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Wanderreportagen ABO

Bagger, Barrikaden und Biodiversität

Am Mormont prallen Welten aufeinander: Gegen den Zementabbau nahe des Dorfes Eclépens VD setzten sich vor fünf Jahren Aktivistinnen und Aktivisten für Artenvielfalt ein. Heute ist wieder Ruhe eingekehrt. Auf Spurensuche zwischen Industrie und Natur.
27.02.2026 • Text und Bilder: Stéphanie de Roguin
Der Kalkabbau am Mormont hinterlässt deutliche Spuren.
Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz
Ferreyres, village — Eclépens, gare • VD

Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz

Am Mormont prallen Welten aufeinander: Eindrückliche Natur wechselt sich ab mit industrieller Geschichte der letzten Jahrzehnte. Denn am Fusse des Hügels wird Kalkstein abgebaut, aus dem schliesslich Zement entsteht. Ab der Bushaltestelle «Ferreyres, village» geht es zuerst sanft hinunter zur Venoge. Bald nach deren Überquerung kommt man zu einer Strasse und folgt dieser einige Dutzend Meter bis zu einem Parkplatz. Wegweiser zeigen Richtung der Tine de Conflens, zu einer Schlucht mit einer Gruppe von gerade im Frühling besonders lebhaft sprudelnden Wasserfällen. Der Ort ist bekannt und beliebt, weshalb sich ein Besuch an einem Werktag oder sonst frühmorgens am Wochenende empfiehlt. Ein Waldweg führt bis zur Industriebrache La Filature, von 1871 bis 1977 Standort einer Textilfabrik und heute ein Kunsthandwerk- und Kulturzentrum. Danach durchquert man das Städtchen La Sarraz in Richtung des Bahnhofs. Der nächste Abschnitt folgt dem Chemin des Vignes bis zum Dorf Eclépens. Nach einer knappen halben Stunde erreicht man den von Holcim betriebenen Steinbruch. Mehrere Hütten dienen dem Schutz von Wandernden bei Sprengungen, die zum Abbau des Gesteins vorgenommen werden. Ein kostenloser Informationsdienst warnt auf Französisch per SMS jeweils 15 Minuten vor einer Sprengung. Um den Steinbruch herum geht es zurück in den Wald und über den Hügel. Anschliessend führt der Weg zum Canal d’Entreroches, angelegt im 17. Jahrhundert als Teil eines geplanten Netzes von Kanälen zwischen der Nordsee und dem Mittelmeer – ein Vorhaben, das nie vollendet wurde. 400 Meter vom Kanal in östlicher Richtung befindet sich der Parc naturel des Jonquilles (auf Google Maps eingezeichnet), in dem zu Beginn des Frühlings die Osterglocken blühen. Ab da ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof von Eclépens.

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