbarort Davos GR spielten eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des Wintertourismus in der Schweiz und über die Landesgrenzen hinaus. So wurde hier an Weihnachten 1934 etwa der erste Bügellift der Welt in Betrieb genommen. Bei der Bushaltestelle Klosters, Hotel Sport startet diese gemütliche, signalisierte Winterwanderung. Sie führt durch die verschneite Landschaft hinauf zum Berghaus Alpenrösli. Kurz nach dem Start passiert man das Mura Beizli, die ehemalige Talstation des Alpenröslilifts. Der Skilift, der 1951 in Betrieb genommen wurde, prägte die Region über Jahrzehnte, bevor man ihn 1996 stilllegte und die Station 2019 in ein charmantes Beizli verwandelte. Weiter führt die Wanderung entlang des Talbachs und vorbei an Pardels, wo Rastplätze mit Blick ins Prättigau zum Verweilen einladen. Am Ziel auf 1450 m ü. M. bietet das Berghaus Alpenrösli eine traumhafte Aussicht ins Gotschna- und Parsenngebiet sowie köstliche regionale Spezialitäten. Danach geht es auf demselben Weg zurück nach Klosters. Wer einen Schlitten dabei hat, kann den Rückweg auch mit einer schwungvollen Abfahrt ins Tal abkürzen.