DAS WANDERN
Das Magazin der Schweizer Wanderwege
Oberhalb von Tunnels wandern – diese Paradiese erwarten dich
Wanderreportagen
Eine Sinfonie in Berg-Dur
Stahlblaue Bergseen, ausladende Alpweiden, dunkle Bergzacken: Oberhalb des Vereinatunnels GR dominiert das Ursprüngliche. Unser Autor hat die Naturphänomene in klassischer Musik wiedergefunden.
Wanderreportagen
ABO
Wo der Berg zur Brücke wird
Der Tunnel ist eine menschliche List, das Hindernis Berg aus der Welt zu schaffen. Doch aus der List wird die Lust, die Berge oberhalb der Tunnels zu erkunden. Ein Selbstversuch am Gotthard, inspiriert von Carl Spitteler.
Wanderreportagen
ABO
Ein Waldmosaik in Grün
Von Fichten über Lärchen, Arven, Bergföhren bis zu Legföhren: Zwischen den Tunnelportalen Preda und Spinas zeigt sich der Übergang vom Wald bis zur Baumgrenze exemplarisch. Ein Crashkurs in Forstbotanik mit einem Revierförster des Albulatals.
Wanderreportagen
ABO
Waldlabor gegen den Klimawandel
Hoch über dem Ceneri-Basistunnel wurde nach Baumarten geforscht, welche die in den 1950er-Jahren bedrohte Kastanie hätten ersetzen können. Heute steht das Arboreto di Copera im Zeichen des Klimawandels. Zu Besuch im Wald der Zukunft.
Zu den Wandervorschlägen
Nr. 2337
Davos Laret
— Lavin
• GR
Vom Pischahorn ins Unterengadin in zwei Tagen
Das Pischahorn erhebt sich mehr als 1300 Meter über den Vereinatunnel und liegt etwa in der Mitte zwischen dem Weissfluhjoch und dem Piz Buin. Es verpasst zwar die 3000er-Marke knapp, bietet mit seiner freien Lage aber eine atemberaubende Rundsicht über die Gipfel um Davos und das Unterengadin. Und an Tagen mit klarer Sicht sind sogar der Ortler (3905 m) und der Piz Bernina (4048 m) im Süden und Südwesten auszumachen.
Der Aufstieg von Davos Laret durch das Mönchalptal ist mit fast 1600 Höhenmetern recht anstrengend. Da lohnt sich ein früher Start, und hilfreich ist zudem, dass es kontinuierlich und fast durchgehend sanft bergauf geht. Auf etwa 2500 Metern liegt ein paar Hundert Meter rechts des Weges der herzförmige, türkis leuchtende Pischasee. Der Aufstieg ist durchgehend weiss-rot-weiss markiert; auf dem Gipfelgrat führt ein kurzer Abschnitt über einen ausgehauenen Weg in einer steilen Felswand, er ist aber bestens mit einem Halteseil gesichert. Vom Hafentälligletscher in den Nordhängen des Pischahorns ist in der Zwischenzeit leider nichts mehr zu sehen. Der Abstieg nach Säss und Vereina führt über unschwieriges Geröll, Felsplatten und schliesslich über Alpweiden. Das Berghaus Vereina sitzt wunderschön auf einer kleinen Schulter beim Zusammentreffen des Vereina-, des Vernela- und des Süser Tals.
Der zweite Tag bringt nur noch einen Aufstieg von 650 Metern hoch zum Vereinapass mit sich. Besonders eindrücklich ist die karge Felslandschaft auf dem Pass, und in zwei kristallklaren Seen spiegelt sich die mächtige Pyramide des 3410 Meter hohen Piz Linard, des höchsten Berges des Unterengadins. Der Abstieg durch das Val Sagliains führt im oberen Teil durch felsdurchsetzte Alpweiden; weiter unten ist der Weg oft rumplig und uneben, sodass man nicht wie gewohnt vorwärtskommt. Vorbei an der Umsteigestation Sagliains (kein Zugang für Wandernde) geht es schliesslich zum Bahnhof in Lavin.
Nr. 2338
Acquacalda
— Predelp
• TI
Vom Bleniotal in die Leventina
Die Wanderung könnte abwechslungsreicher nicht sein. Schon die erste Wanderstunde bietet einen Höhepunkt: Einen Steinwurf vom Pro Natura Zentrum Lucomagno entfernt betritt man das Waldreservat Salvasèca. Es besteht zur Hälfte aus subalpinem Fichtenwald. Die andere Hälfte wird von Lärche und Arve bestockt. Zusammen mit dem äusserst variationsreichen Gelände mit feuchten Hochmooren und felsigen, trockenen Standorten ist die Salvasèca Lebensraum für viele verschiedene Tiere.
Auf der Alpe Larecc hat man die Waldgrenze erreicht. Mit der zweiten Wanderstunde erreicht man auch die Baumgrenze. Hoch über der Schlucht des Ri da Larècc steigt man zu einer kargen Hochebene auf, mittendrin der Lago di Cane. Er wird von den zahlreichen Canali di Lareccio gespeist, die von den umliegenden Pizzos fliessen. Interessante Nebensache: Hier – und später auch nach dem Passo Predèlp – befindet man sich auch direkt über dem Gotthard-Basistunnel. Bei Pt. 2231 zweigt man links ab und steigt die nächste Wanderstunde über einsames Gelände zum Passo Predèlp auf, dem Tor zur Leventina. Der Blick auf die Berge ist überwältigend.
Eine letzte, grosszügige Wegstunde ist dem Abstieg nach Predèlp gewidmet. Den Wegzeichen folgend, erreicht man die Weiden der Alpe Sasso Jei. Der Weg ab hier ist steil und ab und zu nur als Spur zu erkennen. Zwischen den Grasnarben gilt es, den Schritt gut zu wählen. Auch der Vipern wegen. Sie lieben dieses Gelände. Es ist besonnt und gleichzeitig feucht, mit da und dort Wasser, das aus dem Felsen tritt. So erreicht man schliesslich die Alp Predèlp mit ihrer Busstation. Falls noch Zeit ist – der Bus in Richtung Faido verkehrt am späteren Nachmittag –, lässt sich im nahen Agriturismo bestens verweilen.
Nr. 2339
Preda
— Spinas
• GR
Wilde Wasser auf der Via Albula
Die Via Albula/Bernina führt auf ihrer sogenannten Königsetappe von Preda nach Spinas im Val Bever (GR). Beeindruckend ist die Alpseenlandschaft auf dem Crap Alv, spektakulär der Blick vor dem steilen Abstieg ins Val Bever.
Die Wanderung startet in Preda, sieben Kilometer oberhalb von Bergün, das man mit dem Zug von Chur aus erreicht. Die Bahnlinie ist von der UNESCO als Welterbe zertifiziert, sodass schon die Anreise zur Wanderung ein Erlebnis ist. Vom Bahnhof Preda aus führt die Wanderung rasch in den Wald. Im Schatten steigt man auf in Richtung Albulapass, vorbei am lieblichen Palpuognasee. Wer bereits eine Pause einlegen möchte, findet hier viele schöne Picknickplätze. Der weitere Weg führt mittels Holzstege über viele Bäche und über Alpweiden. Die Bäume lichten sich je weiter man ansteigt. Zweimal quert man die Passstrasse, bevor der Weg kurz vor der Passhöhe nach rechts in ein Seitental abzweigt.
Hier eröffnet sich einem ein mit jedem Schritt fantastischerer Blick auf den Lajets digl Crap Alv. Der Bergsee liegt unter einem steil abfallenden Hang, und ist in eine hügelige, schroffe Alpinlandschaft eingebettet. Von hier aus nimmt man den Schlussanstieg zur Fuorcla Crap Alv unter die Füsse, ein stetiger Anstieg auf einem gut ausgebauten Weg.
Richtiggehend spektakulär dann ist der Anblick in Richtung Engadin von der Fuorcla auf 2466 M. ü. M. aus. Der wilde Fluss Beverin schlängelt sich durch das Val Bever, soweit das Auge in beide Talrichtungen sieht. Steil abfallende Hänge und majestätische Gipfel runden das imposante Bild ab.
Schnell ist aber wieder Konzentration statt Weitblick gefragt: Der Abstieg ins Tal ist nicht zu unterschätzen: Er ist steil, rutschig und exponiert und geht mit 700 Metern Höhenunterschied in die Beine. Belohnt wird man auf dem Talboden mit der idyllischen Flusslandschaft, die zum Picknicken und Kühlen der Füsse im wilden Beverin einlädt, bevor in Spinas die Wanderung endet und man wieder die Albulabahn besteigt.
Nr. 2340
Isone, Paese
— S. Antonino, Paese
• TI
Schaukelerlebnis über dem Ceneritunnel
Was für ein Gefühl, auf einer grossen Schaukel hin- und herzuschwingen und den Lago Maggiore, die Magadinoebene und Bellinzona zu Füssen zu haben. Das spektakulär-luftige Erlebnis gibt es auf dem Gipfel des Mattro, eines unscheinbaren Bergs über dem Ceneri-Basistunnel. Für den Adrenalinkick nimmt man einiges an Höhenmetern auf sich. Zudem ist der Pfad auf den Gipfel nicht markiert und erfordert Schwindelfreiheit und sicheren Tritt.
Die Wanderung beginnt im hübschen Dorf Isone. Durch Buchen- und Kastanienwälder gelangt man in moderater Steigung zur Alp Pedrinasco. Etwa eine Viertelstunde nach der Alp weist ein markierter Stein den Weg auf den Mattro. Erst hier verlässt man den signalisierten Wanderweg. Das weisse Abzweigerschild mit der Schaukel bei der Alp Pedrinasco wird ignoriert, dieser Weg führt nicht ans Ziel.
Hat man den Mattro geschafft, geht es an den Abstieg nach S. Antonino – mit eindrücklichem Tiefblick aufs Wirrwarr aus Strassen und Schienen, wo hinter Bellinzona die Züge im Ceneri-Basistunnel verschwinden und die Autos sich auf der Passautobahn drängen. Nach Cima di Dentro ist der Wald erneut treuer Begleiter, manch knorrige Kastanie säumt den Weg.
Beim Punkt 576 / Monte dei Pedrelli wartet der zweite Leckerbissen des Tages. Ein Abstecher auf der Waldstrasse Richtung Pianaccio führt zum Arboreto Copera. Die nicht öffentlich zugängliche forstliche Versuchsfläche Copera wurde in den 1950er-Jahren mit 71 Baumarten bepflanzt, davon 49 exotischen. Es ging darum, herauszufinden, welche Arten sich als Alternative zur Kastanie eignen könnten, die damals von Kastanienrindenkrebs befallen war und deren Aussterben man befürchtete. Die Krankheit war weniger aggressiv als angenommen, die Tessiner Kastanien haben überlebt. Auf dem Arboreto Copera – einem Lehrpfad – kann man die Bäume aus dem Versuchsprojekt kennenlernen.
Befindet man sich wieder auf dem Wanderweg, steigt dieser durch den Wald nochmals ordentlich bergab. Nimmt der Lärm der Autobahn überhand, ist das Ziel nicht mehr weit.
Weitwandern in der Schweiz – bereit für dein nächstes Abenteuer?
Aus der Wanderwelt
Unbekannte Mehrtagestouren und wahre Klassiker
Den Rucksack packen und loslaufen. Tagelang, vielleicht wochenlang: Weitwandern ist die ursprünglichste Reiseform des Menschen. Ganz am Anfang steht die Wahl der richtigen Route.
Praktisch
ABO
Die richtige Ausrüstung fürs Weitwandern
Wer tagelang unterwegs ist, erlebt, wie befreiend es ist, nur das Nötigste im Rucksack zu tragen. Und nimmt kleine Komforteinbussen in Kauf. Worauf es beim Packen für eine Weitwanderung ankommt.
Aus der Wanderwelt
ABO
Weitwanderbücher
Mehrtagestouren in der Schweiz, Neues von Thürmer, eine Grenztour und der neue Routenführer des Alpenpanoramawegs.
Portraits
ABO
Unterwegs mit Christina Ragettli
Vor ein paar Jahren ist Christina Ragettli während vier Monaten von Triest bis Monaco 2362 Kilometer durch die Alpen gewandert. Auf einer Tagestour im Gotthardmassiv erzählt die Bündnerin, warum sie seither nur noch in der Schweiz weitwandert.
Aus der Wanderwelt
Hast du den fahrenden Wegweiser schon gesehen?
Seit Mai 2026 fährt eine ganz besondere Lokomotive durch die Schweiz: die SBB Lokomotive im Design der Schweizer Wanderwege. Gestaltet als riesiger Wegweiser in den vier Landessprachen, verbindet sie zwei Netze, die das Land prägen: das Wanderwegnetz und das Schienennetz.
Aus der Wanderwelt
Neues aus der Wanderwelt
Die Schweizer Wanderwege haben jetzt eine eigene Lokomotive, Fribourg Rando feiert eine Röstiparty und im Bergell lässt sich an der Biennale Bregaglia das Wandern mit der Kunst verbinden.
Aus der Wanderwelt
ABO
Solch beeindruckenden Landschaft begegnet man beim Wandern in der Schweiz
Türkiser Gletschersee im Wallis, magische Stimmung auf dem Gipfel Pierre Avois VS und das grüne Juwel Valle di Patro im Tessin.
Aus der Wanderwelt
ABO
Warum eigentlich sehen die Wegweiser in Graubünden anders aus?
Nützliches Wanderwissen
Diese Produkte empfehlen wir dir
Praktisch
Neue Wanderausrüstung
Ein Handlicht für den Notfall, ein Trekkingrucksack für viel Ausrüstung und eine komfortable Wanderhose mit viel Beinfreiheit.
Aus der Wanderwelt
Nie mehr auf dem Trockenen sitzen
Praktische Mehrwegflasche der Schweizer Wanderwege
Aus der Wanderwelt
Die Wanderapotheke
Gefüllt mit einer soliden Basis und Platz für individuelle Ergänzungen
Community Hike: Komm mit uns wandern!
Gruppenwanderung am Wasser
Jetzt an der Verlosung teilnehmenReportagen mit Wandervorschlägen
Wanderreportagen
ABO
Diva im Schuppenkleid
Giftig, aber vor allem scheu: Die Kreuzotter verschwindet meist, bevor man sie überhaupt bemerkt. Hilft es, mit einem Schlangenexperten unterwegs zu sein? Eine Exkursion im Glarnerland zeigt es.
Die Schweizer Wandernacht rückt näher ...
Aus der Wanderwelt
ABO
Wenn die Schweiz durch die Nacht wandert
Sobald am 27. Juni 2026 der Mond aufgeht, werden wieder Tausende Wanderschuhe geschnürt. Die Schweizer Wandernacht feiert ihr 20-Jahr-Jubiläum. Wie es ist, bis zum Sonnenaufgang unterwegs zu sein, haben wir auf einer nächtlichen Tour bei Baden AG erlebt.
Alle Angebote entdecken
Ob gemütlich oder sportlich, nah oder fern, gruslig oder kulturell – die Palette an geführten Nachtwanderungen ist breit. Wähle ein passendes Angebot und wandere in der Nacht vom Samstag, 27., auf Sonntag, 28. Juni 2026 mit.
Jetzt anmelden
Wandern im Ausland
Wandern im Ausland
Geführte Gruppenreisen
Die Schweizer Wanderwege präsentieren Ihnen handverlesene Gruppenreisen, bei denen eindrucksvolle Landschaften, genussvolles Wandern und kulturelle Entdeckungen im Mittelpunkt stehen.
Zu allen Gruppenreisen
Wandern im Ausland
Gruppenreise: Wandern im Baltikum
Während dieser facettenreichen Reise der Schweizer Wanderwege und Kontiki besuchen Sie die geschichtsträchtigen Städte Riga und Vilnius und den reizvollen Nationalpark der Kurischen Nehrung, wandern durch Moore und entdecken das Geheimnis des Bernsteinfangens.
Mehr erfahren
Begegnungen am Wanderweg
Portraits
ABO
Angetroffen bei Saint-Ursanne JU
Florian Schweer, ein junger Ostschweizer, der als Landwirt im Jura lebt