Wenn es um die Aussicht geht, steht die Bündner Rigi – wie der Piz Mundaun liebevoll genannt wird – dem Zentralschweizer Namensvetter in nichts nach. Diese Frühlingswanderung führt aber nur bis zum gleichnamigen Gasthaus an der Flanke des Berges. Dort wartet ein eindrückliches 180-Grad-Panorama auf die Surselva, zahlreiche Gipfel zeigen sich von ihrer schönsten Seite.
Nun gibt es diese Aussicht aber nicht einfach so. Sie muss mit 900 Höhenmetern Aufstieg verdient werden. Dieser beginnt im sehenswerten Städtlein Ilanz. Die Route bleibt wo immer möglich auf Naturwegen, zweimal gibt es aber etwas längere Abschnitte auf Asphalt.
Von Weitem schon sieht man das Berghaus Bündner Rigi, das auf 1600 m ü. M. thront. Doch zuerst geht es durch den Wald nach Luven. Im hübschen Dörfchen empfiehlt sich ein Halt am historischen Brunnen, an dem die Wäscherinnen früher arbeiteten. Heute ist hier ein überdachter Picknickplatz. Danach geht es am Waldrand entlang weiter aufwärts, um über ein Strässchen bis Crest zu wandern. Nun führen Wegspuren über Blumenwiesen – ab und zu ein Blick zurück ins Tal darf darüber nicht vergessen werden.
Schliesslich ist das Berghaus erreicht. Es wurde 1902 erbaut als eine der ersten Herbergen in der Surselva und hat in der Hauptsaison geöffnet. Während der restlichen Zeit wird es für künstlerische Projekte genutzt.
Nun bleibt der Weg auf der Höhe und führt in den Uaul da Sogn Carli. Der Wald wurde 1874 durch eine Stiftung des Schweizer Geologen Arnold Escher von der Linth aufgeforstet. Dieser gilt als Urvater der Schweizer Alpengeologie, da er die erste geologische Karte der Schweiz mitpublizierte. Der Wald ist auf Deutsch nach ihm benannt: Escherwald. Auf einer kleinen Lichtung steht schliesslich die Kapelle Sogn Carli.
Über einen sonnigen Abschnitt, gefolgt von einem Waldstück, wandert man hinunter ins Dörfchen Morissen.