Wandern im Winter • Schweizer Wanderwege

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Auf Schneeschuhen zum Leiterhorn Nr. 1482
Wengen • BE

Auf Schneeschuhen zum Leiterhorn

Deutlich ausgeprägte, steil abfallende Berge werden in der Schweiz oft als Horn bezeichnet. Das gilt zum Beispiel für die Berner Oberländer Gipfel Wetterhorn, Schreckhorn oder Schilthorn. In diesem Sinne trägt das Leiterhorn seinen Namen eigentlich zu Unrecht. Es liegt oberhalb von Wengen und ist im Grunde nur eine von Bäumen überwachsene Anhöhe, jedenfalls gegen Süden. Allerdings bietet es eine wunderbare Panoramasicht. Wie aus der Vogelschau präsentiert sich hier das Lauterbrunnental praktisch in seiner ganzen Länge. Besonders eindrücklich zeigen sich die steilen, bis zu 1000 m hohen Felswände, die den Talboden umgrenzen. Auf der Nordseite geniesst man zudem einen spektakulären Tiefblick auf Zweilütschinen und Interlaken. Ein Schneeschuhtrail führt zum famosen Aussichtspunkt hinauf. In Wengen durchquert man zunächst das Ortszentrum, gelangt dann durch Wald und über verschneite Weiden zum Flielenboden und steigt von da in mehreren Kehren zur Ussri Allmi auf. In gemächlichem Anstieg geht es schliesslich talauswärts zum Leiterhorn. Sitzbänke laden dort zum Rasten ein. Der Abstieg nach verläuft zunächst recht steil dem Waldrand entlang bis zum Aussichtspunkt Hunnenflue. Von dort geht es ebenen Wegs, später dann wieder leicht absteigend an sonnengebräunten Chalets vorbei zurück zum Bahnhof Wengen. Wenn der letzte Schneefall schon mehrere Tage zurückliegt, ist die Route von etlichen Schneeschuhläufern meist bereits so gut gepfadet, dass sie auch bloss mit guten Wanderschuhen begangen werden kann. In diesem Fall empfiehlt es sich allerdings, die Runde in umgekehrter Richtung zu unternehmen, damit die relativ steile Passage zwischen der Verzweigung Hunnenflue und dem Leiterhorn im Aufstieg bewältigt werden kann.
Rund um den Piz Mundaun Nr. 1483
Obersaxen, Affeier Dorf — Vella • GR

Rund um den Piz Mundaun

Vom Schatten ins Licht, von der schneesicheren Nordseite des Piz Mundaun an dessen sonnenreiche Südflanke, von der walserdeutschen Insel ins romanische Sprachgebiet: Die Winterwanderung vom Vorderrheintal in die Val Lumnezia verknüpft und überbrückt allerlei interessante Gegensätze. Unterwegs geniesst man ein grossartiges Panorama, viel landschaftliche Abwechslung und eine zauberhafte Stille abseits des Rummels. Gestartet wird im Dörfchen Affeier, das zur Walsersiedlung Obersaxen gehört. In zwei weiten, schön angelegten Bogen führt der Weg um die Ferienhäuser von Misanenga herum den Hang hoch. Auf einem Strässchen gelangt man durch das Tobel des Valater Bachs zum Weiler Platenga und ebenen Wegs weiter ins Dorf Surcuolm. Von hier an geht es mässig steil aufwärts, zunächst durch Wald, später über offenes Maiensäss- und Alpgebiet. Eine Weile verläuft die Winterwanderroute noch parallel zu einer Schlittelpiste, doch sobald man den Wald verlässt, führt sie auf eigenem Trassee sanft, aber stetig steigend über Valmata zur Kapelle Sogn Carli. Hier erreicht man den höchsten Punkt der Wanderung. Kurz davor liegt etwas oberhalb des Wegs ein Bergrestaurant, das wegen der prachtvollen Aussichtslage den Namen Bündner Rigi trägt. Anfänglich recht steil, dann aber nur noch mit geringem Gefälle gelangt man in einem weiten Bogen über Scansins ins Dorf Morissen. Dabei geniesst man prachtvolle Ausblicke über die Val Lumnezia. Das «Tal des Lichts» ist ein weites Hochtal am Südhang der Piz-Mundaun-Kette. Sanft absteigend erreicht man schliesslich Vella, den Hauptort des Tals.
Von La Brévine zum Lac des Taillères Nr. 1484
La Brévine • NE

Von La Brévine zum Lac des Taillères

Schneemänner fühlen sich in La Brévine pudelwohl. Denn auf der Hochebene am Nordrand des Val de Travers herrschen im Winter oft eisige Temperaturen. Zu einer spielerischen Auseinandersetzung mit Natur und Kälte lädt ein Themenweg ein, der auf dem Winterwanderweg zum Lac des Taillères eingerichtet ist. Auf minus 41,8 Grad sank die Temperatur im Jura-Dorf im Januar 1987 - das gilt bis heute als offizieller Schweizer Kälterekord. Man kann hier also durchaus arktische Bedingungen erleben. Von der Postauto-Endstation mitten im Dorf sind es nur wenige Schritte bis zum Ausgangspunkt der Loipen und Schneeschuhtouren. Hier beginnt auch der mit pinkfarbigen Stangen signalisierte Winterwanderweg. Er verläuft in einigem Abstand parallel zur Strasse, die über Bémont nach Les Verrières führt. Die Route weist kaum Höhendifferenzen auf und eignet sich damit gut für Familien. Während man die Kleinsten auf einen Schlitten setzen und ziehen kann, dürften grössere Kinder von der Geschichte um den Schneemann Taillaule angesprochen werden, der im Tal nach allerlei Zubehör sucht, um sein Erscheinungsbild perfekt an die kalte Jahreszeit anzupassen: Kastanien dienen ihm als Augen, eine Karotte als Nase, Strohhalme als Haare. An zwölf Posten gibt es Rätsel zu lösen. Die gefundenen Buchstaben ergeben aneinandergereiht den Namen des Orts im Tal, wo seinerzeit die Rekordkälte registriert wurde. Ein besonderes Vergnügen erwartet die Ausflügler am Lac des Taillères. Der See ist im Winter zugefroren und dient Schlittschuhläufern, aber auch Wanderern als Tummelfeld. Aufwärmen kann man sich im nahen Restaurant Aux Berges d’Estaillères. Für den Rückweg nach La Brévine nutzt man die gleiche Route wie für den Hinweg.
Von Zermatt in den Alpweiler Zmutt Nr. 1488
Zermatt • VS

Von Zermatt in den Alpweiler Zmutt

Es ist nicht nur einer der schönsten Berge der Alpen, sondern wohl überhaupt einer der bekanntesten Gipfel der Welt: Mit dem Matterhorn verfügt Zermatt über einen einzigartigen Anziehungspunkt, der die Landschaft des gesamten Tals in buchstäblich überragender Weise prägt. Auf dem Winterwanderweg nach Zmutt sieht man den riesigen, elegant gekrümmten Felszahn immer wieder aus neuer Perspektive. Die Route durchquert zunächst das Dorf auf ganzer Länge. Nach den letzten Häusern beginnt der Weg langsam zu steigen. Dabei verläuft er abwechslungsweise durch Bergwald und über verschneites Weideland mit kleinen Scheunen. Weil die Lärchen im Winter kein Nadelkleid tragen, ist die Sicht zum Matterhorn auch während der Waldpassagen oft ungehindert. Der Weiler Zmutt ist ein kleines, kompaktes Dörfchen mit alten, von der Sonne schwarz gebrannten Holzhäusern, einer Kapelle und einem rustikalen Restaurant. Die Zeit scheint in dieser Idylle stillgestanden zu sein. Auf der gegenüberliegenden Seite des Zmuttbachs führt die Route auf breitem Trassee talauswärts zur Wintersport-Drehscheibe Furi, wo sich Bergbahnlinien aus verschiedenen Richtungen kreuzen. Der Winterwanderweg umrundet das Stationsgebäude auf der Nordseite und führt über Schweigmatten in den Wald; mehrere Bergrestaurants liegen am Weg. Die schneebedeckte Strasse via Moos zum Talboden hinunter wird auch als Schlittelabfahrt genutzt - vornehmlich von Familien mit kleinen Kindern, weil die Strecke nur wenig Gefälle aufweist. Am Ende des Abstiegs erreicht man das Quartier Winkelmatten und damit den südlichen Dorfrand von Zermatt. Über Wiestiboden geht es zurück zur Kirche und durch das Dorfzentrum zum Bahnhof.
Skandinavien im Simmental Nr. 1453
Lenk, Metschbahnen • BE

Skandinavien im Simmental

Der Wanderer traut beim Anblick des nach finnischem Modell erbauten Jäcki seinen Augen nicht: Die Holzhütte inmitten des Waldes, die warmen Felle und die Laternen geben ihm den Eindruck, er befinde sich mitten in Lappland. Doch im Kochkessel über dem offenen Feuer wartet kein Rentiereintopf auf ihn, sondern ein leckeres Gletscherbachfondue. Die Hütte wurde vom ehemaligen Bezirksleiter der Berner Wanderwege Ernst Beetschen gebaut und steht allen Spaziergängern zur Verfügung. Sie eignet sich besonders gut für einen Grillausflug mit der Familie - Brennholz liegt im Sommer und im Winter bereit. Von Zeit zu Zeit verwandelt sich das Jäcki in ein Fonduerestaurant. Reserviert werden kann der Fondueabend im Sportgeschäft Bergluft Sport an der Lenk. Der Besuch im Simmentaler Jäcki eignet sich gut als kulinarischer Abschluss einer Winterwanderung von der Talstation der Gondelbahn Stand-Xpress zu den Simmefäll. Sie beginnt bei der Bushaltestelle «Lenk - Talstation Metschstand» und führt zunächst durch ein Wohnquartier. Danach geht es durch die Felder, an Bauernhäusern vorbei. Schliesslich gelangt man zum Restaurant Simmenfälle und zu den gleichnamigen Wasserfällen, die nachts beleuchtet sind. Auf dem Rückweg folgt man lange Zeit der Simme. Auf der Höhe der Iffigbachbrücke ist es dann Zeit, sich zu entscheiden, ob man die Brücke überquert und den Ausflug verlängert oder nach rechts abbiegt und direkt an den Ausgangspunkt der Wanderung zurückkehrt. Entscheidet man sich für den Schneeschuhweg, der nach links abzweigt, erreicht man nach fünf Minuten die skandinavische Hütte.
Chüematten-Trail am Niederhorn Nr. 1148
Beatenberg Vorsass — Waldegg • BE

Chüematten-Trail am Niederhorn

Für eine wunderschöne Schneeschuhtour im Berner Oberland fährt man mit dem Postauto ab Interlaken oder ab der Beatenbucht nach Beatenberg und anschliessend mit der Niederhornbahn bis zur Mittelstation Vorsass. Der Schneeschuhtrail verläuft vorerst parallel zum Winterwanderweg sanft aber stetig hinauf in Richtung Flösch, wo die Skifahrer die Abfahrt hinuntersausen. Beim Wegweiser biegt man in ein lichtes Waldstück ein und lässt die schnelleren Schneesportler hinter sich. In der Stille der verschneiten Nadelbäume eröffnet sich hier stellenweise eine wunderschöne Sicht auf den Thunersee und das Alpenpanorama. Bis Unterburgfeld geht die Route stetig hinab. Es scheint, als sei dies der Ort, wo sich nur noch Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Im Unterburgfeld wird die Strasse erneut überquert und nach eindrücklicher Sicht auf das Jungfraupanorama verläuft der Trail wieder stetig aufwärts, bis zum höchsten Punkt beim Oberburgfeld. Die erste Hälfte der Schneeschuhtour ist nun fast erreicht. Jetzt geht es oberhalb des Waldes weiter, bis zur Hütte in der Chüematte. An schönen Tagen am Wochenende ist das Beizli geöffnet. Nach einer Pause an diesem sonnigen Ort geht es nun an den Abstieg in Richtung Waldegg. Der Winterwanderweg verläuft vorerst ziemlich flach bis zur Bergstation des Skilifts bei Schwendi, dann aber teilweise steil hinab in die Waldegg. Auf diesem Abschnitt ist man froh um die Wanderstöcke, die einen guten Halt geben. Ab Waldegg gibt es eine Postautoverbindung zurück nach Beatenberg Talstation oder ganz hinunter nach Interlaken.
Auf direktem Weg zum Spital Nr. 1139
Unteriberg, Guggelstrasse — Gross, Ebenau • SZ

Auf direktem Weg zum Spital

Selbst wenn in Einsiedeln weit und breit kein Schnee in Sicht ist, kann der Kessel von Unteriberg noch voll des weissen Pulvers sein. Entsprechend steht der Schneeschuhtour auf den Spital nichts im Wege. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Tour ist nicht so wild, wie es die Gipfelbezeichnung vermuten lassen könnte. Die Tour startet Ausgangs Unteriberg beim Hotel Ybrigerhof und ist durchwegs mit pinkfarbenen Pfosten und Wegweisern markiert. Ein Verlaufen ist somit fast nicht möglich. Nach einer kurzweiligen halben Stunde ist bereits das Berghaus Höchgütsch erreicht, wo ein Kaffeehalt die noch kalten Knochen erwärmen kann - wenn nicht gerade Ruhetag angesagt ist (normalerweise montags und dienstags). Bald wird das Naturschutzgebiet Ibergeregg betreten. Hier müssen Hunde zwingend an die Leine und die signalisierte Route sollte nicht mehr verlassen werden. Hasen, Hirsche und sogar das Auerhuhn finden hier in der grössten Moorlandschaft des Kantons Schwyz Unterschlupf. Von Sumpf und Moor ist im Winter allerdings nichts zu sehen oder zu spüren. Dafür führt die Route abwechslungsreich durch Wald und offene Lichtungen. Kurz vor dem Gipfel mit dem markanten Kreuz weitet sich die Landschaft und gibt den Blick auf die herrliche Bergwelt frei. Die Rundsicht ist grandios: die ganzen Schwyzer, Urner und Glarner Alpen liegen einem förmlich zu Füssen. Vor dem Abstieg nach Gross bleibt etwas Zeit, sich Gedanken zum Gipfelnamen zu machen. Im Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung ist dazu Folgendes zu lesen: «Alp wohl mit Bezug zu einem Hospiz (Spital) des Benediktinerklosters Einsiedeln. […] der Alpname wird schon 1217 erwähnt.» Die Erklärung erinnert daran, dass sich auf der Heimreise ein weiterer Kaffeehalt in Einsiedeln lohnen würde.
Sonnenbaden im Angesicht der Churfirsten Nr. 1202
Flumserberg, Mittenwald — Bergstation Prodalp • SG

Sonnenbaden im Angesicht der Churfirsten

Der Flumserberg ist eine Sonnenterasse mit Aussicht: Majestätisch thronen die sieben Gipfel der Churfirsten auf der anderen Talseite, fast senkrecht erheben sich diese Felswände aus dem Walensee. Behaglicher geht es auf dem Flumserberg zu und her. Hier sind die Berge flacher, die Täler breiter, die hügelige Landschaft lieblicher. Der ideale Ort also, um bei einer gemütlichen Winterwanderung die Sonne und die Aussicht zu geniessen. Mit dem Postauto geht es vom Bahnhof Flums hinauf nach Tannenheim. Von dort an wandert man in rund eineinhalb Stunden bergauf zur Prodalp. Der Weg führt zunächst durch die Feriensiedlung Cafrida. Danach betritt man eine wildromantische Waldlandschaft, die dick verschneit einen ganz besonderen Reiz hat. Bachläufe schlängeln sich durch die beschauliche Landschaft, dichter Wald und helle Lichtungen wechseln sich ab und bieten immer wieder neue Ausblicke auf entweder die Churfirsten oder in Richtung Spitzmeilen. Einmal überquert man die Schlittelpiste. Die lautstarken und nicht immer jugendfreien Begeisterungsrufe der Jugendlichen, die hier in Schulklassen schlitteln, durchbrechen die sonst fast schon andächtige Stille. Viele Holzbänke laden unterwegs zum Verweilen ein - und auch zum Verschnaufen, denn es geht - wenn auch sanft - doch stetig bergauf. Kurz vor dem Ziel lichtet sich der Wald, die Ebene der Prodalp wird sichtbar. Hier angekommen, kann man sich im Restaurant stärken, Abenteuerlustige können den Klettergarten «CLiiMBER» erkunden und Höhenfreudige können entweder weiter zum Prodkamm wandern oder bequem den Sessellift dorthinauf nehmen. Bequem geht es auch zurück ins Tannenheim - eine Gondel führt von der Prodalp direkt zur Busstation.
Wo einst der heilige Martin wanderte Nr. 1201
Empächli • GL

Wo einst der heilige Martin wanderte

Riesig türmen sich die Berge in diesem Ecken der Glarner Alpen. Und ganz oben, nah bei den Gipfeln, strahlt einem die Sonne durch ein Naturwunder entgegen, das auch von der gegenüberliegenden Talseite deutlich zu erkennen ist: Das Martinsloch, ein etwa 20 Meter breites Loch im Fels beim grossen Tschingelhorn. Die Sage erzählt uns von einem Schafhirten Martin, der auf der Elmer Seite seine Tiere hütet. Eines Tages kam ein Riese von Flims her und wollte Sankt Martins Schafe stehlen. Dieser verteidigte aber seine Tiere tapfer und warf dem Riesen seinen Stock nach. Anstatt auf den Riesen prallte der Stock in die Felswand, es donnerte und Steine prasselten ins Tal. Im Fels war fortan ein Loch zu sehen. Die Gondelbahn bringt die Wandernden hinauf auf 1485 Meter. Ab dort wandert man in rund eineinhalb Stunden bergauf, durch Tannenwälder, vorbei an wunderschön eingeschneiten Holzscheunen in Richtung Hengstboden. Weiter geht es über schmale, aber präparierte Trampelpfade und breite Spazierwege hinauf zur Bischofsalp, ins Skigebiet. Zweimal überquert man die Skipiste und geht vor dem letzten Anstieg über ein malerisches Brücklein hinauf zum letzten Waldstück. Die letzte Gerade führt schnurstracks zur Sonnenterasse der Munggä Hüttä auf 1740 Metern. Das rustikale Restaurant lädt zum Verweilen und Sonnenbaden ein. In Felle eingepackt kann man sich hier auf dem Liegestuhl ausruhen, und die Küche zaubert allerlei Köstlichkeiten. Der Abstieg folgt auf dem gleichen Weg. Immer noch scheint die Sonne durch das Martinsloch. Hier ist die Bergwelt wirklich sagenhaft.
Zum Denkmal auf der Belalp Nr. 1415
Belalp — Bergstation Hohbiel • VS

Zum Denkmal auf der Belalp

John Tyndall war ein englischer Naturgelehrter. Ihm verdanken wir die Erkenntnis, dass der Lichtstrahl im trüben Medium bricht. Doch Tyndall war auch ein Bergsteiger. Er liebte die Alpen, und er liebte die Belalp, wo er viel Zeit verbrachte. Wohl auch darum, weil man von hier aus eine so ungetrübte, weite Sicht in die Berge hat. Die Schneeschuhwanderung führt aussichtsreich über den Tyndall-Trail von der Belalp in Richtung Sparrhorn zum Denkmal zu Ehren des Naturgelehrten und weiter zur Bergstation der Sesselbahn Hohbiel. Der Rückweg erfolgt mit der Sesselbahn. Doch von vorne: Von der Bergstation der Belalpbahn geht es auf einer Winterwanderung bis zum Hotel Sparrhorn, wo der Tyndall-Trail beginnt. Er steigt stetig und sanft Richtung Nordost bis zum Denkmal. Unweit davon kann man ausgiebig auf den Aletschgletscher schauen. Weiter geht es nun wie zuvor angenehm ansteigend in Richtung Nordwest bis zur Bergstation der Sesselbahn. Die Schneeschuhroute ist den ganzen Winter über ausgesteckt. Wer sie im späten Winter begeht, sollte zeitig unterwegs sein. Denn spätestens ab Mittag wird der Schnee nass und schwer. Wer sich trotz den schon blühenden Sträuchern im Tal in den Winter hochwagt, wird ein paar wohltuend frische und doch warme Stunden erleben und zur Überzeugung gelangen, dass der Frühling zwar schön ist, der Winter da oben in den Bergen aber ruhig noch etwas länger dauern darf.
Zwischen Bettmeralp und Fiescheralp Nr. 1416
Bettmeralp — Fiescheralp • VS

Zwischen Bettmeralp und Fiescheralp

«Hoppla, da waren die Augen wohl grösser als der Magen!» Das denken sich die meisten, die zum ersten Mal in der Bättmer Hitta einkehren, wenn die bestellte Cremeschnitte serviert wird – eine süsse Versuchung im XXL-Format. «Viele Stammgäste kommen extra für dieses Dessert, und manche teilen sich auch eine Portion», weiss Stefan Eyholzer, der Wirt des Berggasthofs, der sich auf halbem Weg zwischen Bettmeralp und Fiescheralp in einer Senke versteckt. «Im Winter haben wir sowohl Wanderer als auch Skifahrer zu Gast. Letztere finden hier eine Oase der Ruhe: Wir sind mitten im Skigebiet, aber dennoch weit weg vom Trubel in den Restaurants direkt an den Pisten.» Gerade recht kommt ein Zwischenhalt auch auf der Wanderung mit Start auf der Bettmeralp, deren Wahrzeichen die Kapelle Maria zum Schnee ist. Sie thront auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf das Matterhorn und weitere markante Gipfel der Walliser Bergwelt. Die Wanderung führt aus dem autofreien Dorf hinaus, am Fuss der Sessellifte Wurzenbord und Schönbiel vorbei, über einen Anstieg durch den Wald und schliesslich ein Stück der Bergflanke entlang bis zur Hütte. Hier bringt Stefan Eyholzer regionale Spezialitäten auf den Tisch, darunter eine Wurst aus dem Fleisch von Eringer Kühen aus seiner eigenen Zucht. So gestärkt wird der Rest des Wegs bis zur Bergstation der Seilbahn auf der Fiescheralp zum gemütlichen Verdauungsspaziergang.
Winterfrühling über Davos Nr. 1417
Ischalp — Davos Platz • GR

Winterfrühling über Davos

Im Frühling ist der Schnee auf dem Rückzug. Die Bergwelt um Davos lädt aber auch dann noch zum Winterwandern. Insbesondere am Jakobs- horn sind dank dessen Nordausrichtung die Hänge lange schneebedeckt. Von der Mittelstation Ischalp führt ein markierter Weg durch stimmungsvolle Wälder und über sanft geneigte Alpen zur Clavadeleralp. Zu Beginn quert man das wilde Carjöler Tobel, und vor der Clavadeleralp laden an bester Aussichtslage Sitzbänke zur Rast. Beim folgenden Abstieg nach Clavadel macht man Bekanntschaft mit der Walser Vergangenheit um Davos: Sonnengebräunte Holzhäuser säumen den Weg. Am Horizont öffnet sich derweil der Blick auf das immer noch tief verschneite Sertigtal. In Clavadel spürt man bereits die Nähe zu Davos, und nach einer letzten Waldpassage ist man ab Islen definitiv zurück in der Zivilisation. Dem Landwasser entlang geht es zurück nach Davos Platz; der Fluss ist so laut, dass Strasse und Bahn kaum stören. Es ist typisch für den Frühling, dass der Schnee am Morgen gefroren ist und gegen Mittag weich wird. Ist die weisse Decke zu nass, kommt sie ins Rutschen. Wintersportler brechen dann zeitig auf und beobachten die Verhältnisse genau. Für die Winterwanderer in Davos übernehmen dies die Fachleute des Skigebiets: www.davos.ch zeigt, welche Wege offen sind.
Panoramaweg durch Mürren Nr. 1418
Gimmelwald — Grütschalp • BE

Panoramaweg durch Mürren

Gimmelwald strahlt den Charme eines Bergdorfs aus. Holzhäuser, Ställe und Käsekeller prägen das Ortsbild. Doch auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Neben alten Bauernhöfen stehen moderne Freilaufställe. Und die Gesellschaft hat sich ebenfalls verändert. So haben sich die Frauen von Gimmelwald zusammengetan und ihr eigenes Geschäft gegründet. Als Marktfrauen von Gimmelwald verkaufen sie jeden Montag von Weihnachten bis Ostern im mondäneren Mürren ihre Produkte: frische Zöpfe aus Dinkel- und Weizenmehl, Teemischungen aus Kräutern von den hiesigen Matten, Konfitüren mit Früchten aus dem Garten, Käse von den umliegenden Alpen und Fleisch aus dem dorfeigenen Schlachthof. Gimmelwald erreicht man mit der Luftseilbahn, die zum Schilthorn fährt. Nicht ohne Grund liess sich J. R. R. Tolkien für seinen Roman «Der Herr der Ringe» vom Lauterbrunnental inspirieren. Von hier aus führt ein Winterwanderweg hinauf nach Mürren. Im Frühling beeindruckt der Kontrast zwischen den aperen Matten, auf denen bereits die ersten Krokusse und Leberblümchen blühen, und den noch tief verschneiten Fastviertausendern. Man durchquert Mürren auf der Hauptstrasse. Beim Bahnhof der Mürrenbahn hat man die Hotels, Ferienhäuser und Souvenirläden hinter sich gelassen. Nun folgt der Weg dem vier Kilometer langen Trassee der Mürrenbahn bis zur Grütschalp. Das Panorama ist hier fantastisch und reicht vom Faulhorn im Norden bis zum Mittaghorn im Süden. Von der Grütschalp bringt eine Luftseilbahn die Wanderer zurück ins Tal nach Lauterbrunnen.
Auf den Fähnerenspitz Nr. 1115
Brülisau • AI

Auf den Fähnerenspitz

Wer Ruhe und Erholung sucht, der reist ins Appenzell - genauer gesagt nach Brülisau. Bei der Seilbahn Hoher Kasten beginnt die Schneeschuhroute auf den Fähnerenspitz. Die mit pinken Wegweisern signalisierte Route verläuft zunächst entlang der schneebedeckten Strasse, bis sie Ausgangs Bürlisau links abzweigt und den Horstbach quert. Nun beginnt die erste Steigung bis zum Punkt 1071 und weiter hoch zum Ferienhaus-Weiler Bachers. Rechter Hand geht es den pinken Pfosten nach, hoch bis zum Resspass. Von Bäumen, die mit Puderzucker überzogen scheinen umgeben, geniesst man eine wunderbare Sicht auf den Hohen Kasten. Vor den Wandernden präsentiert sich ein märchenhafter Winterwald. Am Resspass zweigt die Route scharf links ab und verläuft nun entlang der Krete in Richtung des höchsten Punktes des Tages. Der Grat ist dem Wind stark ausgesetzt und es folgen Passagen mit mehr oder weniger Schnee. Dank der dichten Markierung mit pinken Bändern an den Bäumen ist die Route stets klar. Hier oben erhascht man spektakuläre Blicke ins Sankt Galler Rheintal, zum Alpstein, ins Vorarlberg-Gebiet und sogar bis zum Bodensee. Etwas überraschend lichtet sich der Wald und plötzlich stehen die Wandernden direkt vor dem Gipfelkreuz am Fähnerenspitz. Vom hier geht es nun direkt nach unten nach Guggeier und zurück nach Bachers. Auf derselben Route gelangt man von dort zurück zum Ausgangspunkt nach Brülisau.
Runden drehen im Lenker Schnee Nr. 1452
Betelberg • BE

Runden drehen im Lenker Schnee

Im Sommer weiden die Kühe auf den Alpen, und die Bauern ernten Heu. Im Winter jedoch sind die Matten und Weiden dem Schneesport überlassen. An der Lenk erweisen sich diese als abwechslungsreiches Gelände, hügelig und leicht ansteigend gegen Westen, schroff, unwegsam und steil im Norden und im Süden überrascht die grosszügige Sicht auf die Berner Alpen. Diese Winterwanderung enthält das ganze Spektrum. Sie beginnt bei der Bergstation der Gondelbahn Lenk-Stoos-Leiterli. Von hier steigt sie über bestens und breit präparierte Winterwanderpisten zum Leiterli hoch. Dieses ist der Gipfel eines schmalen Felsrückens und der höchste Punkt der Wanderung. Da und dort stehen Bänke und laden zum Verweilen und Staunen über den überwältigenden Blick auf die Berner Alpen ein. Kurz nach dem höchsten Punkt führt der Weg nach rechts zum Winterwanderweg hinunter. Er geht Richtung Steistoos und zum Pt. 1953, wo sich der Weg vielfach verzweigt. Diese Winterwanderung nimmt die Spur Richtung Tschätte nach rechts den Berg hinunter und führt um den Haslerberg herum zum Haslerläger. Wo der Winterwanderweg zur Haslerbar hinunterführt, beginnt bei dieser Wanderung der Aufstieg. Man erreicht im weiten Bogen mal leicht, mal sanft ansteigend die Gondelbahn, die einen ins Tal bringt. Auf der Fahrt hinauf oder hinunter sieht man da und dort kleine Heuschober. Mit etwas Glück kann man hier vielleicht auch einen Lenker Bauern beim «Höuwbäärge» beobachten: Sie schnüren nach alter Väter Sitte das Heu zu riesigen, bis zu 200 Kilogramm schweren Heuballen, sogenannten Burdeni. Diese fahren sie dann auf grossen Schlitten ins Tal.
Immer der Sonne entgegen Nr. 1451
Höhi Wispile — Gsteig b. Gstaad • BE

Immer der Sonne entgegen

Auf dieser Winterwanderung geht man meist der Sonne entgegen - und auch der Walliser Wispile, die unterhalb des Spitzhore liegt. Der baumfreie Bergrücken ist ein idealer Platz für Alpschaften, die überraschenderweise Walliser Eigentümer haben. Wie es dazu kam, ist historisch nicht belegt. Wahrscheinlich hatten die Bauern aus Savièse, die südlich des Sanetschpasses wohnen, zu viel Vieh und zu wenig Weide, weshalb sie Ländereien im Saanenland kauften. Während die Bauern in den Rebbergen arbeiteten, trieben die Frauen und Kinder ihre Eringerkühe über den Pass und sömmerten sie auf den Alpen der Walliser Wispile. Mit der Zeit konzentrierten sich die Savièser immer mehr aufs Keltern und verpachteten die Alpschaften an Gsteiger Bauern. Der erste Teil dieser Wanderung führt gemütlich über die Höji Wispile, einen breiten Bergrücken mit fantastischer Aussicht auf die umliegenden Berge. Der Weg verzweigt sich einige Male, stets führen aber die Wege wieder zusammen. Bei Chrinetritt beginnt der Abstieg nach Gsteig - es ist ein langer und steiler Abstieg, weshalb sich je nach Schneeverhältnissen Stöcke, Spikes oder gar ein Schlitten empfehlen. Wer steile Partien nicht schätzt, kehrt um zur Seilbahn, verpasst aber dann das feine Bergplättli mit hiesigem Käse und Trockenfleisch sowie dem Savièser Wein auf der Terrasse von Ösi Perretens Besenbeiz. Ein Wort noch zur Seilbahn: Weil es im Saanenland zu viele Bergbahnen gibt, wird jene auf die Wispile nur in der Hochsaison betrieben, also über Weihnachten/Neujahr sowie im Februar. Diese Wanderung ist somit nur wenige Wochen pro Winter machbar. Es lohnt sich aber allemal, schönes Wetter abzuwarten und sich dann aufzumachen, der Walliser Wispile entgegen.
Bergbeizlitour rund um Urnäsch Nr. 1457
Urnäsch • AR

Bergbeizlitour rund um Urnäsch

Appenzeller Bergbeizli sind ein Hort der Gemütlichkeit. In urigen Gaststuben schlemmt man Währschaftes und lässt sich von heimatlichen Klängen verzaubern, auf den Terrassen aalt man sich in der Sonne und geniesst den Blick auf die Bergwelt. Gut, sind im Appenzellerland die Bergrestaurants reich vertreten, so kann man an einem Tag mehrere besuchen - wie auf der Winterwanderung von Urnäsch über die Osteregg nach Blattendürren. Bereits der Auftakt zur Tour ist urchig: Im Zentrum von Urnäsch ziehen stattliche Appenzeller Häuser den Blick auf sich, und in den Läden werden lokale Käsespezialitäten angeboten. Die gibt es auch im Bergrestaurant Osteregg, wo Karin Rütsche und Susanne Sutter hausgemachte Spezialitäten auftischen und ihre Gäste mit Herzlichkeit und stets einem breiten Lachen im Gesicht bewirten. Appenzeller Käsegerichte wie Fondue oder Käsespätzli dürfen dabei nicht fehlen. Hunger gibt der Aufstieg alleweil. Der Winterwanderweg führt an Bauernhöfen vorbei nach Chräg, dann geht es im verträumten Winterwald zur Osteregg. Zufriedene Menschen seien ihr grösster Lohn, sagen Karin und Susanne, deren Arbeitstag nicht selten bis in die frühen Morgenstunden dauert. Nicht minder gastfreundlich geht es bei Florian Inauen auf Blattendürren zu und her. Er ist wie Karin und Susanne Quereinsteiger in der Gastronomie, sieht im gemütlichen Bergbeizli aber seinen Traum erfüllt. Traumhaft ist auch die Wanderung von der Osteregg über die Zimmermanns-Lauftegg nach Blattendürren: Das Panorama reicht vom Kronberg bis zum Säntis, die Ruhe ist wohltuend. Sind nach der Einkehr bei Florian Inauen Hunger, Durst und Heimatliebe abermals gestillt, geht es auf gleichem Weg zurück nach Urnäsch.
Durch verschneite Jurahöhen Nr. 1458
Col des Etroits • VD

Durch verschneite Jurahöhen

Wer auf dem Mont des Cerfs nach Hirschen sucht, tut dies vergebens. Es gibt nämlich keine. In der Gîte du Mont des Cerfs werden Christophe und Béatrice Seydoux dem Namen ihrer Hütte jedoch gerecht und servieren Hirschsteak auf heissem Stein und Fondue bourguignonne mit Hirschfleisch. Es stammt aus dem Neuenburger Jura, aus einer Zucht in Les Brenets. Doch die eigentliche Spezialität sind die hausgemachten Rösti und die Glacen, die weitherum bekannt sind. Die Seydoux servieren Erstere in unterschiedlichen Varianten: mit Schinken, Tomme, Wurst oder mit Hirschpfeffer. Die Glacen macht die Wirtin ebenfalls selber. Neben kommunen Sorten wie Erdbeer und Mokka gibt es auch Meringue- und Absinthglace. Und wer nicht genug bekommen kann, lässt sich noch eine Portion Doppelrahm dazu servieren. Doch erst will die Hütte erwandert werden. Bei grossem Hunger ist dieser Weg kurz und führt vom Col des Etroits direkt über den Bergrücken. Wer sich eine Rösti aber erst verdienen will, biegt kurz nach dem Pass rechts ab, steigt durch den Wald ab und wandert durch den Talboden unterhalb des lang gezogenen Dorfes L’Auberson mit seinen grossen, für den Jura typischen Häusern. Kurz vor dem Weiler Les Grangettes steigt der Weg wieder an. Der Aufstieg zur Gîte ist anschliessend mehrheitlich im Wald auf einem Forststrässchen und dadurch moderat. Wer bei der Gîte noch nicht genug hat, steigt hinter dem Haus noch etwas durch den verschneiten Wald auf und erreicht bald das Restaurant de la Gittaz. Der Weg führt dann wieder zurück zur Gîte und von dort - gestärkt nach der Einkehr - über den wald-, aber auch aussichtsreichen Bergrücken zurück zum Pass. Wer gegen den Abend unterwegs ist, trifft dabei vielleicht noch ein Reh an.
Winterfreuden im Turbachtal Nr. 1454
Turbach, Rotengraben — Gstaad • BE

Winterfreuden im Turbachtal

U23-Weltmeisterin, Weltcup-Läuferin, Olympia-Teilnehmerin: Nathalie von Siebenthal ist an der Weltspitze des Langlaufsports angekommen. Im Turbachtal trainiert sie oft, deshalb ist die Loipe hier nun offiziell nach ihr benannt. Der Winterwanderweg führt immer wieder parallel zur Loipe, kreuzt sie, biegt wieder ab. Die Wanderung beginnt ab «Turbach, Rotengraben» mit einer Runde auf die Wintermatte. Etwas oberhalb des Sommerbeizli hört der sauber präparierte Weg auf einen Schlag auf. Eine 180-Grad-Drehung ist angesagt - nur um wieder einen neuen entzückenden Blick auf die umliegenden Berge zu haben. Zurück beim Rotengraben, folgt der Weg dem Turbach, nach rund 20 Minuten steigt er kurz, aber steil auf zur Strasse: Hier liegt das Sunne-Stübli, die einzige Einkehrmöglichkeit für Winterwanderer. In der mit Holz ausgekleideten Bauernstube gibts Wienerli oder Kalbsbratwurst mit hausgemachtem Kartoffelsalat, geschmolzenen Tomme mit Gschwellti, Raclette oder Fondue. An der Wand hängen zwei Bretter mit dem Wanderpreis-Verzeichnis der Kühe aus dem Turbachtal. Ab der Eigenmatte gibt es zwei Wegvarianten: Die eine führt unten im Tal nach Gstaad, die andere bleibt oben am Hang und steigt erst ganz zum Schluss steil in die Ortschaft ab. Die Einheimischen empfehlen die zweite Variante - so kann man länger an der Sonne bleiben und hat mehr Abwechslung. Das Tal weitet sich gegen vorne immer mehr, Gummfluh und Vanil Noir rücken ins Gesichtsfeld. Kurz vor Gstaad folgen ein paar rutschige, steile Abschnitte. Sie sind trotz Handläufen je nach Schneelage eher anspruchsvoll.
Winterzauber im Saanenland Nr. 1362
Lauenen • BE

Winterzauber im Saanenland

An einem sonnigen Wintertag ist Lauenen ein märchenhafter Ort in einer verzauberten Winterlandschaft. Dank der Mundartrockgruppe Span und ihrem Lied über den Lauenensee wird die Region im Sommer viel besucht. Doch auch im Winter, wenn der blaugrüne Lauenensee gefroren unter einer Schneedecke liegt, lohnt sich ein Ausflug zum See! Von der Postautohaltestelle in Lauenen folgt man dem rosaroten Winterwanderwegweiser Richtung Fang. Um am meisten von der Sonne zu profitieren, wandert man im Gegenuhrzeigersinn zum Lauenensee. In angenehmer Steigung führt der Winterwanderweg durch Waldpartien, an Weiden und Weilern mit schönen Holzhäusern vorbei. Immer wieder gibt es Ausblicke wie auf Postkarten oder Kalenderbildern. Von einer Anhöhe aus erblickt man den eingewinterten Lauenensee. Seine Umrisse kann man in der baumlosen, weissen Ebene nur erahnen. Fuchs- und Hasenspuren überziehen den See mit einem filigranen Muster. Der Rückweg führt wieder hinunter auf den Talboden. Vor Fang verläuft der Winterwanderweg durch ein Riedgebiet, in dem nach alter Tradition Tristen aufgeschichtet werden. Dies sind mehrere Meter hohe Gras- und Schilfhaufen, die den Winter durch draussen lagern. Bevor man Fang hinter sich lässt und nach Lauenen zurückgeht, verlockt ein Gasthaus mit schöner Sonnenterrasse direkt am Winterwanderweg zum Einkehren.
Unter den Freiburger Dents Vertes Nr. 1455
Pré de l'Essert, Pt. 1024 • AR

Unter den Freiburger Dents Vertes

Diese Schneeschuhwanderung ist Teil des Schneeschuhpfad-Wegnetzes von Charmey. Sie kombiniert die Trails jedoch zu einer eigenen Rundtour. Der Vorteil: Die Hänge unter den Dents Vertes erweisen sich dann als relativ schneesicher. Die Schneeschuhwanderung ist auch dann möglich, wenn im nach Südwesten ausgerichteten Javro-Tal kaum mehr Schnee liegt. Mit dem Auto ist der Ausgangspunkt von Charmey aus über die Strasse nach Pré de l’Essert erreichbar. Bei Pt. 1024 ist ein Parkplatz eingerichtet und sind die Schneeschuhpfade ausgeschildert. Von hier geht es zu Fuss weiter. Kurz nach Pt. 1043, Forêt des Reposoirs, überquert der Schneeschuhpfad den Rio de l’Essert und folgt einem ungeräumten Strässchen. Bei La Scie dann geht er in eine Spur über, auf der man bis zur Alphütte La Gissetta aufsteigt. Hier ändert die Spur die Richtung. Sie geht nun durch einen Märchenwald, der übersät ist mit grossen Blöcken. Es folgt eine zauberhafte Lichtung mit einem Auenwald entlang dem Rio de Tissineva, den es zu überqueren gilt. Dann verlässt die Spur den Wald, steigt zur Alphütte Tissiniva Derrey auf, dem höchsten Punkt dieser Wanderung. Nun geht der Schneeschuhpfad zum Ausgangspunkt zurück. Er folgt dabei der waldfreien Schneise, die in Richtung Plan Paccot verläuft. Kurz davor betritt man wieder Auenwald. Es folgt ein letztes Stück abwechslungsreichen, abenteuerlichen Schneeschuhpfads entlang dem vielfach verzweigten Rio de l’Essert. Ab La Scie auf demselben Weg zurück zum Auto oder mit der Sesselbahn auf den Vounetse und mit der Gondelbahn hinunter nach Charmey.
Entlang der Gastlosen zum Soldatenhaus Nr. 1456
Mauzes Bergle — Jaun • FR

Entlang der Gastlosen zum Soldatenhaus

Mit dem Jauner Gastlosenexpress überwindet man die ersten 550 Höhenmeter schwebend. Es bleiben 300 bis zum Ziel, dem Chalet du Soldat auf 1751 m ü.M. Soldatenhaus wird es in Jaun auch genannt, dem einzigen deutschsprachigen Dorf des welschen Vallée de Jogne. Ab der Bergstation auf Mauzes Bergle folgt man den senkrechten, hellen Zacken der Gastlosen Richtung Süden bis zum Gustiweidli, macht hier eine enge Kurve talwärts und wandert auf dem Weg unterhalb der Hütte weiter geradeaus und leicht ansteigend bis zu einer Abzweigung mitten im Stillwasserwald. Die Spur rechts wird man auf dem Rückweg nehmen, die Spur links führt zum Soldatenhaus. Kurz nach der Abzweigung kann man in den Felsen der Gastlosen ein Loch in der Felswand entdecken: das Grossmutterloch. Der Sage nach soll der Teufel in der Wut seine Grossmutter gegen die Wand geschleudert haben - worauf sie in Abländschen weich zu liegen kam. Auf der Höhe von Ober Sattel verlässt der Trail den Wald. Er führt den Waldrand entlang und im sicheren Abstand zu den steilen Flanken zum Soldatenhaus hinauf. Für den Rückweg nimmt man die Aufstiegsspur bis zur Abzweigung im Stillwasserwald. Nun folgt der Weg der dritten Spur Richtung Westen und steigt hinunter zur im Winter geschlossenen Buvette des Sattels. Kurz vor dem Sattelbach zweigt der Wanderer nach rechts ab und überquert eine Weidefläche. Der weitere Weg führt auf schmalem Pfad immer durch Wald bis hinunter nach Jaun.
Ruhige Sonnenseite über Wildhaus Nr. 1398
Wildhaus • SG

Ruhige Sonnenseite über Wildhaus

Am Sonnenhang von Wildhaus steht eine reizvolle Winterwanderroute mit fantastischen Ausblicken zu den sieben Gipfeln der Churfirsten zur Verfügung. Die ersten anderthalb Kilometer verlaufen auf der nur wenig befahrenen Steinrütistrasse. Nach den letzten Wohnhäusern geht sie in einen gepfadeten Winterwanderweg über, der in mässigem Anstieg weiterhin talauswärts führt. Mehr und mehr weitet sich die Sicht auf das Tal der jungen Thur. Gleichzeitig nimmt die Landschaft einen zusehends alpinen Charakter an: Verschneite Weiden und lockere Bestände von mächtigen Tannen bilden ein anmutiges Mosaik. Auf der Gästele-Weide beschreibt die Route einen weiten Bogen. Jetzt rückt die schroffe Schofbergwand ins Blickfeld, nach einer Weile zeigt sich am Horizont überraschend auch der Säntisgipfel. Am Ende einer letzten Kurve erreicht man das Berghaus Gamplüt. Das grosse Windrad neben dem Gebäude und die ausgedehnten Solarpanels zeugen davon, dass hier erneuerbaren Energien ein hoher Stellenwert beigemessen wird. Die Seilbahn, die vom Tal herauffährt, gilt denn auch weltweit als die einzige vollständig solarbetriebene Gondelbahn. Vom Berghaus lässt sich die Wanderung noch ein Stück fortsetzen bis zu den Alphütten von Fros. Dort laden zwei Aussichtsbänke zu einer Rast vor prachtvollem Panorama ein. Je nach Schneeverhältnissen wird diese Strecke allerdings nicht immer präpariert. Da es sich um eine signalisierte Schneeschuhroute handelt, besteht dennoch meist eine gangbare Spur. Die Rückkehr nach Gamplüt erfolgt auf dem gleichen Weg wie der Aufstieg. Von dort nach Wildhaus hinunter geht es direkt und steil via Egg - entweder zu Fuss oder auf separater Schlittelpiste (Schlitten können im Berghaus gemietet werden).
Hoch über Airolo Nr. 1399
Pesciüm • TI

Hoch über Airolo

Das nördlichste und schneesicherste Skigebiet im Tessin weist auch für Winterwanderer und Schneeschuhläufer ein Angebot auf. Die Route ins Val Pozzuolo verläuft ohne grosse Höhendifferenzen grösstenteils abseits des Pistennetzes. Von der Seilbahn-Bergstation Pesciüm marschiert man am Berghaus vorbei zum Kinderlift, danach der breiten Anfängerpiste entlang in westlicher Richtung weiter und lässt schliesslich wenig später den Pistenraum hinter sich. Der Winterwanderweg wird jeweils nach Schneefällen maschinell gepfadet. Der Verlauf der Route wird mit violetten Stangen und pinkfarbigen Tafeln angezeigt. In leichtem Auf und Ab führt der Weg zunächst über offenes Gelände, später durch Waldgebiet zur Alp Cascina Nuova. Danach geht es leicht abwärts zum Tannenwald, dann auf einem Waldweg hinüber ins Val Pozzuolo. Hier geniesst man einen imposanten Ausblick ins Gotthardgebiet. Eine kleine Schlaufe bildet das äusserste Ende der Tour. Anschliessend geht es auf gleichem Weg zurück nach Cascina Nuova und Pesciüm. Die Winterwanderroute oberhalb von Airolo hat im Vergleich mit Wanderwegen in anderen Regionen des Tessins einen grossen Vorzug, der sich allerdings auch als Nachteil erweisen kann: Sie ist im Schatten hoher Berge angelegt und gilt deshalb als ausgesprochen schneesicher. Im Hochwinter gibt es unterwegs kaum Sonne; erst ab Mitte Januar taucht in Pesciüm jeweils kurz vor Mittag die Sonne auf, um nach kurzer Zeit gleich wieder hinter dem Pizzo di Mezzodì und dem Poncione di Vespero zu verschwinden, während der Hauptteil des Trassees noch mehrere Wochen lang im Schatten liegt. Ab Mitte Februar taucht dann aber auch dort die Sonne auf.