Die seitlich am Kopf sitzenden Augen der Mauereidechse helfen ihr beim Erspähen der Beute.
Reportage und Wandervorschlag
Wanderreportagen
Klein, wendig und blitzschnell
Hochkonzentriert hat die Mauereidechse ihr Opfer im Fokus – um blitzschnell aus ihrem Felsspalt zu schiessen und es sich zu schnappen. Doch ihr Lebensraume ist bedroht. Im Aargauer Schenkenbergtal kann man sie noch gut beobachten.
Nr. 2334
Schinznach Dorf, Oberdorf
— Thalheim AG, Dorfplatz
• AG
Auf Reptilien-Tour im Schenkenbergertal
Das Aargauer Schenkenbergertal liegt recht unscheinbar hinter der ersten Jurakette zwischen Aarau und Brugg. Trotz seiner Nähe zum Mittelland fühlt man sich hier bereits weit weg von Autobahnen, Logistikzentren und der geschäftigen Welt. Felder, Wiesen und Rebberge breiten sich in den niedereren Lagen aus, während die steileren Hügelzüge bewaldet sind, sodass sich so eine abwechslungsreiche Rundwanderung ergibt.
Von Schinznach Dorf geht es auf dem 2022 eröffneten Historischen Rundweg den Berg hinauf, zwischen dem Wald und ausgedehnten Rebbergen. Dieser Teil der Wanderung ist gleich auch der erfolgversprechendste Abschnitt, um Eidechsen zu entdecken. Mauereidechsen sonnen sich bei günstigem Wetter gerne auf den Steinen der langen, streckenweise neu errichteten Trockenmauern, während Zauneidechsen sich eher in der Vegetation aufhalten. Besonders die Zauneidechse ist darauf angewiesen, dass der Mensch ihr solche Lebensräume schafft, da viele Populationen durch die intensive Landwirtschaft auf kleinste Bestände geschrumpft sind.
Auf den freien Höhen bei der Buechmatt ergeben sich die ersten schönen Weitblicke über das ganze Schenkenbergertal. Anschliessend geht es für ein paar Kilometer südwestlich durch den Wald.
Etwas vor der Staffelegg, dem Passübergang zwischen Aarau und Frick, kehrt die Wanderung wieder nach Osten. Meistens wandert man nun auf angenehmen Schotterstrassen durch Felder und an Waldrändern entlang in Richtung Thalheim AG. Auf einem bewaldeten Hügel in der Mitte des Tales thront die Burgruine Schenkenberg mit ihren eindrücklichen Mauern und Türmen. Sie wurde im 13. Jahrhundert von den Habsburgern errichtet und verfiel im 18. Jahrhundert. Heute ist sie gesichert und konserviert und s0gar ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Für die Heimreise nimmt man den Bus beim grossen Brunnen auf dem Dorfplatz von Thalheim AG.