Greyerzer Ausblicke

Ausgabe 2/2022

Inhaltsübersicht

  • Gelebte Tradition fern von Klischees
  • Appenzeller Wegbauer
  • Picknick mit Herz
  • Den Grenzsteinen nach
  • Leichten Fusses unterwegs

Im Greyerz erkundet man den Frühling nach und nach: Zu Beginn am Ufer des Greyerzersees, dann am Fusse des Moléson. Später geht es höher hinauf auf La Berra, bevor mit der Umrundung der Gastlosen der Sommer erreicht ist.

Gelebte Tradition fern von Klischees

Wer vom Greyerzerland hört, denkt sofort an ländliche Idylle. Das freut die Verantwortlichen des Tourismus, welche diese Beschaulichkeit seit 200 Jahren gekonnt in Szene setzen. Doch ist sie Klischee oder Realität? Ein Versuch, dieser Frage am Fuss des Moléson wandernd auf den Grund zu gehen.

Die Wanderer sitzen barfuss im weichen Gras, die Augen halb geschlossen. Der Moléson in ihrem Rücken strahlt eine wohltuende Ruhe aus. Eine Farbe dominiert das Landschaftsbild: Grün in allen Tönen und Schattierungen. Bevor die Wanderer das Naturparadies Gros-Moléson erreicht haben, sind sie an alten Alphütten mit Schindeldächern vorbeigekommen, und an ruhig weidenden schwarz-weissen Kühen. Sie haben sich mit einer Scheibe Cuchaule – einem briocheartigen Safranbrot, das typisch für die «Fête de la Bénichon» ist – und mit einem dicken Stück Greyerzer Käse gestärkt. Nun müssen sie nur noch an einem Armailli, einem Alphirten, in seiner typischen Bredzon, der kurzen Sennenjacke, vorbeikommen, der in Patois ein Lied von Joseph Bovet singt, und das Klischee ist perfekt. Den Klischees entgeht man kaum, wenn man sich längere Zeit im Greyerzerland aufhält. Und so fragt man sich, ob sie nicht nur zur DNA dieses Freiburger Bezirks gehören, sondern sogar seinen Stolz ausmachen. «Bei der Verwendung des Begriffs ‹Klischee› muss man aufpassen», warnt Isabelle Raboud-Schüle, bis 2021 Leiterin des Greyerzer Museums in Bulle. «Dieser Begriff bezeichnet ein stereotypes Bild, das man in sehr vereinfachter Form wiedergibt. Doch es stimmt, dass das Greyerzerland seit über 200 Jahren in der Tourismuswerbung und Kommunikation auf die Symbole der ‹Greyerzer Kultur›, wie die Historiker sie nennen, zurückgreift.»

Appenzeller Wegbauer

Die Gastwirte in Appenzell Innerrhoden kümmern sich freiwillig um die Wanderwege und Bänkli im Kanton. Zum Beispiel um den Weg über die Chuterenegg bei Gonten AI.

Picknick mit Herz

Was wohl ins Wolkenbrot reinkommt? Unser Frühlingspicknick überrascht mit einem Dip, der sogar die Vögel in den Bäumen neidisch macht.

Den Grenzsteinen nach

«Grenzsteine zeigen, wie sich die Dinge im Lauf der Geschichte wandeln», sagt Olivier Cavaleri im Gipfelgespräch auf dem Col de Balme VS mit Sicht auf den Mont-Blanc.

Leichten Fusses unterwegs

Leicht und bequem müssen die Wanderschuhe sein, und sie müssen schützen und stützen. Dann macht Wandern noch mehr Spass.