Brig — Blatten bei Naters • VS

Felsterrassen hoch über Naters

Das Blindtälli zwischen Geimen und Blatten bei Naters war vor rund 100 Jahren noch eine grosse, offene Weidefläche, die von den Bauern für ihre Rinder genutzt wurde. Erst später wurden Nadelbäume angepflanzt, um Holz als Brenn- und Baustoff zu gewinnen. So entstand der Hexenwald. Riesige, moosbewachsene Felsblöcke, die von den steilen Felswänden herunterstürzten, machen das Tal zu einem verwunschenen Ort. Dass hier ab und zu Hexen tanzen, kann man sich bildhaft vorstellen. Die Wanderung beginnt am Bahnhof Brig und führt zuerst über Hartbelag zum sehenswerten alten Dorfkern von Naters. Hier beginnt der anfangs sehr steile Aufstieg durch das Strahlgässli nach Hegdorn. Der folgende Abschnitt nach Geimen verläuft abwechslungsreich auf schmalem Pfad über eine von Gletschern geformte Rundhöckerlandschaft, immer wieder mit tollen Weitblicken auf die Simplonregion und Tiefblicken hinunter nach Brig. Unterwegs kommt man bei der futuristischen Kapelle St. Laurentius vorbei, wo es einen perfekt eingerichteten Grillplatz gibt. Kurz nach Geimen betritt man den zauberhaften Wald im Blindtälli. Gleich zu Beginn sollte man den Umweg zum Walpurgisplatz nehmen. Auf dieser mystischen Waldlichtung befindet sich ein toller Picknickplatz mit Grillstelle am Bach. Unterwegs nach Blatten bei Naters gibt es noch weitere Grillstellen, die letzte befindet sich beim Wasserfall kurz vor dem steilen Schlussaufstieg nach Blatten bei Naters. Weil die Route mehrmals die Strasse zwischen Brig und Blatten bei Naters kreuzt, kann man die Wanderung perfekt abkürzen. Wer den steilen Start vermeiden will, steigt in Hegdorn aus dem Postauto und stösst nach rund zehn Minuten bei der Kapelle auf die Wanderroute.

Information

Erreichbar ist Brig mit dem Zug. Von Blatten bei Naters führt das Postauto über Geimen und Hegdorn zurück nach Brig.

World Nature Forum, Infozentrum Naters,
027 924 52 76, www.jungfraualetsch.ch
Mountain-Café «Schwinlibar», Blatten,
079 342 73 79, www.schwinlibar.ch

 

Wanderung Nr. 1583

Publiziert 2019 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Markus Ruff

Wanderroute

Brig
0:00
0:00
Naters Kirchplatz
0:14
0:14
Hegdorn
0:55
0:41
Kapelle St. Laurentius
1:36
0:41
fireplace
Geimen
1:55
0:19
Blindtälli Walpurgisplatz
2:03
0:08
fireplace
Blatten bei Naters
2:53
0:50
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Vom Grenzdorf am Simplon in die wilde Natur Nr. 2147
Gondo, Kirche — Zwischbergen, Bord • VS

Vom Grenzdorf am Simplon in die wilde Natur

Schmuggler, Goldrausch und ein tragischer Bergsturz: Damit wird Gondo oft in Verbindung gebracht. Themen, die auch beim Startpunkt der Wanderung, gleich vor dem Zollposten, sichtbar sind: Der Schmugglerbrunnen erinnert an den heimlichen Warentransport über die Grenze; neben dem heutigen Stockalperturm steht auf einem Schild die Uhrzeit für den nächsten Ausflug zum Goldwaschen; und am historischen Stockalperturm, heute ein Hotel mit Restaurant, zeugt der neue Gebäudeteil aus Beton vom Bergsturz, der im Herbst 2000 das alte Gemäuer zerstört hat. Gleich gegenüber beginnt die Wanderung hinauf ins stille Zwischbergental entlang des Stockalperwegs. Am Ziel lockt der Berggasthof Bord mit einer kleinen, aber feinen Speisekarte. Rechts neben dem Wasserfall, wo der Fluss Grossus Wasser zu Tal rauscht, schlängelt sich parallel zur kurvigen Strasse ein Pfad in die Höhe. Er ist abgeschirmt vom Dach der Bäume, sodass Ruhe einkehrt. Die frische Morgenluft wirkt wie ein zweiter Espresso. Und plötzlich steht es da: ein Grüppchen Rehe, das auf der saftigen Wiese frühstückt. Auf leisen Sohlen geht es weiter in die Schlucht hinauf, über Treppen und vorbei an abenteuerlustigen Canyoning-Gruppen. Sind die ersten paar Hundert Höhenmeter überwunden, führt der Weg bei der Postautohaltestelle Hof links hinunter zur Brücke, um auf der anderen Seite in den Wald einzutauchen. Die Buchenwälder des Zwischbergentals seien die einzigen ihrer Art im Oberwallis, informiert eine Tafel. Zuerst eng und bewaldet, bietet das Tal später, wenn sich die Bäume lichten, schöne Ein- und Ausblicke. Weiter wandert man stetig dem Fluss folgend bis zum Stausee Sera. Von dort dauert es schliesslich nur noch eine halbe Stunde zur gemütlichen Sonnenterrasse des Wanderbeizli.
Majestätischer Gipfel über der Belalp Nr. 2022
Belalp • VS

Majestätischer Gipfel über der Belalp

Natürlich geht es bergauf, und man muss sich anstrengen, um den Gipfel des Sparrhorn (Sparrhoru im Walliser Dialekt) zu besteigen. Das Sparrhorn gehört aber mit Sicherheit zu den am einfachsten erreichbaren Dreitausendern in der Schweiz. Von der Bergstation Belalp, die man mit der Luftseilbahn von Blatten aus erreicht, führt der leicht ansteigende Weg am schönen Lüsgersee vorbei, der eine kleine Ebene im Berghang bildet. Wir durchqueren saftige Alpweiden und erreichen das Tyndall-Denkmal (Gedenkstein für den irischen Physiker und Bergsteiger des 19. Jahrhunderts). Hier erfahren wir auf einer Panoramatafel die Namen all der Naturwunder zwischen Mont Blanc und Aletschgletscher, die wir in südlicher Richtung bewundern können. Leicht ansteigend geht es weiter nach Hohbiel, wo sich die Bergstation einer Sesselbahn befindet, die von Juli bis August an bestimmten Tagen in Betrieb ist. In diesem Gebiet trifft man unweigerlich auf einige der berühmten Schwarznasenschafe, ein Wahrzeichen des Oberwallis. Die letzte Stunde vor dem Gipfel ist der anspruchsvollste Teil der Wanderung. Es geht steil bergauf, aber der Weg ist auch in den steinigeren Passagen angenehm zu gehen. So erreicht man das 3020 Meter hohe Sparrhorn mit seiner einmaligen Rundsicht ohne zu klettern und geniesst den weiten Blick auf die Alpen im Süden und den Oberaletschgletscher im Norden. Oder vielmehr auf das, was davon noch übrig ist. Der Abstieg erfolgt zunächst auf dem gleichen Weg. Nach dem Tyndall-Denkmal biegen wir jedoch links ab und machen einen Abstecher zum historischen Hotel Belalp aus der Belle Epoque und zur schmucken Kapelle gegenüber. Nun sind es nur noch knapp zwei Kilometer bis zum Ziel.
Zeitreise am Simplon Nr. 2085
Schallberg — Simplon Hospiz • VS

Zeitreise am Simplon

Der Weg über den Simplonpass ist die kürzeste Verbindung zwischen Paris und Mailand. Schon im frühen Mittelalter wagten Säumer mit ihren Lasttieren die beschwerliche Reise. Später schwang sich dann der Briger Kaspar Stockalper zum «König des Simplons» auf, liess den Weg aufwendig ausbauen und beherrschte bald den alpenquerenden Handel. Heute führt der Stockalperweg auf den Spuren der alten Säumer als Mehrtageswanderung von Brig bis nach Gondo. Abkürzen konnten die Säumer damals noch nicht. Mühsam kämpften sie sich von Brig auf den 1300 Meter höher gelegenen Pass. Wandernde können heute hingegen die ersten Kilometer auch per Postauto zurücklegen und bei der Haltestelle «Schallberg» aussteigen – es bleibt immer noch eine sportliche Tour bis zur Passhöhe. Zunächst geht es von der Passstrasse hinunter nach Grund, wo sich der Ganterbach, die Taferna und der Nessulbach zur Saltina vereinen. Weiter führt der Weg dann immer der wilden Taferna entlang aufwärts bis zur ehemaligen Taverne, wo die Wirtin den Säumern ihren Wein einst mit Wasser verdünnt haben soll. Das Gasthaus steht noch, Wein gibt es allerdings keinen mehr – und auch kein Wasser. Dafür hat es einen gemütlichen Picknickplatz. Anschliessend geht es nochmals steil hinauf zur Passhöhe. Kurz vor dem Pass empfiehlt sich ein Abstecher an den Hopschusee. Der Wanderweg ist nur mit «Rundweg Simplon-Bergalpe» angeschrieben und führt durch die wunderschöne Passlandschaft. Das Ziel der Wanderung wird durch den riesigen Steinadler markiert, den Soldaten während des Zweiten Weltkriegs als Symbol der Wachsamkeit auf der Passhöhe errichtet haben.
Zum Chaltwassergletscher Nr. 0830
Simplon Hospiz — Unners Schallbett • VS

Zum Chaltwassergletscher

Die Wanderung beginnt am Simplonpass, dem geschichtsträchtigen Übergang vom Wallis nach Italien. Vom Hospiz steigt der Bergwanderweg ostwärts zu einer Wasserleitung an. Den munter plätschernden Bach entlang gehts weiter mit Blick ins Rhonetal und gegen die markanten Zacken der Berner Alpen. Schon bald wechseln die grünen Matten zu einer Stein‑ und Felswüste, die der weiss leuchtende, stark abgeschmolzene Chaltwassergletscher in den letzten rund 160 Jahren freigegeben hat. Nach dem Traversieren etlicher Schmelzwasserbäche erreicht man schon bald die imposante 1850er‑Ufermoräne. Im Chaltwassertäli führt der Weg Richtung Chaltwasserpass hoch. Auf knapp 2800 m ü.M. öffnet sich der Blick gegen Osten: In einer eisfrei gewordenen Mulde ist ein türkisfarbener See entstanden und links oberhalb thront bereits die Monte‑Leone‑Hütte. Hier faszinieren die farbenfrohen Gesteine und auch die Pionierflora setzt prächtige Farbtupfer. Wer noch Zeit und Kraft hat, sollte von der Hütte unbedingt den Aussichtsbalkon zehn Minuten weiter östlich aufsuchen. Der Blick gegen die Eisabbrüche und der Tiefblick gegen die Alpe Veglia in Italien ist spektakulär. Danach gehts etwa höhenparallel auf einem schuttreichen Pfad hinüber zur Mäderlicke, dem höchsten Punkt der Tour. Nach einem letzten Blick zurück auf den Monte Leone windet sich der Weg steil durchs Bodmertälli hinunter mit einer Weitsicht ins Rhonetal und auf die formschöne Pyramide des Bietschhorns. Bei Punkt 2307 dreht der Weg zuerst westwärts ab (Achtung: Abzweigung nicht verpassen). Durch lichten Lärchenwald absteigend wird schliesslich im Unners Schallbett die Bushaltestelle erreicht.

Passende Produkte aus unserem Shop

264T Jungfrau

CHF 22.50

274T Visp

CHF 22.50

Tags

Wallis Wallis Wanderung Sommer für Familien hoch T1

Mit Klick auf ein Tag können Sie dieses in Ihrem Account hinzufügen und erhalten auf Ihre Interessen zugeschnittenen Content vorgeschlagen. Tags können nur in einem Account gespeichert werden.