Wandern im Jura

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Entlang der Absinth-Strasse im Val de Travers Nr. 2166
Les Verrières, gare — g • NE

Entlang der Absinth-Strasse im Val de Travers

Mit ihren Brennereien und den der Grünen Fee gewidmeten Museen hat die Absinth-Strasse viel zu bieten, ist aber auch ganz schön lang: 45 Kilometer sind es vom französischen Pontarlier bis nach Noiraigue NE. Wieso also nicht nur ein Stück davon unter die Füsse nehmen, und das für einmal in unüblicher Richtung, von der Schweiz nach Frankreich? Nebenbei lassen sich unterwegs auch noch die Unterschiede bei den Markierungen der Wanderwege dies- und jenseits der Grenze studieren. Am Dorfausgang von Les Verrières beginnt ein gemächlicher Anstieg, der westwärts hinauf zum 1323 Meter hohen Grand Taureau führt. Die Landschaft ist vielfältig, mit halboffenen Weiden, Höfen und Häuschen sowie Tannen und Laubbäumen. Nach einem Drittel der Strecke taucht man auf dem Höhenrücken Montagne du Larmont in den Wald ein. Ein Pfad überquert die schweizerisch-französische Grenze, wo sich die Wegmarkierungen verändern. Vom Grat aus bietet sich eine schöne Aussicht auf die Wälder der Region. Nach einem Abschnitt auf asphaltierter Strasse, mit Blick auf den Lac de Saint-Point, wechselt die Route bei Grange des Miroirs auf die Nordseite des Grats. In der Folge geht es zwischen Hügeln hindurch, mal flach, mal auf und ab, umgeben von Weiden und Wäldern. Ab Les Jeantets führt ein Weg in südlicher Richtung bis zum Ziel der Wanderung in Le Frambourg – vorbei am Fort Mahler, das einst das in Sichtweite gelegene Château de Joux beschützte.
Durch die grüne Schlucht: die Gorges de l’Orbe Nr. 2152
Le Day — e • VD

Durch die grüne Schlucht: die Gorges de l’Orbe

Wer an einem sonnigen Tag im Frühling durch die Gorges de l’Orbe wandert, geht durch eine ganz und gar grüne Welt: Riesige bemooste Felsblöcke liegen im Fluss, insgesamt sind rund 80 Moosarten aus der Orbe-Schlucht bekannt. Farne säumen den Weg, hell strahlen die Blätter der Buchen. Waldveilchen und Frühlingsplatterbsen setzen violette Farbtupfer. Eindrücklich, was für eine vielfältige Pflanzenwelt an diesem feuchten, schattigen Ort gedeiht. Zum Anfang lohnt sich der kleine Umweg vom Bahnhof in Le Day aus über die Staumauer. Danach führt der Weg nahe dem Flussbett mit seinen bemoosten Steinen entlang zum Saut du Day, wo das Wasser über etwa zehn hohe Stufen in ein Becken stürzt. Bis 1972 stand hier ein Kraftwerk, mit dessen Strom in einer Fabrik Kaliumchlorat für Sprengstoff und Streichholzköpfe hergestellt wurde. Ein alter, dunkler Tunnel aus Fabrikzeiten führt heute noch unter dem Wasserfall hindurch. Nun wandert man der Orbe entlang, wechselt die Uferseite, steigt immer höher die Flanke hinauf und blickt dabei immer wieder auf den Fluss weit unten. Erst kurz vor Les Clées führt der Weg wieder ans Wasser. Vor der ersten Brücke zeigt ein Holzwegweiser zu den Marmites, den Gletschertöpfen. Dort hat sich das Wasser vor Jahrtausenden, als die Orbe vergletschert war, tief in den weissen Stein eingefressen: Im Wasserstrudel drehende Steine haben runde Löcher ausgehöhlt, die heute von Moos bewachsen sind. Ein magischer Ort. Auf der nördlichen Seite der Brücke führt der Weg nun sonnig und hoch über der Orbe entlang, meist ohne Sicht auf den Fluss, bis es wieder zu einer Brücke hinuntergeht. Hier kann die Schlucht einige Meter auf eigene Faust erkundet werden – solide Wanderschuhe und Vorsicht vorausgesetzt. Ein letztes Mal wechselt man auf die Südseite der Orbe und steigt den Bergwanderweg hoch, wo Schwindelfreiheit gefragt ist. Ab und zu erhascht man einen Blick auf den Fluss, bevor man schliesslich in Orbe ankommt.
Auf Wassersuche in der Combe de Biaufond Nr. 2153
Biaufond, La Rasse — e • NE

Auf Wassersuche in der Combe de Biaufond

Im Tal führt der Doubs viel Wasser. Breit und mächtig fliesst er vor sich hin. Doch folgt man der Biaufond- und Valanvron-Schlucht aufwärts, wandert man meist einem leeren Bachbett entlang. Das gesamte Wasser des Bachs La Ronde versickert im Kalkboden und fliesst unterirdisch in den Doubs. Die Wanderung beginnt in La Rasse (F), das Ziel ist La Chaux-de-Fonds. Die erste halbe Stunde verläuft auf der französischen Seite des Doubs. Ein verwunschener Weg führt dem Wasser entlang und folgt der französischen Signalisation bis zum Lac de Biaufond. Wasserschwertlilien, Schwäne, Insekten, Wasserlinsen, Algen: Der Stausee bietet zahlreichen Pflanzen und Tieren einen passenden Lebensraum. Hier geht der Weg rechts ab Richtung Cul des Prés. Bereits rund 100 Meter nach dem See führt der Bach kein Wasser mehr – auf der Karte ist die blaue Linie noch deutlich länger eingezeichnet. Danach ist das Bachbett mit einer gepunkteten Linie markiert. Nun beginnt der Weg langsam anzusteigen, die Umgebung wird felsiger, die Schlucht enger. Im oberen Teil der Biaufond-Schlucht gibt es noch etwas Abenteuer: Einige Stellen sind mit Brücken und Leitern ausgebaut. Bald erreicht man den Waldsee Cul des Prés, wo es einen Rastplatz mit Feuerstelle und Tisch gibt. Hier geht der Bergweg in einen Feldweg über, und die rund zwei Stunden in der Valanvron-Schlucht vergehen wie im Fluge. Kurz vor den Becken der Kläranlage – man verlässt für kurze Zeit den markierten Wanderweg – kommt der grosse Moment: An einer mit Algen bewachsenen Stelle kann man direkt beobachten, wie das Wasser im Boden versickert, obwohl normalerweise 220 Liter Wasser pro Sekunde aus der Kläranlage strömen. Das letzte Stück der Wanderung führt zurück auf den Wanderweg oben auf der Ebene und zum Friedhof. Von hier fährt der Bus zurück zum Bahnhof von La Chaux-de-Fonds.
Durch die Combe Grède auf den Chasseral Nr. 2154
Villeret — e • BE

Durch die Combe Grède auf den Chasseral

Am Bahnhof von Villeret spannt sich ein grosser gelber Winkel über den ganzen Fussweg und gibt die Richtung vor: «Chasseral par les Gorges de la Combe-Grède». Deswegen kommen die Touristen ins kleine Juradorf im St-Imier-Tal. Gleich zwei Topattraktionen der Region gibt es auf dieser Wanderung zu entdecken: Da wäre zum einen die Combe Grède, eine der spektakulärsten Schluchten im ganzen Jura. Sie ist das älteste Naturschutz- und Jagdbanngebiet des Kantons Bern. Hier leben unter anderem Adler, Murmeltiere und Gämsen, zudem gibt es eine aussergewöhnliche Vielfalt an Pfl anzen. Zum anderen ist da der Chasseral, jener 1606 Meter hohe Bergrücken, der dank einer riesigen Antenne vom halben Mittelland aus zu sehen ist und eine gute Aussicht bis zu den Alpen bietet. Vom Bahnhof geht man zunächst quer durch das Dorf und dann auf einer Nebenstrasse der südlichsten Jurakette entgegen. Bald führt der Weg in den Wald hinein und folgt nun immer dem – oft ausgetrockneten – Bachbett. Über viele Brücken, Treppen und Leitern geht es in die Höhe. Der weiss-rot-weisse Bergwanderweg ist im Winter geschlossen und wird im Frühling von Freiwilligen wieder instand gesetzt. Nach einem eindrücklichen Felsenkessel und einem letzten Anstieg erreicht man den Rastplatz Pré aux Auges mit einem – für das Juragebirge seltenen – Brunnen. Lohnenswert ist der Abstecher zum Aussichtspunkt La Corne, von wo man die Schlucht und das St-Imier-Tal überblickt. Über weitläufi ge Weiden führt der Wanderweg nun dem Gipfel des Chasseral entgegen. Nach der Ankunft ändert sich die Szenerie schlagartig: Weit unten glitzern die Jurarandseen im Sonnenlicht und in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der Alpen. Um das Restaurant und den Parkplatz herrscht an Wochenenden reges Treiben. Der Abstieg nach Nods erfolgt dann allerdings abseits der Strasse über einen teils aussichtsreichen, teils schattigen Wanderweg.
Über steile Stufen der Gorges de Perrefitte Nr. 2155
Perrefitte, poste • BE

Über steile Stufen der Gorges de Perrefitte

Einst gab es in Perrefitte zwei Gaststätten, eine Bäckerei, zwei Lebensmittelläden und eine Metzgerei. Zudem war das bernjurassische Dorf weitherum bekannt für sein Skirennen an den Hängen des Moron und für das waghalsige Motorradrennen durch das Tal. Heute ist Perrefitte ein ruhiger Vorort von Moutier und ein idealer Ausgangspunkt für eine Familienwanderung durch die wenig bekannte Gorges de Perrefitte. Start ist bei der Bushaltestelle «Perrefitte, poste», direkt beim einzigen verbliebenen Restaurant – das allerdings heute weit mehr ist als eine Dorfbeiz und Gourmands aus nah und fern anzieht. Zunächst geht es ein Stück der Strasse entlang, bis ein Feldweg links abzweigt und ans Ufer der Chalière führt. Das Flüsschen hat während Jahrtausenden einen imposanten Einschnitt geformt. Über viele Treppen und Brücken führt der aufwendig ausgebaute Wanderweg dann immer tiefer in die Schlucht hinein. Nach einer gemütlichen knappen Stunde verlässt der Wanderweg den Bachlauf, verläuft einige Meter auf einer Strasse und steigt dann in Richtung Moron/sommet etwas an. Man umgeht in einem grossen Bogen das idyllisch auf einer Waldlichtung gelegene Bauerngut Plain Fahyn und tritt nach gut 150 Höhenmetern und einer Spitzkehre den Rückweg nach Perrefitte an. Zunächst geht es auf einer Forststrasse den steilen Hang entlang, wo im Herbst manchmal mithilfe komplizierter Seilbahnkonstruktionen geholzt wird. Bald schon tritt man dann aber ans Licht und läuft mit Aussicht auf das ferne Moutier über die schön besonnten Wiesen den Berg hinunter. Die Pâturage du Moron gehört zu jenen malerischen Weiden, die es so nur im Jura gibt. Magere Wiesen, durchsetzt mit knorrigen Ahornen und sturmgezeichneten Wettertannen, bieten Kühen und Freiberger Pferden Nahrung. Dazwischen blühen Wildrosen, und am Waldrand versuchen Brombeerranken, sich das einst mühsam gerodete Stück Boden zurückzuerobern. Bevor es zurück ins Tal geht, sollte man hier einen Moment rasten und das schöne Stück Jura pur geniessen.
Dem Absinth auf der Spur im Val de Travers Nr. 2151
Môtiers NE — x • NE

Dem Absinth auf der Spur im Val de Travers

Feen, Kobolde und andere Fabelwesen sind Ihnen unheimlich? Dann empfiehlt sich vor Beginn dieser Wanderung vielleicht ein Besuch des Maison de l’Absinthe in Môtiers, um aus dem für die Region so typischen Trank den notwendigen Mut zu schöpfen. Mit ihren steilen Felswänden, dem kristallklaren Wasser und den üppigen Moosteppichen könnte die Schlucht Pouetta Raisse ohne Weiteres einer Märchenwelt entsprungen sein. Die Wanderung beginnt in Môtiers, mitten im Val de Travers. Vom Bahnhof aus geht es zunächst durchs Dorf hindurch, vorbei an alten Jurahäusern, und anschliessend in einen bewaldeten Aufstieg hinein. Nach einer knappen halben Stunde entlang des Ruisseau du Breuil ist die geheimnisvolle und zauberhafte Pouetta-Raisse-Schlucht erreicht. Für ihre Durchquerung sollte man sich Zeit nehmen und dabei stets Augen und Ohren offen halten, damit einem keine der magischen Kreaturen entgeht, die hier zu Hause sein könnten. Hinter der Schlucht führt der Weg zuerst durch den Wald und dann dem Waldrand entlang bis nach Les Cernets Dessus. Ab hier bleiben 200 Höhenmeter bis zum Gipfel des Chasseron, beliebt nicht zuletzt bei Gleitschirmfliegern. Nach einem ausgiebigen Blick in die Weite und vielleicht einem Kaffee im Restaurant wird es Zeit, den Gratweg hinunter zu den Petites Roches in Angriff zu nehmen. Noch weiter unten, nach einem letzten Stück durch den Wald, ist mit der lebhaften Gemeinde Ste-Croix, weltweit bekannt für ihre Spieldosen und Musikautomaten, das Tagesziel erreicht. Vor dem Besteigen des Zuges wirft man am besten noch einen prüfenden Blick in den Rucksack – nicht, dass sich darin noch unbemerkt ein Gnom versteckt hat!
Das Geheimnis des Doubs bei Goumois Nr. 2150
Les Pommerats, village — e • JU

Das Geheimnis des Doubs bei Goumois

Wer über die Brücke von Goumois die französisch-schweizerische Grenze überquert, ahnt nicht, dass ganz in der Nähe ein kleines Naturwunder versteckt ist: Eine Wanderstunde entfernt schiesst der Bief de Vautenaivre über eine riesige, halbrunde Felsplatte hinaus. Der Wasserfall landet etwa sieben Meter tiefer in einer eindrücklichen Felsenarena. Allerdings muss der Besuch etwas geplant werden, weil der Bach nur nach Regenperioden genügend Wasser führt, damit das Spektakel auch stattfindet. Der Bach trocknet rasch aus, denn das Wasser versickert schnell im Kalkuntergrund. Die kurze Wanderung beginnt oben in Les Pommerats, führt westlich aus dem Dorf heraus und bei Le Cerneux in den Wald hinein und dann steil nach unten. Beim Doubs kann in der Auberge Verte-Herbe eine Pause eingelegt werden – hier werden Fischgerichte serviert. Dem Strässchen entlang folgt man dem Doubs flussabwärts, bis bei einem Picknickplatz ein Strässchen rechts abbiegt und den offiziellen Wanderweg verlässt. Der Weg führt durch einen Wald, in dem das Moos überall wächst: am Boden, an den Sträuchern und an den Felsen. Bei Punkt 539 teilt sich das Tal: Nach rechts führt der Weg zum Wasserfall, über Stege und eine Metalltreppe gelangt man sicher hin. Der Rückweg ist derselbe. Von der Auberge wandert man noch etwa einen Kilometer weiter bis Goumois, wo man erneut einkehren kann und von wo der Bus nach Saignelégier fährt. Auf den letzten Metern lohnt sich ein Blick zurück. Von hier aus sieht man hoch oben in einer Felswand ein Naturdenkmal: Wind und Wetter haben dort Mergel und Kalk derart gefeilt, dass der Abschluss der Wand wie ein Affenkopf aussieht.
Vom Klosterdorf Bellelay auf den Montbautier Nr. 2135
Bellelay, Le Domaine — n • BE

Vom Klosterdorf Bellelay auf den Montbautier

Bellelay befindet sich im nördlichsten Zipfel des Kantons Bern. Das ehemalige Barockkloster aus dem 11. Jahrhundert prägt den kleinen, verschlafenen Ort bis heute. Die Gebäude der ehemaligen Abtei werden jetzt als psychiatrische Klinik genutzt. Der Tête de Moine, ein Halbhartkäse, der noch heute in Rosetten geschabt wird, soll erstmals von den Mönchen des Klosters hergestellt worden sein. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, sich am Ausgangspunkt der Wanderung im Maison de la Tête de Moine mit einer kleinen Stärkung für unterwegs einzudecken. Die Wanderung nach Tramelan ist gleichzeitig die erste von 20 Etappen der Via Berna, die durch den ganzen Kanton zum Sustenpass führt. Sie startet beim Kloster und führt zuerst entlang von Wiesen und Weiden zu einem im Wald versteckten Hochmoor. Weiter geht es über saftige Weiden, wo eine Begegnung mit den einheimischen Kühen nicht ausgeschlossen ist. Der Aufstieg auf den Montbautier kann in den warmen Frühlingsmonaten etwas schweisstreibend sein, wird aber mit einer herrlichen Aussicht auf das umliegende Hügelpanorama belohnt. Eine Feuerstelle lädt zu einer kurzen Rast und Stärkung mit Blick auf den Chasseral ein. Vom Hochplateau führt der Weg wieder durch viele blühende Wiesen und Waldgebiete über den Hügelrücken der Prés de la Montagne nach Tramelan.
Winterliche Freiberge Nr. 2114
Les Breuleux • JU

Winterliche Freiberge

Diese Schneeschuhwanderung führt im leichten Auf und Ab über jurassische Wytweiden. Es handelt sich dabei um die für die Freiberge typische Kulturlandschaft. Wald und Weiden wechseln sich hier ab, und in den Weiden stehen solitäre, mächtige Tannen, die den Tieren im Sommer Schatten spenden. Wytweiden sind meist Gemeineigentum, auf das die Bauern im Sommer ihre Tiere, Kühe und Pferde, zum freien Auslauf treiben. Die Wytweiden, die man auf der Wanderung südlich von Les Breuleux durchstreift, könnten schöner nicht sein. Da gibt es keinen Hof und keinen Weiler, stattdessen eine weite, schöne Winterlandschaft. Unterwegs fallen die Windräder auf dem Mont Crosin auf. Von Weitem schon kann man sie sehen und hören. Und man trifft auch auf die dorfeigene kleine Skistation Les Breuleux mit einer Buvette, wo man einkehren und von dort aus den Kindern beim fröhlichen Schlitteln und Skifahren zusehen kann. Alles ganz ohne Beschallung. Hier ist auch schon die Hälfte der Wanderung erreicht. Der zweite Teil des Schneeschuhtrails führt wieder über Wytweiden. Diesmal sind sie mit Dolinen übersät. Sie sind mit Holzlatten eingezäunt, damit sich kein Tier verletzen kann. Nach einem letzten kurzen Aufstieg erreicht man den Dorfrand von Les Breuleux.
Impressionen in den Freibergen Nr. 2099
Montfaucon, poste — e • JU

Impressionen in den Freibergen

Auf der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich schlängelt sich der Doubs durch die Falten eines zerfurchten Reliefs, reich an vielfältigen und überraschenden Landschaften, die es auf der Wanderung von Montfaucon nach St-Brais zu entdecken gibt. Das erste Teilstück führt, auf Asphalt, durch Les Enfers – ein wahrlich höllischer Name, hinter dem sich aber ein hübsches jurassisches Bauerndorf verbirgt. Hinunter zum Doubs geht es zunächst zwischen Feldern hindurch und danach auf einem breiten Pfad, der nach einer Waldpassage in eine Lichtung zwischen zwei Hügelzügen mündet. Der weitere Abstieg – diesmal über Weiden – endet in Soubey, wo eine Brücke den Doubs überspannt. Diese Route überquert diese jedoch nicht, sondern folgt dem Flussufer auf Hartbelag in östlicher Richtung, vorbei an einer Mühle aus dem 16. Jahrhundert, die besichtigt werden kann. Etwas weiter leitet ein Waldweg rechter Hand den Wiederaufstieg ein. Nach ungefähr einem Kilometer biegt, erneut rechts, ein ziemlich steiler Pfad ab, auf dem es hinauf bis zum an den Hang geschmiegten Dörfchen Montfavergier geht. Auf dem nächsten, fast flachen Abschnitt lässt sich noch einmal der Ausblick auf die malerischen Hügel und Täler des Clos du Doubs geniessen. Ab dem Weiler Césai beginnt der nicht allzu lange, aber nahrhafte Schlussaufstieg durch ein letztes Waldstück bis nach St-Brais, Standort der ersten Windräder im Kanton Jura.
Auf den Spuren von «Lothar» im Val de Travers Nr. 2090
Noiraigue — e • NE

Auf den Spuren von «Lothar» im Val de Travers

Vor bald 25 Jahren richtete der Sturm Lothar in der ganzen Schweiz grosse Schäden an. Im Nordhang zwischen Noiraigue und dem Creux du Van hinterliess er eine Schneise. Der Sentier des Quatorze Contours führt in 14 Kehren durch diese Windwurffläche und wechselt mehrmals hin und her zwischen dem ursprünglichen Nadelwald und dem nachgewachsenen Laubmischwald. Oben vom Rand der Aussichtsfelsen ist deutlich sichtbar, dass auch auf der bewaldeten Nordwestseite im Felsenkessel des Creux du Van die früheren Schadensflächen wieder mit Bäumen bestanden sind. Vor allem Laubbäume wie Bergahorne und Buchen haben die Lücken gefüllt und sorgen dafür, dass der nachwachsende Wald widerstandsfähiger gegenüber Stürmen ist. Der Abstieg führt bei der Ferme du Soliat vorbei und streift weitere Windwurfflächen, in denen umgekippte Wurzelteller und lichtere Partien von den Ereignissen von 1999 zeugen. Kurzweilig wechseln sich Juraweiden und Waldabschnitte bis zum Wanderziel bei La Presta ab. Kurz vor der Bahnstation befinden sich die Asphaltminen, in denen während 300 Jahren Asphalt abgebaut wurde. Heute sind die stillgelegten Minen für Besucher zugänglich.
Auf einsamen Jurapfaden zur Bättlerchuchi Nr. 2084
Oberbalmberg, Kurhaus — l • SO

Auf einsamen Jurapfaden zur Bättlerchuchi

Teilt man die weltweite Fläche, auf der Ackerbau möglich ist, durch die Anzahl Menschen, stehen jedem von uns 2000 Quadratmeter Land zur Verfügung. Der Weltacker im bernischen Attiswil, einer von drei Weltäckern in der Schweiz, zeigt auf einem spannenden Rundgang, wie wir unseren Acker nutzen. Angebaut werden die 50 wichtigsten Kulturen – exakt im Massstab, wie sie weltweit vorkommen. Ein Besuch auf dem Weltacker bietet allerlei Erstaunliches. Zum Beispiel, dass wir die Hälfte unserer Ackerfläche nutzen, um Getreide herzustellen, oder dass wir nur gut 40 Prozent unserer Ernte selbst essen und aus dem Rest Tierfutter und Biotreibstoffe herstellen. Der Weltacker Attiswil ist zwischen Mitte Mai und Mitte September frei zugänglich und bietet einen gelungenen Abschluss der Jura-Höhenwanderung. Nach kurvenreicher Busfahrt auf den Ober- balmberg gehts auf breiten Wald- und Wiesenwegen zum Niederwiler Stierenberg. Die Fortsetzung über die Chambenflüe ist von anderem Schlag. Ein schmaler Pfad schlängelt sich gekonnt zwischen Bäumen und Felsen hindurch, Treppen und Ketten helfen über die schwierigen Passagen, ab und zu erhascht man einen beklemmenden Tiefblick Richtung Mittelland. Der Wandergenuss zieht sich so über Höch-Chrütz bis zur Bättler- chuchi fort, mit einer kurzen Breiter-Weg-Ver- schnaufpause übers Hofbergli. Der kleine Passübergang Bättlerchuchi bietet nochmals beste Aussicht aufs Mittelland und den Alpenkranz, dann heisst es absteigen auf lauschigen Wald- und Wiesenwegen bis kurz vor Attiswil. Bei der Wanderwegverzweigung oberhalb Schnarz weisen weisse Schilder den Weg zum Weltacker, wo man wiederum auf einen Wanderweg trifft zum Bahnhof Attiswil.
Gipfelabenteuer im Waadtländer Jura Nr. 2015
La Cure • VD

Gipfelabenteuer im Waadtländer Jura

Die Rundwanderung startet in La Cure an der französisch-schweizerischen Grenze und führt durch eine charakteristische Landschaft des Waadtländer Jura. Mit einem moderaten, gleichmässigen Anstieg über sechs Kilometer beginnt der Weg und führt in Richtung Osten. Der Pfad durch das Gras muss teilweise etwas erraten werden, aber die vor einem liegende Stallung Les Coppettes dient als verlässlicher Kompass. Die Weiden und Wälder reihen sich zu einer bemerkenswerten Kulisse und die langgezogenen Steinmauern verleihen der Landschaft ein Zebramuster. Mehr und mehr kalkhaltige Steine zieren den Boden und es ist Vorsicht geboten, um nicht zu stolpern. Kurz nach einem Wasserloch, umgeben von wunderschönen runden Steinmauern, biegt der Weg nach links ab. Ein schmaler Pfad, auf dem Vorsicht angebracht ist, verläuft am Hang entlang um den Creux du Croue. Diese in der Mitte sumpfige Senke, auf die man von oben herabblickt, markiert den Beginn des Aufstiegs zum Noirmont. Vor dem Anstieg biegt man rechts in den Wald auf den Weg ab, der am Grat entlangführt. Der Blick auf die bewaldeten Berge rundherum reicht immer weiter. Zunächst erreicht man Le Noirmont-des-Français (1547 m ü. M.), dann taucht nach einer hügeligen Passage sein Schweizer Pendant auf (20 m höher). Der Ausblick dort oben reicht über den Genfersee und die üppigen Wälder Frankreichs und der Schweiz. Der Abstieg erfolgt über die Skipiste ab der Bergstation des Skilifts, der in Les Rousses (F) startet. Nach dieser für die Knie etwas anstrengenden Passage zweigt der Weg nach Süden ab auf den Pfad, der bereits zu Beginn der Wanderung beschritten wurde. Nun geht es mit einem leichten Gefälle zurück nach La Cure, von wo aus der Zug nach Nyon fährt.
Vom Pass zum Genuss Nr. 2069
Les Hauts-Geneveys — s • NE

Vom Pass zum Genuss

Ziel dieser Wanderung ist die bekannte Ferme des Brandt, die mit regionalen Gerichten und einer Saisonküche überzeugt, darunter auch mal mit traditionellen Gerichten, etwa einer Brennnesselsuppe. Doch vor dem Einkehren steht die Überschreitung der zweiten Jurakette auf dem Programm. Ab dem Bahnhof Les Hauts-Geneveys auf 950 Meter ü. M. steigt der Weg im Wald gemütlich an zum Sattel Tête-de-Ran auf 1329 Meter ü. M. am Fuss des um 100 Meter höheren gleichnamigen Bergs. Auf dem Sattel Tête-de-Ran herrscht vor allem im Winter Hochbetrieb: Er ist mit dem zugehörigen Restaurant für alle mit Langlaufskis oder Schneeschuhen ein beliebtes Ausflugsziel. Von hier geht es auf dem attraktiven Grat nordwärts zum Col de la Vue des Alpes. Der Name hält sein Versprechen: Die Sicht auf das Alpenpanorama ist eindrücklich. Nach der Überquerung einer üppigen Blumenwiese mit Trockensteinmauern steigt der Weg steil ab und quert dank einer Unterführung sicher die Autobahn. Von hier geht es auf Forstwegen weiter. Achtung: Nach rund 500 Metern zweigt der Weg links ab und verlässt das offizielle Wanderwegnetz. Auf Teersträsschen, vorbei an Pferdekoppeln und an Mont-Cornu mit Sicht auf La Chaux-de-Fonds, erreicht man den Ferme des Brandt und damit den Ort für die wohlverdiente Pause. Im stattlichen Jurahaus aus dem 17. Jahrhundert serviert Küchenchef Cyril Tribut bürgerlich-bäuerliche Gerichte aus regionalen Produkten – je nach Wetter entweder in den historischen Räumen mit Gewölbebogen oder auf der lauschigen Terrasse. Nun ist es Zeit für die selbst gemachten Meringues aus dem Holzofen mit Double crème de la Gruyères.
Entlang der Allaine Nr. 2063
Courtemaîche — e • JU

Entlang der Allaine

Das Vorhaben: eine rund dreistündige Wanderung flussaufwärts entlang der Allaine, von Courtemaîche nach Courchavon und Porrentruy. Hühner gackern, ein Brunnen plätschert, in den Gärten stehen farbige Rutschbahnen und Schaukeln – das Zentrum von Courtemaîche ist beschaulich. Der Wanderweg führt steil hoch, zwischen Einfamilienhäusern hindurch in den Wald. Weich gehts auf einem Singletrail durchs hohe Gras. Gelb, pink und weiss leuchten Hahnenfuss, Klee und Schafgarbe. Beim nächsten Forstweg wartet eine modern ausgebaute Waldhütte mit Feuerstelle, Holz, Tischen und Bänken. Der Weg führt gemütlich hinauf und hinunter, grosse Holzbeigen säumen den Weg. In Courchavon fällt der Blick als Erstes auf den Tour de Mormont, einen spätgotischen Glockenturm von 1628. Rundherum grasen friedlich Schafe. Nach der Überquerung der Allaine und der Bahngleise gehts noch ein letztes Mal hoch in den Wald. Danach folgt der Weg gemütlich der Allaine. Beim Pont d’Able weiden Pferde: Die Ferme du Bonheur bietet verschiedenste Aktivitäten mit Tieren für Kinder und Jugendliche mit und ohne Einschränkung an. Am Stadtrand von Porrentruy steht die Loretokapelle. Der Innenraum wird durch farbige Glasfenster erhellt und beeindruckt mit seiner Akustik. Hinter dem Bahnhof ragt das mächtige, mittelalterliche Schloss auf: Von hier aus lässt sich die gesamte Altstadt überblicken. Eine lange Treppe führt zu den tiefer gelegenen Strassen: Pflastersteine, Brunnen, bemalte Fassaden. Ein goldenes Wildschwein schmückt ein Geländer – das Wappentier von Porrentruy.
Den Grenzsteinen in der Ajoie nach Nr. 2064
Damvant, église — s • JU

Den Grenzsteinen in der Ajoie nach

Schon mal bemerkt, dass es auf der Landeskarte der Grenze entlang violette Punkte hat? Zwischen Damvant und Réclère sind es um die 100 – und sie stehen für Grenzsteine. Auch in der Natur gibt es auf dieser Familienwanderung viel zu entdecken. Man streift durch den Wald, in dem ein Bärlauchteppich ausgelegt ist. Bei Pré du Faila klettern die Kinder moosige Felsen hoch, dazwischen treffen sie vielleicht sogar auf den verlorenen Ritter: Irgendjemand hat hier vor langer Zeit eine weisse Statue aufgestellt. Auch die eine oder andere dunkle Felsspalte lädt zur Mutprobe ein. Daneben passiert man eine Lichtung mit Tausenden Gänseblümchen, wandert einen bewaldeten Grat entlang mit Aussicht auf den Doubs oder balanciert auf umgestürzten Bäumen, die eine Doline überspannen. Und immer wieder begegnet man alten Steinen, auf denen abwechselnd entweder eine Fleur de Lys oder ein «RF» für République Française oder ein «CS» für Confédération Suisse oder ein Bär für den alten Kanton Bern auszumachen sind. Sie spiegeln die politischen Zugehörigkeiten der Ajoie in verschiedenen historischen Epochen wider. Die Wanderung beginnt in Damvant. Sie führt erst über die Strasse zur Grenze bei Les Bornes. Ab hier signalisieren gelb-blaue französische Wegweiser und -marken den Weg, er folgt in einem grossen Bogen der Grenze. An zwei Stellen muss man aufpassen, damit man den richtigen Weg findet: Kurz vor dem Grenzstein Nr. 452 folgt man dem Schild «Sentier historique des bornes de la principauté de Montbéliard», und etwas vor dem Grenzstein mit der Nr. 467 dem Wegweiser «Grottes de Réclère».
Von Courgenay an den Doubs Nr. 2065
Courgenay — e • JU

Von Courgenay an den Doubs

Im Ersten Weltkrieg war die Ajoie von kriegerischen Grossmächten beinahe eingekreist. Zehntausende Schweizer Soldaten waren hier stationiert, um notfalls die Grenze zu verteidigen. Sie kämpften aber eher mit Langeweile und Heimweh und fanden ein offenes Ohr für ihre Sorgen bei der Wirtstochter von Courgenay. Mit einem Besuch im Hotel der «Petite Gilberte» beginnt diese zweitägige Wanderung. Danach führt sie hinauf auf die erste Kette des Faltenjuras und auf den Mont Terri – einen unspektakulären Berg mit spektakulärem Innenleben. Hier suchen Forschen* de aus aller Welt seit Jahren nach einer Lösung für die Lagerung radioaktiver Abfälle. Nach der Krete geht es dann über Outremont hinunter ins mittelalterliche Kleinod St-Ursanne mit seiner fantastischen Klosterkirche und dem schön hergerichteten Ortskern. Am zweiten Tag der Wanderung wird der Doubs überquert. Flussaufwärts führt ein wunderschöner Wanderweg durch das abgeschiedene Tal, das gerade im Frühling ein berauschendes Naturspektakel bietet. Wer unterwegs eine Forelle aus dem Doubs geniessen möchte, tut dies am besten im Restaurant vom Centre de Vacances in Tariche. Hier ist eine Doubs-Überfahrt in Eigenregie mittels Seilfähre zum Restaurant möglich. Wieder zurück auf dem ursprünglichen Weg, geht man ohne grosse Anstrengungen immer nahe am Wasser weiter bis zum Weiler Chervillers und steigt dann hinauf ins Dorf Epauvillers.
Zweitageswanderung im Solothurner Jura Nr. 2047
Solothurn — d • SO

Zweitageswanderung im Solothurner Jura

Von wegen, im Jura gebe es keine spannenden Zweitagestouren: Auf dieser Wanderung lassen sich gleich mehrere der bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten entdecken, die der Solothurner Jura zu bieten hat. Gestartet wird in Solothurn mit ihrer lebendigen Altstadt und der eindrücklichen Kathedrale. Durch ruhige Wohnquartiere geht es zum Eingang der Verenaschlucht. Der idyllische Spazierweg führt immer dem Bach entlang bis zur heute bewohnten Einsiedelei, wo in einer Höhle einst die Heilige Verena gewohnt und gewirkt haben soll. Nach Rüttenen und dem Weiler Falleren geht es dem Waldrand entlang bis zum Bahnhof Oberdorf, von wo eine neue Gondelbahn auf den Weissenstein fährt. Dieser Weg bleibt jedoch vorerst in den Niederungen und erreicht bald den alten Steinbruch. 145 Millionen Jahre alte Dinosaurierspuren sind hier in einer steilgestellten Kalksteinplatte konserviert. Nun sind es noch rund eineinhalb Stunden und 500 Höhenmeter bis zum Etappenziel, dem Naturfreundehaus Schauenburg. Der zweite Tag beginnt mit einer Wanderung über die Weiden und durch die Wälder unterhalb der Stallflue und des Grenchenbergs zur Bergwirtschaft Bettlachberg. Der lohnende Abstecher auf den Bettlachstock, der seiner Buchenwälder wegen seit 2021 zum Unesco-Weltnaturerbe gehört, ist nicht als offizieller Wanderweg markiert, aber gut zu finden. Hinunter geht es dann via Burgruine Grenchen bis in die nördlichen Wohnquartiere der Uhrenstadt, von wo ein Bus ins Zentrum fährt.
Blühende Damassine-Pflaumenbäume Nr. 2062
Asuel, Maison comm. — e • JU

Blühende Damassine-Pflaumenbäume

Der Damassine, ein Branntwein aus der Damassine-Pflaume, ist aus dem kulinarischen Erbe des Juras nicht wegzudenken. Der traditionelle Ajoier Schnaps wird aus einer kleinen, im 13. Jahrhundert aus dem Orient eingeführten Wildpflaume gebrannt und ist seit 2010 AOP-geschützt. Am Dorfrand von Fregiécourt liegen zwei der vier Pflaumenplantagen von Alain Perret und Daniel Fleury, den beiden grössten Produzenten der Region. Im Frühling bilden die blühenden Pflaumenbäume den stimmungsvollen Abschluss einer gemütlichen Wanderung mit Start in Asuel. Von der Bushaltestelle aus geht es kurz den Lauf des Ruisseau de l’Erveratte entlang und anschliessend in einen Aufstieg, der auf breiten Wegen durch den Wald in Richtung der Krete und zur Grande Roche führt. Nach dem Einbiegen auf die Routen 31 und 453 von Schweizmobil lichtet sich der Blick, und es beginnt der angenehm zu begehende Gratweg. Von der Grande Roche aus hat man eine weite Rundsicht und erhält einen guten Eindruck von der Vielfalt der Landschaften der Ajoie. Beim Punkt 821 taucht die Route wieder in den Wald ein, verlässt bald darauf die Strecken von Schweizmobil und biegt stattdessen nach links ab, hinein in den Abstieg zum hübschen Dörfchen Pleujouse mit seinem Schloss und seinen Obstbäumen. Der letzte Abschnitt der Wanderung führt über Wiesen und Felder bis nach Fregiécourt.
Abwechslungsreicher Juragipfel Nr. 2053
Grandval — E • BE

Abwechslungsreicher Juragipfel

Das Waldreservat Raimeux wurde 2005 eingerichtet und ist Heimat einer vielfältigen Flora und Fauna. Föhren wachsen zwischen den zerklüfteten Kalksteinfelsen besonders gut und versprühen beinahe ein mediterranes Feeling. Mit etwas Glück lassen sich in den Felswänden Gämsen, Greifvögel oder auch Kletterer erblicken. Die Frühlingswanderung startet an der Station Grandval, wo der Weg zuerst gemächlich in Richtung Mont Raimeux aufsteigt. Nach dem Aufstieg öffnet sich eine Jurahochweide mit typischen Trockensteinmauern. Via dem Weiler Raimeux de Grandval erreicht man den höchsten Punkt der Wanderung. Der flache Gipfel des Mont Raimeux bildet die Grenze der Kantone Bern und Jura und ist gleichzeitig Juras höchster Punkt. Schwindelfreien Personen ermöglicht der Aussichtsturm einen schönen Blick auf Delémont. Über ein Blütenmeer verläuft die Wanderung nach Raimeux de Crémines, wo sich besonders eine Feuerstelle als Zwischenhalt anbietet. Der Abstieg in Richtung Corcelles verläuft am Anfang steil und ist teilweise mit Stufen und Ketten gesichert. Der parallel verlaufende Bach Gore Virat stürzt immer wieder spektakulär als Wasserfall herab. Die Wanderung endet an der Station von Corcelles.
Entdeckungen im Neuenburger Jura Nr. 1629
La Vraconnaz, Les Rochettes — r • NE

Entdeckungen im Neuenburger Jura

Es ist nicht überliefert, ob Napoleon wirklich einmal in dieser Ecke der Schweiz war. Bis heute erinnert jedoch ein bewaldeter, von Felsrippen durchzogener Hügel in der Form seines legendären Huts an ihn. Hier zeigt sich der Jura von seiner abwechslungsreichen Seite: Moorlandschaften, ausgedehnten Weiden mit mächtigen Fichten, die dem Wetter trotzen und den Weidetieren Schutz bieten und eine spannende Höhle. Der Wanderweg führt in Richtung La Vraconnaz einem sonnigen Hang entlang. Der Blick schweift über das Hochmoor Mouille de la Vraconnaz, das tiefer unten eingebettet in der Ebene liegt. Bald ist St-Olivier erreicht. Wer den Abstecher mit gleichem Hin- und Rückweg zur Höhle weglassen möchte, wandert von hier direkt nach La Côte-aux-Fées und verkürzt so die Wanderung um etwa 45 Minuten. Zur Höhle folgt man einem hölzernen Schild und dem Wegweiser Richtung Noirvaux. Beim Waldrand lädt eine offizielle Feuerstelle zum Bräteln ein. Ein steiler und mit Eisenketten gesicherter Pfad führt hinunter zum Eingang der Höhle Grottes aux Fées. Gebückt oder kriechend gelangt man zu einem Ausguck mitten in einer Felswand. Nach dem beschaulichen Dorf La Côte-aux-Fées folgen längere Abschnitte auf Asphalt. Erst beim Weiler Chez Juvet wird der Wanderweg wieder zum schmalen Pfad und führt einer felsdurchsetzten Krete entlang hinunter zum früheren Restaurant Chapeau de Napoléon. Von diesem Aussichtspunkt sieht man weit über das grüne Val de Travers. Im Nachmittagslicht wirft der Hügel einen hutförmigen Schatten über Fleurier. Später beim Blick zurück vom Bahnhof unten, ist gut nachvollziehbar, wie dieser Hügel zu seinem Namen gekommen ist. Doch zuerst wartet ein steiler Abstieg über Treppenstufen und Kalkgeröll, der Konzentration und Trittsicherheit erfordert.
Über den Höhenrücken im Neuenburger Jura Nr. 2029
La Sagne — l • NE

Über den Höhenrücken im Neuenburger Jura

Die Region rund um La Chaux-de-Fonds mit den Hochtälern, Höhenrücken und Jurahochweiden eignet sich wunderbar zum Schneeschuhwandern. Weil im Jura wegen der Höhenlagen in der Regel nicht mehr den ganzen Winter über genügend Schnee liegt, lohnt es sich, die Verhältnisse abzuklären. Der erste Abschnitt führt vom Dorfrand hinauf nach Le Communal, wo man ein erstes Mal auf die TJS, die «Traversée du Jura Suisse» stösst, die Langlaufloipe, die über 163 Kilometer durch den gesamten Jura führt. Nach einem kurzen mit der Loipe gemeinsamen Abschnitt beginnt der steile Anstieg entlang der bewaldeten Krete. Vor der Auberge Le Grand Sommartel führt die Route über eine riesige, offene Juraweide, von wo man – allerdings nur ganz knapp - über der vorgelagerten Kette des Mont Racine die Gipfel der Alpen sieht. Wer noch etwas mehr Panorama geniessen will, muss einen kurzen Abstecher auf dem signalisierten Trail zum vierzig Meter höher gelegenen Hügel machen, der gleich westlich der Auberge liegt. Der Abstieg nach Le Locle führt zuerst auf einem schmalen, schattigen Pfad durch den Wald und dann durch Lichtungen zum Walrand. Auf dem letzten Abschnitt hat man einen wunderbaren Blick auf die Industriestadt Le Locle, die als Wiege der Uhrenindustrie gilt und deshalb 2009 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
Coole Höhle im Val de Travers Nr. 1995
Les Sagnettes, bif. Charbonni — t • NE

Coole Höhle im Val de Travers

Der unterirdische Gletscher Glacière de Monlési im Val de Travers ist ein supercooles Entdeckerparadies für mutige Kinder. Das Eis bildet sich im Winter, wenn sich kalte Luft in der Höhle senkt und Wasser, das durch das Gestein eindringt, zum Gefrieren bringt. Im Sommer kann diese kalte Luft nicht entweichen, und das Eis schmilzt nicht. Der versteckte Eingang zur Gletscherhöhle liegt in einem 20 Meter tiefen Loch und ist über einen steilen Pfad und über eine Leiter erreichbar. In der Höhle geht man auf einer 10 Meter dicken Eisschicht und bestaunt natürliche Eisskulpturen. Tipp: Taschenlampe mitnehmen und lange Kleider anziehen, am besten auch Handschuhe. Es ist dunkel, kalt und rutschig in der Eishöhle. Ist man zurück an der Oberfläche, lassen sich an einer der umliegenden Feuerstellen wunderbar Cervelats bräteln. Gestärkt geht es auf demselben Weg zurück zur Strasse und danach über offenes Weideland hinunter Richtung Couvet. Der Weg führt nach ca. 1,5 Stunden wieder in den Wald. Ein Stück Schokolade hebt die Konzentration für den jetzt folgenden steilen Abschnitt, den Corridor au Loup. Der schmale Weg führt unter einem überhängenden Felsen der Wand entlang. Kleinere Kinder müssen hier an der Hand geführt werden. Durch den Wald geht es weiter bis zum Bahnhof von Couvet.
Von der Areuse zum Neuenburgersee Nr. 1982
Boudry Littorail — l • NE

Von der Areuse zum Neuenburgersee

Fluss oder See? Wer sich nicht entscheiden mag, ist bei dieser kurzen Uferwanderung gleich doppelt bedient. Deshalb Badesachen einpacken und los gehts: Ausgangspunkt ist Boudry. Wie bei vielen Ortschaften auf der nördlichen Seite des Neuenburgersees prägen auch hier Rebberge die Landschaft. Die Route startet gleich hinter der Haltestelle «Boudry Littorail» an der Areuse, einem der Hauptzuflüsse des Neuenburgersees. Nach einem kurzen Stück flussabwärts führt eine Brücke auf eine kleine Halbinsel. Diese gehört zum Landschaftsschutzgebiet «Zone naturelle du Pervou», das als Erholungszone und Ausgleichsfläche angelegt wurde. Informationstafeln geben Auskunft über die Biodiversität des Parks – beispielsweise über den Teich, die Fauna und Flora oder die Fischtreppe. Mittendrin ist das Restaurant La Maison du Pervou. Unter dem Autobahnviadukt geht es ein zweites Mal über die Areuse. Entlang des Ufers spenden die Bäume viel Schatten, und der See rückt immer näher. Kurz vor der Mündung zweigt der Weg nach links ab zum Plage de Boudry. Und plötzlich liegt er vor einem, der grösste, komplett in der Schweiz liegende See – der Neuenburgersee. Gleich vier Kantone teilen ihn sich: Freiburg, Waadt, Bern und Neuenburg. Auf dem Sentier du Lac folgen nun immer wieder Plätze zum Baden oder Verweilen, wie etwa der Plage de Colombier. Das zurückhaltende Rauschen der kleinen Wellen, die rasch wieder in den Kieselsteinen verschwinden, vorbeifahrende Kanus oder kleine Strände lassen Ferienstimmung aufkommen. Wer dabei Hunger bekommt, ist in Auvernier – dem Ziel dieser Ge- nusswanderung – in der Brasserie du Poisson gut aufgehoben. Zu einem Glas Neuenburger Wein werden Fisch- und Brasseriegerichte serviert.