Schweizer Wanderwege | Wandervorschläge • Schweizer Wanderwege

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Von Schwarzenburg ans Schwarzwasser Nr. 2122
Schwarzenburg — e • BE

Von Schwarzenburg ans Schwarzwasser

Die Ruine Grasburg ist ein Paradies für Mittelalterfreunde, Geschichtsinteressierte und Kinder mit Fantasie: Noch immer ragt zwischen den Bäumen ein Überrest des einst mächtigen Wohnturms in den Himmel, an die steilen Sandsteinfelsen schmiegen sich Mauern längst geschleifter Wehrgänge und auf dem höchsten Punkt des Felssporns geben letzte Fensterbögen den Blick auf die Sense weit unten frei. Während Jahrhunderten hatten hier die Herren von Zähringen, Burgund, Savoyen, Habsburg und Bern gekämpft, gewohnt und regiert, bis die riesige Anlage unweit von Schwarzenburg irgendwann überflüssig wurde. Heute ist sie ein beliebtes Wander- und Schulreiseziel. Nur an wenigen Orten führt ein Weg so bequem ins wilde Tal der jungen Sense hinab. Und nur an wenigen Orten lässt sich Kulturgeschichte so wunderbar mit purem Badeplausch verbinden. Vom Start am Bahnhof Schwarzenburg dauert es eine gute halbe Stunde bis hinunter zur Grasburg. Danach überbrückt der gedeckte Harrisstäg die Sense und der Weg führt wieder steil die Flanken des Flusstals hinauf in Richtung Albligen. In diesem Berner Dorf nahe der freiburgischen Grenze passiert man die Kirche und das schön erhaltene Pfarrhaus und steigt einen schattigen Hohlweg hinauf, bis sich auf der Höhi eine fantastische Aussicht über die Berner Voralpen und das Mittelland bietet. Beim Weiler Burlingen fällt der Wanderweg dann wieder ab und bald ist man in der Urlandschaft des Sensetals. Auf den letzten zwei Kilometern bis zur alten Schwarzwasserbrücke bieten sich nochmals viele Gelegenheiten für ein erfrischendes Bad. Besonders idyllisch ist es am Zusammenfluss von Sense und Schwarzwasser und direkt unterhalb der alten Schwarzwasserbrücke. Um zur S-Bahn-Station Schwarzwasserbrücke zu gelangen, muss man dann allerdings nochmals aus dem Flusstal hochsteigen.
Von der Mondlandschaft an der Lenk Nr. 2164
Leiterli (Bergstation) • BE

Von der Mondlandschaft an der Lenk

Das Ziel dieser nicht allzu langen Rundwanderung scheint nicht von dieser Welt: Über die Gryde oberhalb des Betelbergs zieht sich der Wanderweg durch eine eindrückliche Kraterlandschaft. Weiss-graue Dolinen sind es, entstanden während Jahrhunderten, in denen Schmelz- und Regenwasser das weisse Gipsgestein immer und immer wieder bearbeitet haben und dieses sich auflöste. Gleichzeitig bildeten sich Hohlräume unter den Dolinen, die mit der Zeit einstürzten und die Dolinen nochmals vergrösserten. Geblieben ist eine kleine Mondlandschaft, karg und bröcklig, mit tiefen Wasserrunsen, unterdessen teilweise überwachsen von Wacholder-, Erika- und Heidelbeersträuchern. Gleichzeitig mit dem Gips entstand vor rund 200 Millionen Jahren in einem untiefen Meer auch Rauhwacke, ein poröser, gelblicher Kalkstein. Er ist etwas härter als der Gips, und deshalb entdeckt man bereits auf dem Hinweg zur Gryde einige kleine daraus bestehende Felstürme, die den Weg säumen. Die einfache Familienwanderung beginnt an der Bergstation der Betelberg-Gondelbahn. Gleich zu Beginn lässt sich ein kleiner, fürs Wandern aber abwechslungsreicherer Umweg über das Leiterli machen – im Sommer lohnt es sich auch, hier nach Heidelbeeren Ausschau zu halten. Bald schon erblickt man die verwitterte, weisse Landschaft der Gryde. Einige Tümpel und kleinere Dolinen kündigen an, was folgen wird. Beim Punkt 1983 geht es nach rechts weiter, beim Punkt 2077 beginnt der Höhepunkt: Schwindelfreie und geübte Berggehende wagen sich tiefer in die Kraterlandschaft hinein als andere – der markierte Wanderweg führt kurvenreich und manchmal beidseitig abschüssig bis zur Schutzhütte. Mit etwas Vorsicht ist der Weg aber für Kinder gut machbar. Wer danach noch mag, steigt auf zum Gipfel des Stübleni, bevor der Rückweg zur Bergstation ansteht.
Zwei Tage zwischen Muverans und Diablerets Nr. 2165
Jorasse — t • VS

Zwei Tage zwischen Muverans und Diablerets

Der Muveran ist nicht der bekannteste Gipfel im Alpenbogen, doch es gibt gleich zwei davon: den Petit und den Grand Muveran. Sie zu erklimmen, ist etwas für Bergsteigerinnen und Bergsteiger. Dank der Tour des Muverans können Wandernde sie aber immerhin umrunden – und das ist nicht weniger spektakulär. Die Hüttentour führt in vier Etappen über sechs Pässe durch die Walliser und die Waadtländer Alpen. Dank guter öV-Anbindung kann auch nur ein zweitägiger Ausschnitt davon gewandert werden. Diese Wanderung startet im Ferienort Ovronnaz, hoch über dem Rhonetal. Bei den ersten Höhenmetern bis Jorasse hilft die Sesselbahn. Dann zeigen die Wegweiser bereits das Tagesziel Derborence oder das Zwischenziel Rambert an. Über ausgedehnte Alpen und steile Felsstufen führt der Weg in alpines Gelände unterhalb der Muverans, wo sich gerne Steinböcke tummeln. Vorbei an der Cabane Rambert CAS wandert man weiter zum Col de la Forcle. Danach geht es fast nur noch bergab: zunächst am Lac de la Forcle vorbei, dann immer dem Flüsschen Dorbonne entlang, bis zwischen den Lärchen der lauschige Lac de Derborence hindurchblitzt. Im 18. Jahrhundert haben hier zwei Bergstürze von den Steilhängen der Diablerets eine einzigartige Landschaft geformt. Am zweiten Tag stehen zunächst ein schweisstreibender Aufstieg zum Pas de Cheville und dann ein gemütlicher Spaziergang über sanfte Wiesen bis zur Alp Anzeinde an. Hier bietet sich die Refuge Giacomini für einen Zwischenhalt an, bevor es erneut in die Höhe zum Col des Essets geht. Damit wären die Höhenmeter dann auch schon fast geschafft. Bis zum Weiler Pont de Nant, von wo ein Bus zurück ins Tal fährt, führt der Wanderweg abwechslungsreich über Weiden, durch Schluchten und vorbei an alten Alphütten.
Entlang der Absinth-Strasse im Val de Travers Nr. 2166
Les Verrières, gare — g • NE

Entlang der Absinth-Strasse im Val de Travers

Mit ihren Brennereien und den der Grünen Fee gewidmeten Museen hat die Absinth-Strasse viel zu bieten, ist aber auch ganz schön lang: 45 Kilometer sind es vom französischen Pontarlier bis nach Noiraigue NE. Wieso also nicht nur ein Stück davon unter die Füsse nehmen, und das für einmal in unüblicher Richtung, von der Schweiz nach Frankreich? Nebenbei lassen sich unterwegs auch noch die Unterschiede bei den Markierungen der Wanderwege dies- und jenseits der Grenze studieren. Am Dorfausgang von Les Verrières beginnt ein gemächlicher Anstieg, der westwärts hinauf zum 1323 Meter hohen Grand Taureau führt. Die Landschaft ist vielfältig, mit halboffenen Weiden, Höfen und Häuschen sowie Tannen und Laubbäumen. Nach einem Drittel der Strecke taucht man auf dem Höhenrücken Montagne du Larmont in den Wald ein. Ein Pfad überquert die schweizerisch-französische Grenze, wo sich die Wegmarkierungen verändern. Vom Grat aus bietet sich eine schöne Aussicht auf die Wälder der Region. Nach einem Abschnitt auf asphaltierter Strasse, mit Blick auf den Lac de Saint-Point, wechselt die Route bei Grange des Miroirs auf die Nordseite des Grats. In der Folge geht es zwischen Hügeln hindurch, mal flach, mal auf und ab, umgeben von Weiden und Wäldern. Ab Les Jeantets führt ein Weg in südlicher Richtung bis zum Ziel der Wanderung in Le Frambourg – vorbei am Fort Mahler, das einst das in Sichtweite gelegene Château de Joux beschützte.
Zu den Schwyzer Klippen auf der Ibergeregg Nr. 2163
Ibergeregg, Passhöhe — n • SZ

Zu den Schwyzer Klippen auf der Ibergeregg

Auf der Ibergeregg gibt es viel zu sehen und zu erleben: Schon an der Bushaltestelle auf der Passhöhe zeigt sich immer wieder einmal eine (ungiftige) Barrenringelnatter auf dem warmen Beton; unterwegs zum Steinboden ragen die imposanten Schwyzer Klippen aus dem dunklen Wald; in der Isentobelhütte gibt es hervorragenden Alpkäse direkt aus dem Käsekeller. Etwa auf halbem Weg steht zudem auf 1500 Metern über Meer eine der höchstgelegenen Buchen des Kantons. Die prägnanten Gipfel der Mythen rücken ständig wieder ins Blickfeld, und sogar der Wald wechselt hier immer wieder seine Gestalt – vom Moorwald bis zum Blockschutt-Fichtenwald. Gestartet wird zu dieser kurzen, aber sehr abwechslungsreichen Tour direkt auf der Passhöhe der Ibergeregg. Der Wegweiser zeigt zunächst in Richtung Sternenegg. Über Moorwiesen und durch einen verwunschenen Märchenwald geht es leicht bergan bis zur Alphütte Sternenegg. Hier gibt es einen überdachten Rastplatz und eine Prachtaussicht auf das Muotatal und die Innerschweizer Alpen. Dann zweigt der Wanderweg links ab in Richtung Richtershüttli. Beim Hüttli, das eigentlich ein Stall ist, wechseln die Markierungen von Gelb zu Weiss-Rot-Weiss, und der schmale Weg steigt durch einen schönen Bergföhrenwald nochmals etwas an bis zum Tannboden. Ein Aussichtsbänkli verleitet an diesem besonderen Ort zur Rast. Anschliessend geht es an den senkrechten Klippen der Mördergruebi vorbei hinunter auf den Steinboden. Im Bergrestaurant Laucheren werden im Sommer Wanderer und im Winter Skifahrerinnen verköstigt. Zurück ins Tal nach Oberiberg kommt man bequem mit der Sesselbahn der Ferienregion Hoch-Ybrig.
Historische Spuren und viel Natur bei Jonschwil Nr. 2162
Jonschwil, Kreisel • SG

Historische Spuren und viel Natur bei Jonschwil

Diese Wanderung führt an einen unaufgeregten Ort. Jedenfalls ist er dies heute. In den 1970er-Jahren löste ein Artikel über das hiesige Geschehen während des Zweiten Weltkriegs eine nationale Debatte aus. Denn beim Süsack-Wald bei Jonschwil wurde am Abend des 10. November 1942 ein Landesverräter hingerichtet. Ernst Schrämli hatte dem deutschen Konsulat in St. Gallen vier Artilleriegranaten, eine Panzergranate, den Schlüssel eines militärischen Depots und einige offenbar nicht sehr wertvolle schriftliche Nachrichten und Skizzen vermittelt. Dafür erhielt er 500 Franken und die Aussicht auf ein deutsches Visum. Der Journalist Niklaus Meienberg kritisierte die Ungerechtigkeit der Militärjustiz während des Krieges: Während man die Kleinen aufhängen würde, liesse man die Grossen laufen. Auf dieser einfachen Wanderung kann das historische Geschehen ausgiebig diskutiert werden – man wandert nämlich fast immer nebeneinander auf Strässchen, oft auch auf asphaltierten. Erst passiert man bei Grund die ehemalige Kiesgrube, die heute ein wertvolles Amphibienlaichgebiet ist. Nach dem kleinen Anstieg belohnt einen oben das Ausflugsrestaurant Wildberg: Unter der grossen Linde auf dessen Terrasse kann ein wunderschönes Panorama genossen werden. Erst eben, dann abfallend und durch Wald erreicht man schliesslich Punkt 630; hier machen Geschichtsinteressierte einen kurzen Abstecher auf dem Wanderweg Richtung Jonschwil nach Seewadel. Das erste Haus am Waldrand ist das ehemalige Munitionsdepot, wo Schrämli damals erschossen worden ist. Dem Ortsrand von Oberuzwil folgend – eventuell mit einer Pause in der dortigen Badi – gelangt man zum Bettenauer Weiher. Auf dessen Oberfläche schwimmen Hunderte von weissen Seerosen. Es ist einer von zwei natürlichen Beständen in der ganzen Schweiz. Am ehemaligen Moorweiher wurde bis 1945 auch Torf gestochen. Nun ist es nicht mehr weit bis Jonschwil.
Rundwanderung über den Zwinglipass Nr. 2161
Wildhaus, Dorf • SG

Rundwanderung über den Zwinglipass

Man nennt sie auch die Sherpas vom Zwinglipass: Seit über einem halben Jahrhundert kommen in Wildhaus im Toggenburg jeweils am letzten Samstag im Juni frühmorgens Dutzende von Freiwilligen zusammen. Ihre Mission: der Transport von mehreren Tonnen Holz, Lebensmitteln und Haushaltsartikeln, die für den saisonalen Betrieb der Zwinglipasshütte auf 1999 Metern Höhe benötigt werden. Während die fleissigen Trägerinnen und Träger, dank deren Einsatz ein Helikopterflug eingespart werden kann, «nur» die letzten 200 Höhenmeter zwischen der Bergstation einer Materialseilbahn und der Hütte zu bewältigen haben, bietet sich für Wandernde mit leichterem Gepäck eine attraktive Schleife über den Mutschensattel an. Ab der Bushaltestelle «Wildhaus, Dorf» geht es zuerst bis zur Talstation der Gondelbahn Gamplüt und danach dem geheimnisvollen Flüretobel entlang. 300 Höhenmeter weiter oben mündet der Weg in eine kleine, asphaltierte Strasse, die bis zur Teselalp führt. Nach der Alp geht die Strasse in einen angenehmen Pfad über, der sanft in Richtung Gruebe und dessen kleinen Sömmerungsbetrieb ansteigt. Ab hier wird die Landschaft einsamer, aber nie unwirtlich. Vom 2069 Meter hohen Mutschensattel bietet sich ein schöner Ausblick auf die umliegenden Gipfel. Das nächste Teilstück verläuft um die Felsen des Chreialpfirsts herum bis zum Zwinglipass und zur SAC-Hütte gleich darunter, vor deren Terrasse sich die majestätischen Churfirsten ausbreiten. Der Abstieg zurück nach Wildhaus beginnt auf dem schmalen Pfad der Hötteträgete. Nach der Teselalp folgt ein kurzer Abschnitt auf der zuvor in der anderen Richtung begangenen Strasse, bevor die Route bei Punkt 1389 abzweigt, in Richtung der Bergstation der Gondelbahn Gamplüt. Ab da führt ein gelb markierter Weg hinunter nach Wildhaus.
Auf den höchsten Nagelfluhberg Europas Nr. 2159
Stein SG, Dorf — n • SG

Auf den höchsten Nagelfluhberg Europas

So hoch wie am Speer türmt sich die Nagelfluh sonst nirgends in Europa. Das Gestein, das an Nägel mit runden Köpfen erinnert, entstand vor rund 25 bis 30 Millionen Jahren während der Alpenbildung. Die Erosion liess die sich hebenden Berge wieder zusammensinken. Der Kies sammelte sich in einem riesigen Molassebecken, wo er sich unter anderem zu Nagelfluh verfestigte. Als etliche Millionen Jahre später die Alpenbildung ihren Höhepunkt erlebte, schob sich die Säntisdecke, eine mächtige Gesteinsdecke mit dem markanten Schrattenkalk, über einen Teil des Molassebeckens und riss zwei grosse Schuppen ab. Diese verkeilten sich in ein ander, und das Ganze kam im 40-Grad-Winkel in die Landschaft zwischen Linthebene und Toggenburg zu liegen. Der 1950 Meter hohe Speer war geboren. Besteigt man den Berg vom Toggenburg aus und kehrt auch dorthin zurück, ist man die ganze Zeit auf Nagelfluh unterwegs. Das Nagelkopfgestein begegnet einem im Aufstieg von Stein ab der Alp Stofel und begleitet einen zuverlässig über die Ober Herrenalp bis zur Alp Oberchäsere, dem Ziel des ersten Tourentags. Zu Beginn der Wanderung muss man einiges an Hartbelag überwinden, danach ist man auf einladenden Alp-, Moor- und Waldwegen unterwegs. Nach der Übernachtung in der urigen Alp Oberchäsere macht man sich, gestärkt mit hausgemachter Älplerküche, auf zum Speer-Gipfelaufstieg und zum grossen Panoramagenuss. Die Aussicht reicht vom Schwarzwald über den Bodensee und den Alpstein bis zu den Glarner und den Zentralschweizer Alpen. Im langen Abstieg über Schilt, Perfi renchopf und Bläss-Chopf nach Nesslau wandert man sodann auf der Spitze der schräg gestellten Speer-Schuppe; nicht zuoberst, denn dort ist es zu schmal, aber immer den Hängen entlang. Der Weg ist steil, wild und abschüssig. Übrigens: Im ganzen Wandergebiet weiden im Sommer sehr viele Kühe. Wer es ruhiger mag, unternimmt die Tour ab Ende August.
Durch die Karstlandschaft auf den Chäserrugg Nr. 2160
Iltios — g • SG

Durch die Karstlandschaft auf den Chäserrugg

Die Churfirsten sind eine Gebirgskette mit sieben «Zinggen». Auf der Toggenburger Seite sind sie lieblich grün anzusehen, zum Walensee hin steil und felsig abfallend. Alle sind begehbar, entweder wandernd oder kletternd. Der Chäserrugg ist der einzige, der touristisch mit einer Luftseilbahn erschlossen ist. Der zweite Churfirst ist der Hinderrugg, der höchste. Es folgen der unbekannte Schibenstoll und der sportlich fordernde Zuestoll. Der breite Brisi ist die Nummer fünf. Eine Pyramide bildet der Frümsel. Der siebte, der Selun, ist sagenumwoben. Ausgangspunkt dieser Wanderung ist Iltios, das von Unterwasser zu Fuss oder – etwas gemütlicher – mit der Standseilbahn zu erreichen ist. Bereits in Iltios ist der Blick auf die Churfirsten eindrücklich. Die Wanderung führt über Alpweiden und entlang der Bergflanke des östlichen Chäserrugg. Mit etwas Glück begegnet man hier am Morgen Steinböcken. Bei der Alp Plisa beginnt ein Gelände mit einer eindrücklichen Karstlandschaft, der Weg führt mittendurch. Nach der Durchquerung erreicht man den Sattel. Hier berührt der Wanderweg kurz den Geologischen Rundweg um den Gamserrugg. Das Gestein der Churfirsten geht bis in die Kreidezeit (144 bis 65 Millionen Jahre v. Chr.) zurück. Die Gegend war Teil eines tropischen Meeres. 2002 wurde in dieser Region gar ein Skelett eines weissen Hai gefunden. Nachdem der Sattel passiert ist, erreicht man die Schlachtböden. Eine Hochebene, auf der während des Alpsommers Kühe weiden und auf der es viele kleine Moorgebiete gibt. Diese bieten Nährboden für Kleintiere und Pflanzen, beispielsweise für das Wollgras. Auf der ganzen Wanderung ist am Wegrand eine einmalige Alpenflora zu bewundern. Bis zum Ziel auf dem Chäserrugg sind es noch wenige Höhenmeter. Der Rückweg vom Chäserrugg ins Tal ist entweder per Luftseilbahn oder als Wanderung über den Chäserrugg oder Hinderrugg via Gluristal möglich.
Durch die grüne Schlucht: die Gorges de l’Orbe Nr. 2152
Le Day — e • VD

Durch die grüne Schlucht: die Gorges de l’Orbe

Wer an einem sonnigen Tag im Frühling durch die Gorges de l’Orbe wandert, geht durch eine ganz und gar grüne Welt: Riesige bemooste Felsblöcke liegen im Fluss, insgesamt sind rund 80 Moosarten aus der Orbe-Schlucht bekannt. Farne säumen den Weg, hell strahlen die Blätter der Buchen. Waldveilchen und Frühlingsplatterbsen setzen violette Farbtupfer. Eindrücklich, was für eine vielfältige Pflanzenwelt an diesem feuchten, schattigen Ort gedeiht. Zum Anfang lohnt sich der kleine Umweg vom Bahnhof in Le Day aus über die Staumauer. Danach führt der Weg nahe dem Flussbett mit seinen bemoosten Steinen entlang zum Saut du Day, wo das Wasser über etwa zehn hohe Stufen in ein Becken stürzt. Bis 1972 stand hier ein Kraftwerk, mit dessen Strom in einer Fabrik Kaliumchlorat für Sprengstoff und Streichholzköpfe hergestellt wurde. Ein alter, dunkler Tunnel aus Fabrikzeiten führt heute noch unter dem Wasserfall hindurch. Nun wandert man der Orbe entlang, wechselt die Uferseite, steigt immer höher die Flanke hinauf und blickt dabei immer wieder auf den Fluss weit unten. Erst kurz vor Les Clées führt der Weg wieder ans Wasser. Vor der ersten Brücke zeigt ein Holzwegweiser zu den Marmites, den Gletschertöpfen. Dort hat sich das Wasser vor Jahrtausenden, als die Orbe vergletschert war, tief in den weissen Stein eingefressen: Im Wasserstrudel drehende Steine haben runde Löcher ausgehöhlt, die heute von Moos bewachsen sind. Ein magischer Ort. Auf der nördlichen Seite der Brücke führt der Weg nun sonnig und hoch über der Orbe entlang, meist ohne Sicht auf den Fluss, bis es wieder zu einer Brücke hinuntergeht. Hier kann die Schlucht einige Meter auf eigene Faust erkundet werden – solide Wanderschuhe und Vorsicht vorausgesetzt. Ein letztes Mal wechselt man auf die Südseite der Orbe und steigt den Bergwanderweg hoch, wo Schwindelfreiheit gefragt ist. Ab und zu erhascht man einen Blick auf den Fluss, bevor man schliesslich in Orbe ankommt.
Auf Wassersuche in der Combe de Biaufond Nr. 2153
Biaufond, La Rasse — e • NE

Auf Wassersuche in der Combe de Biaufond

Im Tal führt der Doubs viel Wasser. Breit und mächtig fliesst er vor sich hin. Doch folgt man der Biaufond- und Valanvron-Schlucht aufwärts, wandert man meist einem leeren Bachbett entlang. Das gesamte Wasser des Bachs La Ronde versickert im Kalkboden und fliesst unterirdisch in den Doubs. Die Wanderung beginnt in La Rasse (F), das Ziel ist La Chaux-de-Fonds. Die erste halbe Stunde verläuft auf der französischen Seite des Doubs. Ein verwunschener Weg führt dem Wasser entlang und folgt der französischen Signalisation bis zum Lac de Biaufond. Wasserschwertlilien, Schwäne, Insekten, Wasserlinsen, Algen: Der Stausee bietet zahlreichen Pflanzen und Tieren einen passenden Lebensraum. Hier geht der Weg rechts ab Richtung Cul des Prés. Bereits rund 100 Meter nach dem See führt der Bach kein Wasser mehr – auf der Karte ist die blaue Linie noch deutlich länger eingezeichnet. Danach ist das Bachbett mit einer gepunkteten Linie markiert. Nun beginnt der Weg langsam anzusteigen, die Umgebung wird felsiger, die Schlucht enger. Im oberen Teil der Biaufond-Schlucht gibt es noch etwas Abenteuer: Einige Stellen sind mit Brücken und Leitern ausgebaut. Bald erreicht man den Waldsee Cul des Prés, wo es einen Rastplatz mit Feuerstelle und Tisch gibt. Hier geht der Bergweg in einen Feldweg über, und die rund zwei Stunden in der Valanvron-Schlucht vergehen wie im Fluge. Kurz vor den Becken der Kläranlage – man verlässt für kurze Zeit den markierten Wanderweg – kommt der grosse Moment: An einer mit Algen bewachsenen Stelle kann man direkt beobachten, wie das Wasser im Boden versickert, obwohl normalerweise 220 Liter Wasser pro Sekunde aus der Kläranlage strömen. Das letzte Stück der Wanderung führt zurück auf den Wanderweg oben auf der Ebene und zum Friedhof. Von hier fährt der Bus zurück zum Bahnhof von La Chaux-de-Fonds.
Durch die Combe Grède auf den Chasseral Nr. 2154
Villeret — e • BE

Durch die Combe Grède auf den Chasseral

Am Bahnhof von Villeret spannt sich ein grosser gelber Winkel über den ganzen Fussweg und gibt die Richtung vor: «Chasseral par les Gorges de la Combe-Grède». Deswegen kommen die Touristen ins kleine Juradorf im St-Imier-Tal. Gleich zwei Topattraktionen der Region gibt es auf dieser Wanderung zu entdecken: Da wäre zum einen die Combe Grède, eine der spektakulärsten Schluchten im ganzen Jura. Sie ist das älteste Naturschutz- und Jagdbanngebiet des Kantons Bern. Hier leben unter anderem Adler, Murmeltiere und Gämsen, zudem gibt es eine aussergewöhnliche Vielfalt an Pfl anzen. Zum anderen ist da der Chasseral, jener 1606 Meter hohe Bergrücken, der dank einer riesigen Antenne vom halben Mittelland aus zu sehen ist und eine gute Aussicht bis zu den Alpen bietet. Vom Bahnhof geht man zunächst quer durch das Dorf und dann auf einer Nebenstrasse der südlichsten Jurakette entgegen. Bald führt der Weg in den Wald hinein und folgt nun immer dem – oft ausgetrockneten – Bachbett. Über viele Brücken, Treppen und Leitern geht es in die Höhe. Der weiss-rot-weisse Bergwanderweg ist im Winter geschlossen und wird im Frühling von Freiwilligen wieder instand gesetzt. Nach einem eindrücklichen Felsenkessel und einem letzten Anstieg erreicht man den Rastplatz Pré aux Auges mit einem – für das Juragebirge seltenen – Brunnen. Lohnenswert ist der Abstecher zum Aussichtspunkt La Corne, von wo man die Schlucht und das St-Imier-Tal überblickt. Über weitläufi ge Weiden führt der Wanderweg nun dem Gipfel des Chasseral entgegen. Nach der Ankunft ändert sich die Szenerie schlagartig: Weit unten glitzern die Jurarandseen im Sonnenlicht und in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der Alpen. Um das Restaurant und den Parkplatz herrscht an Wochenenden reges Treiben. Der Abstieg nach Nods erfolgt dann allerdings abseits der Strasse über einen teils aussichtsreichen, teils schattigen Wanderweg.
Über steile Stufen der Gorges de Perrefitte Nr. 2155
Perrefitte, poste — t • BE

Über steile Stufen der Gorges de Perrefitte

Einst gab es in Perrefitte zwei Gaststätten, eine Bäckerei, zwei Lebensmittelläden und eine Metzgerei. Zudem war das bernjurassische Dorf weitherum bekannt für sein Skirennen an den Hängen des Moron und für das waghalsige Motorradrennen durch das Tal. Heute ist Perrefitte ein ruhiger Vorort von Moutier und ein idealer Ausgangspunkt für eine Familienwanderung durch die wenig bekannte Gorges de Perrefitte. Start ist bei der Bushaltestelle «Perrefitte, poste», direkt beim einzigen verbliebenen Restaurant – das allerdings heute weit mehr ist als eine Dorfbeiz und Gourmands aus nah und fern anzieht. Zunächst geht es ein Stück der Strasse entlang, bis ein Feldweg links abzweigt und ans Ufer der Chalière führt. Das Flüsschen hat während Jahrtausenden einen imposanten Einschnitt geformt. Über viele Treppen und Brücken führt der aufwendig ausgebaute Wanderweg dann immer tiefer in die Schlucht hinein. Nach einer gemütlichen knappen Stunde verlässt der Wanderweg den Bachlauf, verläuft einige Meter auf einer Strasse und steigt dann in Richtung Moron/sommet etwas an. Man umgeht in einem grossen Bogen das idyllisch auf einer Waldlichtung gelegene Bauerngut Plain Fahyn und tritt nach gut 150 Höhenmetern und einer Spitzkehre den Rückweg nach Perrefitte an. Zunächst geht es auf einer Forststrasse den steilen Hang entlang, wo im Herbst manchmal mithilfe komplizierter Seilbahnkonstruktionen geholzt wird. Bald schon tritt man dann aber ans Licht und läuft mit Aussicht auf das ferne Moutier über die schön besonnten Wiesen den Berg hinunter. Die Pâturage du Moron gehört zu jenen malerischen Weiden, die es so nur im Jura gibt. Magere Wiesen, durchsetzt mit knorrigen Ahornen und sturmgezeichneten Wettertannen, bieten Kühen und Freiberger Pferden Nahrung. Dazwischen blühen Wildrosen, und am Waldrand versuchen Brombeerranken, sich das einst mühsam gerodete Stück Boden zurückzuerobern. Bevor es zurück ins Tal geht, sollte man hier einen Moment rasten und das schöne Stück Jura pur geniessen.
Im Land der Eulen am zürcherischen Irchel Nr. 2156
Buch am Irchel, Oberbuch — l • ZH

Im Land der Eulen am zürcherischen Irchel

Irchel heisst der unscheinbare Hügelzug, der das Zürcher Weinland vom unteren Tösstal trennt. Er ist dicht bewaldet, von den Flüssen Thur, Töss und Rhein umgeben und von kleinen Dörfern mit schmucken Riegelbauten gesäumt. Was den Irchel besonders macht: Jedes Jahr werden hier über 300 Greifvögel und Eulen in die Freiheit entlassen, in ein zweites Leben. Die Tiere waren zuvor verletzt oder geschwächt in die Greifvogelstation in Berg am Irchel eingeliefert worden, wo sie gesund gepflegt wurden. Rotmilane und Mäusebussarde sind oft unter den Opfern, ebenso Waldkäuze, Sperber und Turmfalken bis hin zum stattlichen Uhu. Auf der Wanderung über den Irchel merkt man von alldem nichts. Oder doch? Wer gut beobachtet, entdeckt auf Baumwipfeln und über Feldern Rotmilane und Mäusebussarde. Mit etwas Glück erspäht man auch einen Turmfalken, der mit seinem Rüttelflug nahezu an Ort bleiben kann, bevor er sich mit atemberaubendem Tempo auf seine Beute stürzt. Der Waldkauz indes ist erst nach Einbruch der Dunkelheit zu hören, wenn sein schauriger Balzruf durch die Wälder hallt. Nach dem Start in Buch am Irchel ist der Irchelturm bald erklommen. 28 Meter über Boden schwebt dessen Aussichtsplattform, der Blick reicht vom Schwarzwald übers Mittelland bis zu den Alpen. Weiter geht es auf mehrheitlich breiten Wegen über den lang gezogenen Irchelrücken der Hochwacht entgegen. Unterwegs laden Picknickplätze mit Sicht über die Thurebene zur Rast ein. Auf der Schartenflue wählt man den kurzweiligen Umweg über die sagenumrankte Brueder-Lienert-Höhle, um zur Hochwacht zu gelangen. Hier steht die kleinste Pfadihütte der Schweiz, deren Feuerstelle zum Bräteln einlädt. Berg am Irchel, das Ziel der Tour, ist nun nicht mehr weit. Die Greifvogelstation beim Bungerthof kann zwar nur an öffentlichen Veranstaltungen be- sichtigt werden, jederzeit über Besuch freuen sich aber Strixi und Sidra. Das Habichtskauzpärchen lebt in einer Voliere am Stationseingang.
Schmetterlingstour auf der dritten Jurakette Nr. 2157
Wasserfallen — r • SO

Schmetterlingstour auf der dritten Jurakette

Auf der Baselbieter Wasserfallen will ein Aufwertungsprojekt Tagfalter gezielt fördern – mit ein Grund, diese rund fünf Stunden dauernde Wanderung über den Passwang, den (Hinter und Vorder) Erzberg und die Hohe Winde nach Beinwil unter die Füsse zu nehmen. Die Stiftung Wasserfallen will auf dem Baselbieter Hausberg einen Weiher anlegen, den Wald auflockern, eine Trockensteinmauer bauen und damit gezielte Tier- und Pflanzenarten fördern. Ein Augenmerk gilt dabei dem Thymian-Ameisenbläuling und dem Bergkronwicken-Widderchen. Zu Beginn schwebt die Seilbahn ab Reigoldswil rund 400 Höhenmeter auf die Wasserfallen. Nach einer Viertelstunde steht man mitten in der Natur auf einem attraktiven Gratweg aus Jurakalk mit Aussicht auf die Alpenkette. Der Blick fällt auf eine in Ost-West-Richtung verlaufende Mulde: Sie ist charakteristisch für die Gebirgsbarriere Wasserfallen. Immer wieder gibt es kurze Passagen direkt oberhalb der Felswand mit atemberaubendem Blick auf das Mittelland und bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau. Doch immer stehen auch Ausweichmöglichkeiten für Nichtschwindelfreie zur Wahl. Die Wanderung ist Teil der Via Surprise und auf den Wegweisern stets mit der Nummer 32 markiert. Die Via Surprise ist eine Rundtour aus sieben Etappen durch den Solothurner und Baselbieter Jura im hügeligen Gebiet zwischen Basel, Liestal, Olten und Solothurn. Nach der Überschreitung des Vogelbergs führt der Weg auf den Passwang und danach über den Sunnenberg-Grat. Eine Passage legt man auf einem Asphaltsträsschen zurück. Beim Selbstbedienungskiosk beim Vorder Erzberg bietet sich eine Pause an. Nach dem letzten Aufstieg auf die Hohe Winde hat man einen wunderbaren 360-Grad-Ausblick. Langsam fällt der Weg ab Richtung Beinwil Kloster, wo es auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt.
Allerlei Geschichten an der Südrampe Nr. 2158
Raron — g • VS

Allerlei Geschichten an der Südrampe

Nicht ganz zwei Stunden ist sie lang, diese einfache Tour. Interessierte Wandernde werden aber deutlich mehr Zeit benötigen, denn es gibt viel zu sehen. Schon in Raron lohnt sich der Besuch der beiden Kirchen: Die eine ist in den Felsen gehauen, die andere steht oben auf dem Felsen. Die Felsenkirche St. Michael ist das grösste Gotteshaus Europas der Neuzeit, das sich in einem Felsen befindet. Damit ist sie auch ein Ort für eine Abkühlung. Oben thront die Burgkirche St. Romanus mit einer schönen Freske und dem Grab des Dichters Rilke. Im Dorf geht die Wanderung am Maxenhaus mit dem wohl ältesten Briefkasten der Schweiz vorbei. Er wurde Ende des 18. Jahrhunderts eingebaut. Spannend am Haus sind auch die Fensterbögen, die nur einige Zentimeter aus dem Boden ragen: Im 16. Jahrhundert wurden Parterre und Keller mehrfach überschwemmt und mit Geröll gefüllt. Nach diesen Besuchen geht es steil durch ein Feld den Hang hinauf zur Niwa-Suone. Diese führt meist schon im April Wasser, für Abkühlung ist also auch hier gesorgt. Man folgt dem fliessenden Wasser, meist am Schatten, bis St. German. Wer nicht im dortigen Restaurant rasten will, kann dies in einer alten Stallscheune tun, die vor einigen Jahren in den Rastplatz Briggilti umgebaut worden ist. Kurz nach dem Dorf geht es wieder bergauf. Man wandert auf dem alten Säumerpfad, auf dem die Bauern früher ihren Wein von St. German nach Ausserberg gebracht haben. Umgekehrt gingen die Menschen auf diesem Weg zur Messe nach Raron. Der Boden ist gepflästert mit Natursteinen. Einmal oben, führt der breite Weg aussichtsreich und sonnig bis nach Ausserberg mit seinen drei bekannten Suonen.
Dem Absinth auf der Spur im Val de Travers Nr. 2151
Môtiers NE — x • NE

Dem Absinth auf der Spur im Val de Travers

Feen, Kobolde und andere Fabelwesen sind Ihnen unheimlich? Dann empfiehlt sich vor Beginn dieser Wanderung vielleicht ein Besuch des Maison de l’Absinthe in Môtiers, um aus dem für die Region so typischen Trank den notwendigen Mut zu schöpfen. Mit ihren steilen Felswänden, dem kristallklaren Wasser und den üppigen Moosteppichen könnte die Schlucht Pouetta Raisse ohne Weiteres einer Märchenwelt entsprungen sein. Die Wanderung beginnt in Môtiers, mitten im Val de Travers. Vom Bahnhof aus geht es zunächst durchs Dorf hindurch, vorbei an alten Jurahäusern, und anschliessend in einen bewaldeten Aufstieg hinein. Nach einer knappen halben Stunde entlang des Ruisseau du Breuil ist die geheimnisvolle und zauberhafte Pouetta-Raisse-Schlucht erreicht. Für ihre Durchquerung sollte man sich Zeit nehmen und dabei stets Augen und Ohren offen halten, damit einem keine der magischen Kreaturen entgeht, die hier zu Hause sein könnten. Hinter der Schlucht führt der Weg zuerst durch den Wald und dann dem Waldrand entlang bis nach Les Cernets Dessus. Ab hier bleiben 200 Höhenmeter bis zum Gipfel des Chasseron, beliebt nicht zuletzt bei Gleitschirmfliegern. Nach einem ausgiebigen Blick in die Weite und vielleicht einem Kaffee im Restaurant wird es Zeit, den Gratweg hinunter zu den Petites Roches in Angriff zu nehmen. Noch weiter unten, nach einem letzten Stück durch den Wald, ist mit der lebhaften Gemeinde Ste-Croix, weltweit bekannt für ihre Spieldosen und Musikautomaten, das Tagesziel erreicht. Vor dem Besteigen des Zuges wirft man am besten noch einen prüfenden Blick in den Rucksack – nicht, dass sich darin noch unbemerkt ein Gnom versteckt hat!
Milder Frühling und viel Aussicht an der Rigi Nr. 2146
Mittlerschwanden — n • LU

Milder Frühling und viel Aussicht an der Rigi

Eine etwas anspruchsvollere, dafür sehr abwechslungsreiche Route mit viel Aussicht für den Frühling? Das bietet diese kurze Wanderung am Südhang der Rigi. Die Sonne sorgt hier bereits früh im Jahr für ein mildes Klima, was auch bei der Vegetation sichtbar ist. Immer wieder trifft man auf Palmen, oberhalb von Lützelau auf die Chesteneweid. Dort wurden im Mittelalter Kastanienbäume gesetzt, damit auch ärmere Menschen genug zu essen hatten. Mit dem Aufkommen von Kartoffeln und Mais verlor die Kastanie ihre Bedeutung als billiges Grundnahrungsmittel. Noch bis heute aber dürfen alle im Kastanienhain Früchte ernten. 160 Bäume gibt es im Naturschutzgebiet, und die Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten ist gross: Verschiedene Orchideen- und Tagfalterarten finden sich unter anderem zwischen den Bäumen. Die Wanderung beginnt mit einer dreiminütigen Fahrt in der Zahnradbahn nach Rigi Kulm, die den Wandernden rund 250 Höhenmeter Aufstieg auf Asphalt erspart. Nachdem man in Mittlerschwanden ausgestiegen ist, bleibt aber immer noch genug Auf und Ab auf dem weiss-rot-weissen Bergwanderweg. Zwei Leitern müssen hinuntergestiegen werden, bevor man bei Teufibalm auf den Waldstätterweg einbiegt. Langeweile kehrt auch bei Langwilen nicht ein, obwohl ein kurzes Asphaltstück folgt. Bald erreicht man über zahlreiche Treppen die Wilenalmig mit einer Prachtaussicht auf Vitznau, die Obere Nase, den Vierwaldstättersee sowie dahinter Niederbauen und Rophaien. Anschliessend geht es durch den Lützelauerwald abwechslungsreich zwischen Nagelfluhblöcken, Gebüsch, nassen Mulden und über einige Metalltreppen bis zur Chesteneweid, bevor man den nicht mehr anspruchsvollen Abstieg zur Seilbahn Weggis–Rigi Kaltbad unter die Schuhe nimmt.
Vom Grenzdorf am Simplon in die wilde Natur Nr. 2147
Gondo, Kirche — d • VS

Vom Grenzdorf am Simplon in die wilde Natur

Schmuggler, Goldrausch und ein tragischer Bergsturz: Damit wird Gondo oft in Verbindung gebracht. Themen, die auch beim Startpunkt der Wanderung, gleich vor dem Zollposten, sichtbar sind: Der Schmugglerbrunnen erinnert an den heimlichen Warentransport über die Grenze; neben dem heutigen Stockalperturm steht auf einem Schild die Uhrzeit für den nächsten Ausflug zum Goldwaschen; und am historischen Stockalperturm, heute ein Hotel mit Restaurant, zeugt der neue Gebäudeteil aus Beton vom Bergsturz, der im Herbst 2000 das alte Gemäuer zerstört hat. Gleich gegenüber beginnt die Wanderung hinauf ins stille Zwischbergental entlang des Stockalperwegs. Am Ziel lockt der Berggasthof Bord mit einer kleinen, aber feinen Speisekarte. Rechts neben dem Wasserfall, wo der Fluss Grossus Wasser zu Tal rauscht, schlängelt sich parallel zur kurvigen Strasse ein Pfad in die Höhe. Er ist abgeschirmt vom Dach der Bäume, sodass Ruhe einkehrt. Die frische Morgenluft wirkt wie ein zweiter Espresso. Und plötzlich steht es da: ein Grüppchen Rehe, das auf der saftigen Wiese frühstückt. Auf leisen Sohlen geht es weiter in die Schlucht hinauf, über Treppen und vorbei an abenteuerlustigen Canyoning-Gruppen. Sind die ersten paar Hundert Höhenmeter überwunden, führt der Weg bei der Postautohaltestelle Hof links hinunter zur Brücke, um auf der anderen Seite in den Wald einzutauchen. Die Buchenwälder des Zwischbergentals seien die einzigen ihrer Art im Oberwallis, informiert eine Tafel. Zuerst eng und bewaldet, bietet das Tal später, wenn sich die Bäume lichten, schöne Ein- und Ausblicke. Weiter wandert man stetig dem Fluss folgend bis zum Stausee Sera. Von dort dauert es schliesslich nur noch eine halbe Stunde zur gemütlichen Sonnenterrasse des Wanderbeizli.
Zur Burg Hohenklingen bei Stein am Rhein Nr. 2148
Stein am Rhein — t • SH

Zur Burg Hohenklingen bei Stein am Rhein

Die Rundwanderung zur Burg Hohenklingen bei Stein am Rhein ist für Kinder wie geschaffen. Im Aufstieg gibt es in einer Sandsteinhöhle eine Mutprobe, bei der Erwachsene passen müssen: Den engen Lüftungsschacht der 5 Minuten-Höhle können nur Kinder durchqueren. Die Höhle wurde in den 1830er-Jahren von der örtlichen Brauerei als Lagerstätte für Bier und Eis angelegt. Die Eisblöcke wurden im Winter aus dem zugefrorenen Untersee gesägt, in Sägespäne und Stroh gepackt und zur Höhle gebracht. Vom Bahnhof Stein am Rhein wandert man zuerst über den Rhein, flussabwärts um die Altstadt herum nach Fridau und dann leicht aufsteigend zum Wegweiserstandort «Sandsteinhöhlen». Von dort führt ein nicht als Wanderweg signalisierter Hohlweg zum Höhleneingang. Nach dem Höhlenbesuch geht es an der Waldhütte Ärgete vorüber zur Burg Hohenklingen. Der Rundgang durch die weitläufige Burganlage vermittelt einen spannenden Einblick in die Wohnverhältnisse im Mittelalter. Verschiedene Teile der Burg sind öffentlich zugänglich, namentlich der Turm kann frei besichtigt werden. Neben dem Felssporn, auf dem die Burg steht, befindet sich eine grosse Lichtung mit mehreren Rastplätzen. Von dort zieht sich ein schmaler Waldweg der Hangkante des Schiener Bergs entlang bis zur Landesgrenze. In einem Bogen von einigen Hundert Metern Länge geht es auf deutschem Boden hinunter nach Bleiki und, wieder auf Schweizer Gebiet, zurück zur Altstadt von Stein am Rhein.
Ostschweizer Grenzwanderung durch wilde Schluchten Nr. 2149
Gossau SG — m • SG

Ostschweizer Grenzwanderung durch wilde Schluchten

Die Glatt und der Wissbach im Grenzgebiet zwischen den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden sind heute idyllische Wasserläufe, die sich durch pittoreske Schluchten zwängen und Wandernden viel Abwechslung bieten. Einst waren sie aber weit mehr als das, was zerfallene Burgen, historische Mühlen und Stauwerke sowie alte Fabriken beweisen. Die Wanderung startet am Bahnhof von Gossau und führt zunächst durch die Kleinstadt vor den Toren St. Gallens in Richtung Flawil. Schnell verlässt man den Ort und wandert über ausgedehnte Felder und Weiden mit Blick auf die Appenzeller Hügel und den Alpstein. Bei Isenhammer trifft der Weg auf die Glatt und die ersten Zeugen der Industriekultur. Immer noch in Betrieb ist das Werk des international tätigen Stoffveredlers Cilander – ein Überrest der einst blühenden Textilindustrie in der Region. Etwas weiter flussaufwärts thront hoch über dem Wasser die Ruine der ehemaligen Burg Helfenberg, und nahe dem Zusammenfluss von Glatt und Wissbach folgt das Postkartendorf Schwänberg, wo einst die Textilbarone ihren Wohnsitz hatten. Hier zeigt sich die Region von ihrer prächtigsten Seite mit blühenden Obstbäumen, vom Löwenzahn gelb leuchtenden Wiesen und schön renovierten Riegelhäusern. Von Schwänberg geht es ins Wissbachtobel hinunter und über viele Stege und Treppen sowie an mehreren kleinen Stauseen vorbei immer der Kantonsgrenze entlang bis zur Talmühle, wo direkt am Wasser eine schöne Feuerstelle liegt. Der Wissbach wird zwar immer noch zur Stromproduktion genutzt, die Schlucht ist aber gleichzeitig ein Naturparadies und steht heute unter Schutz. Zum Schluss der Wanderung führt der Weg nochmals einen der sanften Hügel hinauf und von den blühenden Wiesen direkt ins Dorf Degersheim – oder Tegersche, wie die Einheimischen sagen. Von hier fährt die S-Bahn zurück nach St. Gallen.
Das Geheimnis des Doubs bei Goumois Nr. 2150
Les Pommerats, village — e • JU

Das Geheimnis des Doubs bei Goumois

Wer über die Brücke von Goumois die französisch-schweizerische Grenze überquert, ahnt nicht, dass ganz in der Nähe ein kleines Naturwunder versteckt ist: Eine Wanderstunde entfernt schiesst der Bief de Vautenaivre über eine riesige, halbrunde Felsplatte hinaus. Der Wasserfall landet etwa sieben Meter tiefer in einer eindrücklichen Felsenarena. Allerdings muss der Besuch etwas geplant werden, weil der Bach nur nach Regenperioden genügend Wasser führt, damit das Spektakel auch stattfindet. Der Bach trocknet rasch aus, denn das Wasser versickert schnell im Kalkuntergrund. Die kurze Wanderung beginnt oben in Les Pommerats, führt westlich aus dem Dorf heraus und bei Le Cerneux in den Wald hinein und dann steil nach unten. Beim Doubs kann in der Auberge Verte-Herbe eine Pause eingelegt werden – hier werden Fischgerichte serviert. Dem Strässchen entlang folgt man dem Doubs flussabwärts, bis bei einem Picknickplatz ein Strässchen rechts abbiegt und den offiziellen Wanderweg verlässt. Der Weg führt durch einen Wald, in dem das Moos überall wächst: am Boden, an den Sträuchern und an den Felsen. Bei Punkt 539 teilt sich das Tal: Nach rechts führt der Weg zum Wasserfall, über Stege und eine Metalltreppe gelangt man sicher hin. Der Rückweg ist derselbe. Von der Auberge wandert man noch etwa einen Kilometer weiter bis Goumois, wo man erneut einkehren kann und von wo der Bus nach Saignelégier fährt. Auf den letzten Metern lohnt sich ein Blick zurück. Von hier aus sieht man hoch oben in einer Felswand ein Naturdenkmal: Wind und Wetter haben dort Mergel und Kalk derart gefeilt, dass der Abschluss der Wand wie ein Affenkopf aussieht.
Über die Höhen zum Schloss Chillon Nr. 2145
Villeneuve VD — n • VD

Über die Höhen zum Schloss Chillon

Seit 2013 eilt Pascal Bourquin im Laufschritt kreuz und quer durch die Schweiz. Das Ziel seines Projekts «La vie en jaune» ist ebenso einfach wie ehrgeizig: sämtliche Wanderwege des Landes abzugehen, ob gelb, weiss-rot-weiss oder weiss-blau-weiss markiert. Die Route von Villeneuve über die Höhen um En Sonchaux bis zum Schloss Chillon ist seines Erachtens durchaus repräsentativ für die Vielfalt des Schweizer Wanderwegnetzes, vereint sie doch harte und weiche Beläge, Pfade und Strassen sowie natürliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten. Die Wanderung beginnt beim Bahnhof von Villeneuve gleich mit einem Anstieg. Nach den letzten Häusern schlängelt sich ein steiler Weg durch den Wald hinauf bis nach En Sonchaux, wo sich ein prächtiger Ausblick auf den Genfersee bietet. Die letzten 150 Höhenmeter sind leider auf einer asphaltierten Strasse zu überwinden, doch die Mühe lohnt sich: Der Genuss eines Stück Kuchens auf der Sonnenterrasse der Auberge de Sonchaux erfreut Augen und Magen gleichermassen. Wieder hinab geht es zunächst auf der gleichen Strasse wie auf dem Hinweg und danach auf einem Waldweg bis nach Veytaux. Gleich unterhalb des Dorfs liegt das Schloss Chillon, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Schweiz und das Ziel der Wanderung. Nach seiner Besichtigung kann ab der Bushaltestelle «Veytaux, château de Chillon» die Heimreise angetreten oder der Wandertag mit einem Spaziergang dem Seeufer entlang bis nach Villeneuve oder Montreux abgerundet werden.
Drei Tessiner Burgen und ein Geisterdorf Nr. 2144
Giubiasco — a • TI

Drei Tessiner Burgen und ein Geisterdorf

Im Zentrum von Bellinzona, inmitten von Läden und Lokalen, verbirgt sich der Zugang zu einer längst vergangenen Zeit. Über die Gassen der Altstadt, via Treppen oder Lift, gelangt man zur mittelalterlichen Festung, die auf einem Hügel thront: zum Castel Grande. Wer oben auf dem Gemäuer steht, blickt auf die anderen zwei Wahrzeichen der Tessiner Hauptstadt: die Burgen Montebello und Sasso Corbaro. Seit 2020 gehört das Trio zusammen mit der Wehr- und Stadtmauer zum Unesco-Weltkulturerbe. Die historische Stätte ist das Ziel der dreistündigen Wanderung, die in Giubiasco beginnt. Vom Bahnhof über die Piazza Grande, und schon beginnt der leichte Aufstieg in Richtung Pianezzo. Auf einem Kiesweg geht es zwischen Grün und farbigen Blüten nach Scarpapè. Von einer Terrasse bei der gleichnamigen Ferienunterkunft, die einst ein Grotto war, lässt es sich über die Magadino-Ebene bis zum Lago Maggiore blicken. Danach nimmt der Wald überhand, und der Weg führt über eine kleine Schlucht zu den Ruinen von Prada. Das mittelalterliche Geisterdorf wurde im 17. Jahrhundert auf mysteriöse Weise verlassen. War es die Pest, oder lag es an ungünstigen landwirtschaftlichen Bedingungen? Seit 2019 ist Prada als Kulturerbe von kantonalem Interesse geschützt. Archäologische Arbeiten wurden gestartet, um die Ruinen zu erhalten und Hinweise zu finden, die das Geheimnis lüften könnten. Eine weitere Sehenswürdigkeit von Prada: die Fresken in der restaurierten Kirche Santi Girolamo e Rocco. Es folgt der Abstieg vom bewaldeten Hang durch die Schlucht des Torrente Dragonato. Anstatt den direkten Weg nach Bellinzona hinunterzugehen, lohnt sich ein Abstecher zum Castello di Sasso Corbaro. Von dort führt ein markierter Spazierweg zu den anderen beiden Unesco-Burgen.